Sandburgen-Verbot auf Teneriffa: Was ist dran an den Gerüchten?
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Sandburgen-Verbot auf Teneriffa: Was ist dran an den Gerüchten?

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Sandburgen-Verbot auf Teneriffa: Was ist dran an den Gerüchten?

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    Teneriffas Strände laden Kinder dazu ein, Sandburgen zu bauen.
    Teneriffas Strände laden Kinder dazu ein, Sandburgen zu bauen. Foto: Inna Tolstorebrova, stock.adobe.com (Symbolbild)

    In verschiedenen deutschen und österreichischen Medien liest man immer wieder Berichte über ein skurriles Verbot auf Teneriffa. So schreibt etwa der Stern, dass der Bau von Sandburgen an den Stränden im Süden Teneriffas verboten sei. Es würde eine Strafe von 500 bis 1500 Euro drohen, wenn man dieses Verbot missachtet. Laut heute.at und der Bild würde dies unter anderem an den Stränden Playa de las Américas in Arona und Stränden in Arico gelten – aus „ästhetischen Gründen“. Woher diese Informationen stammen, wird aber nicht deutlich. Was ist also dran am vermeintlichen Sandburgen-Verbot auf Teneriffa?

    Faktencheck: Gibt es ein Sandburgen-Verbot auf Teneriffa?

    Bei genauerer Prüfung spanischsprachiger Medien stellt sich heraus, dass es sich bei den Berichten über ein striktes Sandburgen-Verbot um Falschmeldungen handelt. So titelte bereits im Juli 2022 die kanarische Tageszeitung El Día „‚Es ist ein Schwindel‘: Arona und Arico widersprechen [...] und stellen klar, dass sie keine Bußgelder für das Bauen von Sandburgen verhängen“. Auch die digitale Tageszeitung von den Kanarischen Inseln, Atlántico Hoy, schrieb in demselben Monat: „Ein Schwindel so groß wie eine Sandburg: Arona und Arico verhängen keine Strafen für Strandbesucher, die dort Sandburgen bauen“.

    Woher kommt das Gerücht, dass an Teneriffa-Stränden ein Sandburgen-Verbot besteht?

    Wie die spanische Medien- und Faktencheck-Plattform Newtral ebenfalls 2022 schrieb, gehen die Gerüchte wohl auf Beiträge in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter zurück, in denen behauptet wurde, in den Gemeinden Arona und Arico auf Teneriffa werde das Bauen von Sandburgen mit 500 Euro bestraft. In der Folge berichteten sogar verschiedene spanische Fernsehprogramme und digitale Zeitungen über das angebliche Verbot, laut El Día etwa die spanischen Fernsehsender Telecinco und La Sexta.

    Jedoch haben die Stadträte von Arona und Arico auf ihren Gemeinde-Webseiten das Gerücht klar dementiert: Der Bau von Sandburgen ist an ihren Ständen nicht verboten. Laut Atlántico Hoy haben beide Gemeinden in dem Monat, bevor sie sich zu Stellungnahmen gezwungen sahen, mehrere Anrufe erhalten, um diese Information zu bestätigen, doch die Antwort war kurz und bündig: „Das stimmt nicht“. Wie kam das Gerücht aber zustande?

    Wie der Stadtrat von Arona schrieb, gab es zwar einen Verordnungsentwurf im Jahr 2009, der eine Einschränkung des Baus „großer Sandstrukturen“ an Stränden vorsah. Dieser Entwurf wurde jedoch nicht verabschiedet und bezog sich zudem nicht auf kleine Sandburgen, wie Kinder sie bauen, sondern vielmehr auf große Sandgebilde – etwa Skulpturen –, wie sie von professionellen Künstlern an vielen Stränden zu sehen sind. Der Stadtrat begründete dies damit, dass solche genehmigungspflichtige Profi-Kunst meist mit der Bitte um Geldspenden verbunden ist und mit der Inanspruchnahme öffentlichen Raums einhergeht, der zudem in stark beeinträchtigtem Zustand hinterlassen wird.

    Für diese großformatigen Sandskulpturen am Strand sei laut der Mitteilung die „Demarcación de Costas“ (Küstenbehörde) zuständig als „Inhaberin des betroffenen Bereichs“. Demnach bedürfen Aktivitäten im maritimen und landseitigen Bereich einer Genehmigung dieser Behörde. Diese Regelung betrifft laut Atlántico Hoy alle Gemeinden, beispielsweise Las Palmas de Gran Canaria, wo jedes Jahr die traditionelle Krippe am Strand von Las Canteras aus Sand geformt wird.

    Laut Newtral regelt das entsprechende Gesetz der Küstenbehörde aber nur die Genehmigung, bezieht sich nicht auf kleine Sandburgen und erwähnt auch keinerlei Geldstrafen.

    Teneriffa: Die 6 schönsten schwarzen Sandstrände – mit Bildern

    Östlich der bei Touristen beliebten Stadt Puerto de la Cruz findet man die Playa El Bollullo. Wie der Reiseführer Merian schreibt, ist die Bucht selbst vom Massentourismus verschont geblieben, weshalb Urlauber hier noch Naturidylle genießen können. Neben dem schwarzen Sand kann man hier laut dem Tourismusportal webtenerife.de imposante Formationen aus Vulkangestein bewundern, die bis ins Meer hineinragen. Aufgrund des ganzjährig starken Wellengangs ist beim Baden jedoch Vorsicht geboten.
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    6 Bilder
    Dank ihres vulkanischen Ursprungs findet man auf der Kanaren-Insel Teneriffa eine Vielzahl an einzigartigen Stränden mit feinem schwarzem Sand und mystischem Vulkangestein. Hier finden Sie eine Auswahl der schönsten schwarzen Sandstrände auf Teneriffa mit Bildern.

    Die Gemeinde von Arico erklärte ebenfalls, dass der Bau dieser „vergänglichen Bauwerke“ an den Küsten – gemeint sind Sandburgen – nicht sanktioniert werde, und es wurde dazu eingeladen, die Strände der Gemeinde zu besuchen.

    Fazit: Damit ist die Behauptung einer Geldstrafe für das Bauen von Sandburgen an Stränden auf Teneriffa falsch. Beide Gemeinden haben dies dementiert. Das Gerücht könnte auf eine Verwechslung zwischen dem Bau von Sandburgen für Kinder und großformatigen Sandskulpturen am Strand zurückzuführen sein.

    Übrigens: Andere Verbote sollten Teneriffa-Urlauber hingegen sehr wohl beachten. Im Teide-Nationalpark wurde ein umfassendes Rauchverbot beschlossen, um Waldbränden vorzubeugen.

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