Inside Apple Silicon: Was Patente und Reverse Engineering verraten
Offiziell gibt Apple wenig über den Aufbau seiner Prozessoren preis. Hartnäckiges Forschen verrät jedoch, wie die M-Chips ticken.
Mensch mit M5-Chip und Patenten (Illustration): Apple Silicon hat den Mac verändert.
(Bild: Ronja Leppert / KI / heise medien)
- Jürgen Schuck
Ganz allgemein ist von Apples M5 bekannt, dass er auf einer 3-Nanometer-Technologie basiert. Er ist mit der Apple Neural Engine (ANE) bestückt, in der sich wiederum 16 Rechenkerne eigens um KI-Aufgaben kümmern. Als Hauptprozessor kommt eine 10-Core-CPU (Central Processing Unit) zum Einsatz, die sich aus sechs Effizienz- und bis zu vier Performance-Kernen zusammensetzt. Dazu kombiniert Apple einen Grafikprozessor (Graphics Processing Unit, GPU) mit 10 Kernen sowie je einem Neural Accelerator für KI-Berechnungen.
(Bild: Apple)
Die technischen Details seiner Chips verbirgt Apple unter den Abstraktionsebenen von Frameworks und steuert den Zugriff darauf über wohldefinierte APIs. Hinter diesem Sichtschutz lassen sich Technologien und Chip-Funktionen nicht nur entwickeln und optimieren, sondern auch ersetzen oder streichen. So muss Apple nichts erläutern und sich keiner Diskussion aussetzen, falls Apps dadurch nicht mehr funktionieren wie erwartet oder sogar abstürzen. Besonders Wissbegierige in den Communities forschen diesen verborgenen Funktionen nach.
- Apple verbirgt die Details seiner Chips hinter Frameworks.
- Zur Neural Engine für KI-Operationen hat sich Apple bislang besonders bedeckt gehalten.
- Reverse Engineering machte es möglich, die Chips zu erforschen.
- Mit dem erworbenen Wissen lassen sich ANE und GPU auch ohne Core ML ansprechen.
So lässt sich etwa ein kleiner Transformer ganz ohne Core ML direkt für die ANE entwickeln und darauf trainieren. Ein solcher Transformer könnte ein kleineres, allgemeines Sprachmodell wie das von OpenAI oder Meta durch lokales Training für einen bestimmten Zweck ausprägen, etwa um Lyrik im Stil bekannter Poeten zu erzeugen.
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