Rennradtour durch Schwaben: Auf 112 Kilometern schönstes Alpenpanorama
Freizeit
Großes Rennraderlebnis: Durch einsame Landschaften hinein ins Herz des Allgäus
Von Maria Baumgärtle auf die Hohe Schulter und zurück: Bei dieser schwäbischen Königstour ist Kondition nötig. Dafür wird man mit grandiosen Bergblicken belohnt.
Von Peter Bauer|21.08.26 - aktualisiert:
|
|
|
|
Pause auf der Hohen Schulter, dem Höhepunkt unserer Tour.Foto: Peter Bauer
Wenn es eine Art schwäbische Königstour mit dem Rennrad gibt, dann ist es diese: von der Wallfahrtskirche Maria Baumgärtle im Unterallgäu in das Herz des Allgäus und zurück. 112 Kilometer und 1450 Höhenmeter sind bei dieser Runde zu bewältigen. Das ist nicht die einzige Besonderheit. Schrallen, Sellthüren oder Buchstock – diese ungewöhnlichen Ortsnamen, die uns auf der Strecke begegnen, lassen schon ahnen, dass wir bei dieser Tour durch eine einsam-malerische Hügellandschaft unterwegs sind.
Die Hohe Schulter gilt als geografischer Mittelpunkt des Allgäus
Die Fahrt von Maria Baumgärtle auf die 941 Meter hoch gelegene Hohe Schulter, die als geografischer Mittelpunkt des Allgäus gilt, ist eine faszinierende Annäherung an die Alpen. An klaren Tagen erscheint die Bergkette zum Greifen nah. Auch wenn die Tour einiges abverlangt, wird man mit einem grandiosen Rennraderlebnis belohnt.
Die Eckpunkte der Tour: Startpunkt ist der Wallfahrtsort Maria Baumgärtle, wo es auch Parkmöglichkeiten gibt. Wir sind auf abgelegenen Wegen unterwegs. Aber alle sind asphaltiert – ideal für eine Rennradfahrt. Verschiedene Einkehrmöglichkeiten gibt es entlang der Tour.
Den Alpen nähern wir uns auf mehreren Aussichtsbalkonen: Der erste ist der Ort Daxberg (650 Meter hoch), es folgt der 721 Meter hohe Bocksberg nördlich von Ottobeuren. Dann machen wir Station auf dem Hochplateau bei Eschers (901 Meter). Höhe- und Wendepunkt ist die Hohe Schulter, etwa zehn Kilometer östlich von Kempten. Auf der Rückfahrt ist der Bergblick auf der Anhöhe nördlich von Obergünzburg klasse.
Das Gefühl, ins Licht regelrecht hineinzufahren: auf dem Hochplateau bei Eschers.Foto: Peter Bauer
Doch der Reihe nach: Von unserem Startpunkt Maria Baumgärtle aus führt die Strecke über Arlesried nach Frickenhausen und nach Süden auf unseren ersten „Alpenaussichtsbalkon“ Daxberg. Dann durch Erkheim hindurch nach Westerheim. Anschließend hinauf nach Kloster Wald. Bald ist der Bocksberg erreicht. Der Blick auf die Alpen öffnet sich. Am Horizont ist auch die Buschelkapelle zu sehen.
Die Auffahrt auf das Plateau von Eschers gleicht einer Art Minipass
Wir radeln durch Ottobeuren mit seiner markanten Basilika. Mit dem Rennrad geht es jetzt weiter, für den Ort sollten wir uns an einem anderen Tag mehr Zeit nehmen. Bekannt ist Ottobeuren nicht nur durch seine Basilika, sondern unter anderem auch durch die Künstler Erich Schickling und sein „Künstlerdorf“ nördlich von Ottobeuren.
Daxberg ist unser erster „Alpenaussichtsbalkon“.Foto: Peter Bauer
Schließlich in westliche Richtung aus Ottobeuren hinaus und hinauf nach Brüchlins. Nach Süden und über Schrallen, Böhen und Warlins nach Hopferbach. Die anschließende Auffahrt auf das Plateau von Eschers ist mit seinen Serpentinen eine Art Minipass. Wenn wir den Wald hinter uns lassen, reiht sich am Horizont Berg an Berg. Am besten ist die Sicht auf dem mit 901 Metern höchsten Punkt. Auf ihm befindet sich ein Funkmast. Früher wurde dieser Bereich militärisch genutzt.
Die Landschaft ist einsam, die Berge rücken immer näher
Vom Plateau nach Süden Richtung Untrasried und über Immenthal, Sellthüren, Eufnach und Ellenberg nach Wildpoldsried. Eine einsame, wellige Landschaft nimmt uns auf, immer näher rücken die Berge. Die Passage nach Wildpoldsried ist ein eindrucksvoller Höhepunkt dieser Fahrt.
Von Wildpoldsried geht es zunächst nach Osten, dann nach Süden, wir queren die B 12 und über Hochgreut/Hauptmannsgreut ist die Hohe Schulter bald erreicht. Oben gibt es zum beeindruckenden Gebirgspanorama erklärende Schautafeln.
Auf dem Weg zur Hohen Schulter sind wir durch eine malerische Allgäuer Landschaft unterwegs.Foto: Peter Bauer
Von der Hohen Schulter führt unsere Runde durch einsames Terrain hinab Richtung Kraftisried. Über Günzach (im Osten des Ortes befindet sich eine Quelle der Günz) haben wir bald Obergünzburg erreicht. Von dort hinauf über Burg und Willofs – hier kann der Alpenblick, je nachdem, welchen Tag man erwischt, erneut grandios sein. Nordöstlich von Eglofs befindet sich die Mindelquelle. Durch einsames Terrain schlängelt sich der Weg hinunter zur Staatsstraße 2013 nördlich von Markt Rettenbach. Über die Straße und durch Gottenau weiter nach Sontheim, Schlegelsberg und Erkheim. Über Arlesried ist bald unser Ausgangspunkt Maria Baumgärtle erreicht.
Die Rennradrunde kann, wie bereits angedeutet, an einem anderen Tag zu einer faszinierenden Kulturfahrt werden. In Ottobeuren und Maria Baumgärtle gibt es bedeutende Kirchen. Und in Obergünzburg befindet sich die Südseesammlung des Obergünzburgers Karl Nauer. Er war 1906 bis 1913 als Schiffskapitän im südpazifischen Raum unterwegs. So ist unsere Rennradrunde auch eine Art Appetitanreger für eine Region, in der es kulturell und historisch noch viel zu entdecken gibt.
Tourensteckbrief
Kategorie: Rennradtour
Streckenlänge: 112 Kilometer
Höhenmeter: 1450 Meter
Start/Ziel: Parkplatz an der Wallfahrtskirche Maria Baumgärtle im Unterallgäu (87739 Breitenbrunn)
Anfahrt: Maria Baumgärtle liegt etwa sechs Kilometer von der B 16 entfernt und ist von ihr gut erreichbar. In Breitenbrunn hält die Mittelschwabenbahn, von dort sind es rund fünf Kilometer nach Maria Baumgärtle.
Belag: Meist sind wir auf sehr verkehrsarmen Straßen unterwegs.
Geeignet für … gut trainierte Radlerinnen und Radler. Und wer die Runde noch verlängern möchte: Von Krumbach im südlichen Landkreis Günzburg auf die Hohe Schulter und zurück kommt man auf etwa 150 Kilometer.
Dauer: Für die Runde sollte man sich einen ganzen Tag reservieren. Und wer nach der Runde noch Lust auf ein Bad hat: Rund drei Kilometer nordöstlich von Maria Baumgärtle liegt die Naturtherme Bedernau.
Tipps für unterwegs:
Wallfahrtskirche Maria Baumgärtle: Ursprünge im Jahr 1721, erbaut 1882/83.
Basilika Ottobeuren: Die Geschichte reicht bis 764 zurück, ab 1711 Neugestaltung.
Naturtherme Bedernau: geöffnet von Dienstag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr und am Sonntag von 12 bis 21 Uhr
Diskutieren Sie mit
XXX 0 Kommentare
hier kommen komentare rein
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren