Finanzielles Viagra
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Die US-Politik soll sich mit einem neuen Rettungspaket befassen: Nun verlangt auch die Porno-Branche fünf Milliarden als Stimulans. "Die Regierung sollte auch das Überleben der Porno-Industrie aktiv unterstützen, ganz wie sie es für nötig hält, anderen Industrien zu helfen, die sich der Wertschätzung des amerikanischen Volkes erfreuen", argumentiert eine Stellungnahme.
Über diese "Wertschätzung" lässt sich streiten, aber immerhin setzte die Porno-Branche voriges Jahr über zehn Milliarden Dollar um; Hollywood verkaufte Kinokarten im Schätzwert von 9,6 Milliarden. Nun soll der Absatz von Porno-DVDs um 22 Prozent gesunken sein, doch online-Dollars rollen weiter, weil nackte Haut eine der wenigen Dienstleistungen ist, für die Internetnutzer Geld ausgeben.
Der Branche droht nicht direkt die Erschlaffung, wohl aber, so Porno-König Larry Flynt, dem Land als solches: "Die Menschen sind zu deprimiert, um Sex zu haben. Das ist ungesund für die Nation." Manche halten seinen Alarmruf für angewandte Satire, wie das Sexvideo mit dem Sarah Palin-Double, das er im Wahlkampf ins Netz stellte. Aber bei Flynt, der schon vor dem Obersten Gericht für Meinungsfreiheit stritt, weiß man das nie so genau.
Sex und Politik sind sich auch nach Clinton näher, als man glauben möchte. Jüngst kam ein CIA-Agent mit wertvollen Informationen über die Taliban von einem afghanischen Kriegsherrn - dem er Viagra geschenkt hatte. Und der "Crazy Horse II"-Sexclub in Las Vegas gehört der US-Regierung. Vielleicht wäre das Rettungsgeld bei Flynt doch besser angelegt als in den Händen obszöner Zocker.