So haben wir E-Bikes getestet
Im Test 2026: Zehn marktrelevante Urban Pedelecs mit Diamantrahmen und einem Gewicht von unter 24 Kilogramm. Davon haben acht Räder einen Hinterradnaben-Motor, eines einen Mittelmotor und eines einen Vorderradantrieb. Wir kauften die Fahrräder von September bis Dezember 2025 ein. Die Preise erfragten wir von den Anbietern im Februar 2026.
Fahren: 35 %
Erfahrene Radler – drei Männer und zwei Frauen – prüften das Fahrverhalten in der Ebene und bergauf sowie im Prüfpunkt Komfort unter anderem das Federungsverhalten, die Sitz- und Griffposition. Sie beurteilten die Schaltung in der Ebene und am Berg, die Wendigkeit, das Anfahren und Fahren ohne Motorunterstützung sowie Fahr- und Motorgeräusche.
Zwei Experten bewerteten die Fahrstabilität mit und ohne Gepäck. Sie fuhren jedes Rad mehrfach bei unterschiedlichem Tempo, auch einhändig und mit minimalem Lenkerkontakt. Dabei beurteilten sie Flatterneigung und Nachschwingen. Zudem fuhren sie in einem Elch-Test Ausweichmanöver.
Antrieb: 20 %
Wir bestimmten, wie lange es dauerte, bis die entleerten Akkus voll aufgeladen waren und rechneten dies aufgrund der unterschiedlichen Akkugrößen auf eine durchschnittliche Ladedauer pro 100 Wattstunden um und bewerteten auch diesen relativen Wert.
Die Testfahrer beurteilten Ansprechverhalten und Motorunterstützung, vor allem den Nachlauf des Motors, die Dosierung der Unterstützungsstufen sowie, falls vorhanden, die Schiebehilfe.
Handhabung: 20 %
Ein Experte bewertete die Montage der Räder bis zur Betriebsbereitschaft. Die Testfahrer prüften etwa, wie verständlich und gut aufgebaut die Gebrauchsanleitung war. Ein Experte prüfte darin wichtige Hinweise, zum Beispiel zu Transportangaben, zum zulässigen Gesamtgewicht und zum Akku in Anlehnung an Din EN 15194:2024–03, Din EN 61960–3:2017 und die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.
Die Testfahrer beurteilten, wie gut sie Bedienelemente und Anzeige zum Beispiel bedienen und ablesen sowie Unterstützungsstufen wählen konnten, wie gut sich Akkus zum Beispiel laden, ein- und ausbauen und wie gut sich die Pedelecs tragen ließen. Ein Experte prüfte, wie einfach sich die Pedelecs reparieren ließen, zum Beispiel bei einem Schlauchwechsel.
Sicherheit und Haltbarkeit: 15 %
Wir prüften, ob die Bremsen in Anlehnung an Din EN 15194:2024–03 ein Gesamtgewicht von 130 Kilogramm bei trockenen und nassen Bedingungen schnell genug abbremsen. Wir bewerteten etwa, ob das Licht die Fahrbahn gut ausleuchtet und ob die Fahrräder gut zu sehen sind. Und ob die Beleuchtung den Anforderungen der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) entspricht.
Wir prüften die Bruchfestigkeit und Haltbarkeit des Sattels samt Sattelstütze, des Lenkers sowie der Vorderradgabel in Anlehnung an Din EN 15194:2024–03, indem wir diese auf einem Prüfstand mit definierter Kraft statisch sowie dynamisch belasteten. Außerdem bewerteten wir unter anderem, ob die Anforderungen an die Einstecktiefenmarkierung der Sattelstütze eingehalten werden.
Im Rahmen der elektrischen und funktionalen Sicherheit prüften wir in Anlehnung an den Prüfgrundsatz für die Sicherheit von Pedelecs EK2/AK2.1 12–01.2:2012 der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) zum Beispiel, ob sich das Rad unbefugt in Gang setzen lässt. Mit Akkus und Ladegeräten führten wir in Anlehnung an die Din EN 60335–1:2020 etwa Glühdraht- und Kurzschluss- sowie Strahlwasserprüfungen in Anlehnung an die Din EN 60529:2014 Schutzart IPX5 durch.
Im Prüfpunkt weitere Sicherheitsaspekte bewerteten wir etwa, ob die Pedal-Bodenfreiheit groß genug und die CE-Erklärung korrekt ist. Zusätzlich bewerteten wir, wie gut die Räder verarbeitet sind.
Umwelt und Gesundheit: 5 %
Sattel und Griffe untersuchten wir auf Schadstoffe. Wir testeten auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in Anlehnung an die Spezifikation des GS-Zeichens für Geprüfte Sicherheit AfPS GS PAK sowie auf Phthalat-Weichmacher nach Extraktion mit Gaschromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung (GC-MS). Wir bewerteten zudem, ob der Akkuwechsel durch Nutzerinnen und Nutzer möglich ist oder ob dafür eine Fachwerkstatt benötigt wird.
Basisschutz persönlicher Daten: 5 %
Bewertet wurden die Mängel im Datensendeverhalten, also inwieweit die Android-Apps nur für den Betrieb notwendige Daten senden. Dafür suchten wir im Datenstrom nach bestimmten Datenarten, die überflüssigerweise gesendet werden. So wird die Versendung einer eindeutigen Geräte-ID des Smartphones als kritisch eingestuft.
Zudem wurden Basiseinstellungen zum Schutz des Nutzerkontos und der Datenübertragung überprüft, wie etwa die Passwortlänge. Abschließend prüfte ein Jurist die Datenschutzerklärung der Android-App, ob sie die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung erfüllt.
Abwertungen
Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das Qualitätsurteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit Sternchen*) gekennzeichnet. Folgende Abwertungen setzten wir im Test von Urban E-Bikes 2026 ein:
- War der Komfort ausreichend, wurde das Urteil Fahren um eine halbe Note abgewertet.
- War die Ladedauer ausreichend, wurde dem Urteil Antrieb eine Note abgezogen.
- Lautete das Urteil Tragen Ausreichend, werteten wir die Handhabung um eine halbe Note ab.
- Lauteten das Urteil Sicherheit und Haltbarkeit Mangelhaft, konnte das Qualitätsurteil nicht besser sein. War die Bruchfestigkeit und Haltbarkeit mangelhaft, konnte das Urteil Sicherheit und Haltbarkeit nicht besser sein. Was das Licht ausreichend, wurde die Sicherheit und Haltbarkeit um eine halbe Note abgewertet. War die Verarbeitung ausreichend, wurde die Sicherheit und Haltbarkeit um eine Note abgewertet.
- Die Note für Umwelt und Gesundheit konnte jeweils nicht besser sein als das Urteil für Schadstoffe.
- War der Schutz des Nutzerkontos ausreichend, werteten wir den Basisschutz persönlicher Daten um eine halbe Note ab. Bei mangelhaft, konnte der Basisschutz nur eine halbe Note besser sein. Fanden wir deutliche Mängel in der Datenschutzerklärung, konnte der Basisschutz nur eine halbe Note besser sein; bei sehr deutlichen Mängeln nicht besser als ausreichend.
Ältere Untersuchungsprogramme
Hier sind die Untersuchungsprogramme zu finden, anhand derer wir E-Bikes in den Tests vor 2026 geprüft haben.
Kommentarliste
Nutzerkommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.
@ManfredKniehl: Wir haben einige City-E-Bikes vor ca. drei Jahren getestet: https://www.test.de/E-Bike-Test-4733454-tabelle/?usenewlayout=False&defaultprofile=cityebikes
Ihren Testwunsch haben wir registriert.
Guten Tag, ist es möglich auch die Damenräder zu testen? Bedingt durch Rückenleiden fahre ich nur noch Damenräder mit tiefen Einstieg.
Es wäre hilfreich, das Gewicht der einzelnen Fahrräder mit in die Suche/den Schnellfilter zu nehmen. Wenn ich vorrangig ein leichtes E-Bike suche, müsste ich jedes Bike in den Vergleich nehmen oder mir bei jedem Bike eure Zusammenfassung durchlesen, keine gute Idee. Immerhin fand ich einen einzigen Hinweis in einem Text, dass ein Bike das leichteste im Test ist.
@foghorn: In unseren Untersuchungen der E-Bikes achten wir auf vergleichbare Antriebe. E-Bike mit Neodrives System hatten wir nicht untersucht und daher registrieren wir gerne Ihre Nachfrage als Testwunsch. Diesen Testwunsch haben wir an das zuständige Untersuchungsteam zur Kenntnisnahme und Beachtung bei künftigen Untersuchungen weitergeleitet.
Guten Tag,
das KAGU von Simplon wird häufig mit dem Neodrives System angeboten. Es soll besser sein? Zumindest, dass konnte ich bei einer Probefahrt feststellen, ist es wesentlich leiser. Wurde das schon einmal getestet ?