Bayerisches Start-up Robco erreicht Milliardenbewertung: Das steckt hinter der Robotik-Firma
Startseite
Icon Pfeil nach unten
Wirtschaft
Icon Pfeil nach unten

Bayerisches Start-up Robco erreicht Milliardenbewertung: Das steckt hinter der Robotik-Firma

Wirtschaftsstandort

Bayerisches Start-up knackt Milliardenbewertung: Robotik-Firma schafft es auf die Einhorn-Liste

  • |
  • |
  • |
  • |
    Robco hat sich auf intelligente modulare Roboter spezialisiert.
    Robco hat sich auf intelligente modulare Roboter spezialisiert. Foto: Robco

    In München gibt es ein Einhorn mehr. Das im Jahr 2020 aus der TU München heraus gegründete Start-up Robco hat bekannt gegeben, dass es von Investoren mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet wird. Das Unternehmen entwickelt Industrieroboter, die skalierbar sind und mit KI lernen. So kann die Technik auch von kleineren Unternehmen eingesetzt werden. Innerhalb von nur neun Monaten hat Robco nach eigenen Angaben seinen Wert verdoppelt.

    Als Einhorn werden in der stark wachsenden Start-up-Szene Unternehmen bezeichnet, die nicht an der Börse notiert sind, aber bereits so viel Geld angelockt haben. Zuvor waren nach Angaben des Bundesverbands Deutsche Start-ups heuer bereits zehn andere Neugründungen in diese Gruppe aufgestiegen. Mit 14 von insgesamt 40 sitzen besonders viele davon in Bayern.

    Gründer-Boom in Bayern: Nicht jede Gründung ist ein Start-up

    Die meisten Start-ups werden diesen Status nie erreichen, viele scheitern in den ersten Jahren. Dennoch ist die Gründerszene in Deutschland so aktiv wie nie. Über 3000 Start-ups wurden im ersten Halbjahr 2026 gegründet – mehr als im gesamten Jahr 2024. Doch es muss nicht immer ein Start-up sein, um den Traum von der eigenen Firma zu verwirklichen.

    Die genaue Abgrenzung ist nicht immer leicht. Aber grundsätzlich gilt ein junges Unternehmen als Start-up, wenn es mit einer innovativen Geschäftsidee einen Markt betritt, der häufig erst noch entwickelt werden muss. Deswegen benötigen Start-ups zu Beginn häufig viel Geld von Investoren, die an das Unternehmen glauben. Wenn ein Start-up erfolgreich ist, kann es dafür meist schnell wachsen.

    Der allergrößte Anteil der Unternehmensgründungen erfolgt aber in bereits in etablierten Branchen und Märkten. Dort sind die Hürden kleiner und der Weg in die Selbstständigkeit gelingt schneller. Im Jahr 2025 haben laut der staatlichen Förderbank KfW fast 700.000 Menschen in Deutschland diesen Schritt gewagt. Auch diese Zahl ist zuletzt deutlich gewachsen. Im Jahr 2002 gab es allerdings noch rund 1,5 Millionen Existenzgründungen.

    Viele Unternehmer suchen dringend einen Nachfolger

    Als ein Grund dafür wird von der KfW die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt genannt. Als die Wirtschaft brummte, war es relativ leicht einen gut bezahlten und interessanten Arbeitsplatz zu finden. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Der Schritt in die Selbstständigkeit verlangt Mut, Einsatzbereitschaft und Disziplin. Ein neues Unternehmen muss man dafür aber nicht unbedingt gründen.

    Es gibt sehr viele Firmen in Deutschland, die vor einer ungewissen Zukunft stehen, weil ein Nachfolger fehlt. Das Durchschnittsalter der Unternehmerinnen und Unternehmer hierzulande liegt bei über 54 Jahren. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher sagt: „Ein Umdenken ist dringend erforderlich: Nicht nur sollten sich noch mehr Menschen in Deutschland überlegen, zu gründen. Deutlich mehr sollten auch erwägen, ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen.“

    Augsburg hat ein aktives Start-up-Ökosystem

    Auch in der Region machen sich immer mehr Menschen auf den Weg in die Selbstständigkeit. Augsburg und sein Umland gilt mit 125 Start-up-Gründungen im Jahr 2025 als das drittgrößte Ökosystem für diese Unternehmen in Bayern, berichtet die IHK Schwaben. Kempten liegt demnach im Ranking deutscher Städte mit 31 aktiven Start-ups je 100.000 Einwohner auf Platz 48.

    Die Motive und Ideen der Gründerinnen und Gründer sind sehr unterschiedlich. Ein großer Teil gründet erst einmal im Nebenerwerb, der bisherige Angestelltenjob wird als Sicherheit beibehalten. Eine große Rolle bei den Gründungen spielen die Digitalisierung und neue Technologien, allen voran künstliche Intelligenz. Sie ermöglichen neue Geschäftsmodelle und -ideen. Laut IHK sind viele der neuen Unternehmen im Bereich der Prozessautomatisierung tätig, arbeiten an KI-Schnittstellen oder beraten andere Unternehmen zum Einsatz von KI. Jedes fünfte Augsburger Start-up ist in der Softwarebranche aktiv. Wichtig für das Gedeihen der Branche gilt die enge Vernetzung von Hochschulen und Gründerzentren.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren