Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, man kann es drehen und wenden, auch wenn man es, aber das nur nebenbei, in diesem Fall nicht tun sollte: Unser Land verliert ein Kulturgut.
Doch lassen Sie mich sagen: Ich glaube, wenn wir uns gemeinsam mit anderen auf die Suche nach Orientierung, nach Zielen begeben, können wir viel gewinnen. Es ist der Hunger, der uns antreibt... – es hätte nicht viel gefehlt und der Bundespräsident hätte sich vermutlich derart eingereiht in den Reigen der Nachrufe auf einen „Einzelgänger und Underdog“ (SZ), die „gebaute Grill-Sehnsucht“ (Bild), den „sandwichgewordenen Beweis der Herrschaft des Menschen über die Natur“ (Spiegel). „Gibt es ein Leben nach dem McRib?“, fragte Deutschlandfunk Kultur.
Das Leben geht, ein Burger wird kommen
Deutschland, ohnehin ein herbstliches Jammertal, muss Abschied nehmen – von einem Burger aus an Rippchen erinnerndem Formfleisch, über das Barbecuesoße gegossen und zu dem ein Erfrischungstuch gereicht wurde. Eine Sauerei! Nach 37 Jahren streicht ihn McDonald’s Ende des Monats aus dem regulären Angebot.
Das Leben, das versichere ich Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, geht weiter, nicht alles war früher besser, wenn Sie sich ehrlich machen, denken Sie an die ausziehbare Autoantenne, die unter Umständen eine, gewiss nicht zwei Fahrten in ausgezogenem Zustand durch die Waschstraße überstand, denken Sie an Ed von Schleck, jenes Schiebe-Eis im Hohlzylinder, für das ein schirmbemützter Comic-„Ed“ mit zotigen Sprüchen wie „Mach doch keinen Leckmeck, sonst schleck ich dich vom Fleck weg“ warb, will sagen, dem folgte ein „Push Up“ genanntes Produkt samt Fruchtgummis im Stiel, und sang nicht Lale Andersen: Ein Burger wird kommen... – hätte der Bundespräsident sicher gesagt. Denn: Deutschland braucht Zuversicht.
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