iPhone, iPad, Mac & Co: Apples Rückruf-, Austausch- und Reparaturprogramme
Nutzer mit einem defekten Gerät bleiben nach Ablauf der Garantie nicht zwangsläufig auf den Reparaturkosten sitzen: Apples Austausch- und Reparaturprogramme decken Probleme über einen längeren Zeitraum ab. Mac & i hat alle Details gesammelt und nennt wichtige Fristen.
Nach Ende der einjährigen Hardware-Garantie können Nutzer bei Problemen mit iPhone, iPad und Mac meist keinen kostenlosen Austausch mehr durch Apple erwarten.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die von der Garantie unabhängige gesetzliche Gewährleistung deckt zwar in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern einen Zeitraum von zwei Jahren ab: Hier muss allerdings nach sechs Monaten der Kunde umständlich nachweisen, dass der Mangel schon beim Kauf vorgelegen hat – etwa in Form eines Gutachtens, das Geld und Zeit kostet. Das dürfte sich bei Produkten im drei- und vierstelligen Preisbereich nur in wenigen Fällen rechnen. Zudem kann man die Gewährleistung rein gegenüber dem Händler geltend machen, bei dem die Apple-Hardware erworben wurde – das ist nicht automatisch Apple selbst.
Ab dem zweiten Jahr kommen bei Problemen gewöhnlich also Kosten auf den Käufer zu, allerdings gibt es auch bei Apple eine Reihe von Reparatur- und Austauschprogrammen, die bestimmte Defekte für einen längeren Zeitraum abdecken.
Geld für bereits erfolgte Reparatur zurückverlangen
Über manche dieser Programme informiert Apple seine Kunden aktiv, falls diese das Gerät registriert sowie aktuelle Daten hinterlegt haben – und die entsprechende E-Mail nicht übersehen. Es kann deshalb lohnen, regelmäßig einen Blick auf alle laufenden Apple-Austauschprogramme zu werfen, um zu sehen, ob ein spezifisches Problem vielleicht doch noch abgedeckt ist.
Ärger mit dem iPhone außerhalb der Garantiezeit? Vielleicht gibt es ein Austauschprogramm.
(Bild: dpa, Fernando Gutierrez-Juarez)
Nutzer, die einen von Apple schließlich doch noch abgedeckten Defekt bereits kostenpflichtig reparieren ließen, können eine Rückerstattung der dafür gezahlten Summe beantragen.
Wir haben im Anschluss alle aktiven Rückruf-, Austausch- und Reparaturprogramme für Apple-Hardware zusammengestellt – auch solche, die der Hersteller nur intern an Service-Mitarbeiter und autorisierte Händler kommuniziert, aber nicht öffentlich angekündigt hat. Die Übersicht enthält zudem die zugehörigen wichtigen Fristen, denn die meisten der Programme enden nach einer bestimmten Zeit.
iPhone, iPad und Mac auf Reparatur vorbereiten
Weiterlesen nach der Anzeige
Je nach Programm verfährt Apple unterschiedlich, teils werden Reparaturen am Gerät des Kunden durchgeführt; es kann aber auch zum Komplettaustausch vor Ort kommen. In jedem Fall empfiehlt es sich, das eigene Gerät – sei es iPhone, iPad oder Mac – für die Prozedur vorzubereiten und vorab ein frisches Backup anzulegen.
Zudem sollte man nach dem Anlegen des Backups erwägen, alle eigenen Daten von dem Gerät zu löschen: Apple stellt Schritt-für-Schritt-Anleitungen bereit, wie man iPhone und iPad oder einen Mac auf den Verkauf respektive Weitergabe vorbereitet – dies hilft auch für diesen Fall. Im Anschluss kann man das reparierte oder ausgetauschte Gerät dann vom Backup wiederherstellen.
Für praktisch alle Austauschprogramme gilt: Das Gerät darf keine erheblichen Vorschäden aufweisen, etwa ein gesplittertes Display, denn dann führt Apple die kostenlose Reparatur erst durch, wenn der anderweitige Schaden kostenpflichtig ausgeräumt wurde. Dies gilt übrigens auch für den 29-Euro-Akkutausch beim iPhone, wie Nutzer berichten – und kann auch schon bei kleinen Mängeln der Fall sein.
Austausch- und Reparaturprogramme für das iPhone
Betroffene Produkte: iPhone 6, iPhone 6s, iPhone SE, iPhone 7, iPhone 8 und iPhone X (umfasst auch Plus-Modelle).
Symptom: Schwacher Akku, reduzierte Leistung
Art des Programms: Austausch (kostenpflichtig)
Deckt das Programm alle Geräte der Modellreihen ab? Ja.
Abdeckungszeitraum: Gilt nach derzeitigem Stand bis Ende 2018.
Details: Apple bietet den Austausch des iPhone-Akkus im Moment zum Preis von 29 Euro vor Ort an, beim Einschicken kommen zusätzlich 12,10 Euro für das Porto hinzu. Die Preissenkung des gewöhnlich für knapp 80 Euro angebotenen Batteriewechsels ist als Entschuldigung dafür gedacht, dass Apple erst im Nachhinein eingeräumt hat, dass iOS die iPhone-Leistung unter bestimmten Umständen automatisch drosselt. Mit iOS 11.3 werden Nutzer ab Frühjahr die Drosselung abschalten können – müssen dann aber bei schwachem Akku mit Nebenwirkungen wie einem unerwarteten Ausschalten rechnen.
Das iPhone 6s schaltet sich möglicherweise plötzlich ab.
(Bild: dpa, Andrea Warnecke)
Betroffenes Produkt: iPhone 6s
Symptom: iPhone schaltet sich plötzlich ab.
Art des Programms: Austausch (kostenlos)
Deckt das Programm alle Geräte der Modellreihe ab? Nein, nur bestimmte Seriennummern.
Abdeckungszeitraum: Drei Jahre nach Kaufdatum (Erstverkauf). Da es sich um die ersten Modelle des iPhone 6s handelt, endet die Abdeckung für frühe Käufer des Gerätes ab dem 28. September 2018.
Für Verwirrung sorgt immer wieder, dass sich auch andere Geräte in dieser Modellreihe plötzlich ausschalten können – das Problem soll das Update auf iOS 10.2.1 beheben. Wie Apple inzwischen eingeräumt hat, drosselt iOS die Leistung auf iPhone 6, iPhone 6 Plus, iPhone 6s, iPhone 6s Plus, iPhone SE, iPhone 7 und iPhone 7 Plus automatisch bei Bedarf unter bestimmten Bedingungen. Darunter fallen abgenutzte Akkus, kalte Außentemperaturen oder eine geringe Akkuladung. Nutzer, deren Seriennummer nicht unter den abgedeckten Bereich fällt, können bis Ende 2018 ihren Akku für 29 Euro erneuern lassen (siehe weiter oben).
Betroffenes Produkt: iPhone 6 Plus
Mit iPhone 6 und iPhone 6 Plus (rechts) wurden iPhones erstmals deutlich größer.
(Bild: dpa, Christoph Dernbach)
Symptom: Display flackert, reagiert nicht mehr richtig auf Touch-Eingaben.
Art des Programms: Reparatur (mit Zuzahlung in Höhe von 181 Euro)
Deckt das Programm alle Geräte der Modellreihe ab? Ja
Abdeckungszeitraum: Fünf Jahre nach Kaufdatum (Erstverkauf). Im September 2019 fallen somit erste iPhone 6 Plus aus der Abdeckung, die direkt zum Verkaufsstart erworben wurden.
Details:Das Display zeigt auf betroffenen iPhones gewöhnlich eine flackernde graue Line am oberen Rand oder überhaupt kein Bild mehr. Auf Touch-Eingaben reagiert das Gerät unter Umständen nicht mehr. Der alleinige Tausch des Displays beseitigt das Problem nach Angabe von Reparaturdienstleitern nicht, da die Ursache sich auf der Hauptplatine befindet: Schon durch ein leichtes Verbiegen des iPhones können sich offenbar die Lötverbindungen des Touchscreen-ICs lösen, wodurch der Bildschirm plötzlich ausfällt oder nicht mehr korrekt auf Eingaben reagiert.
Nach Apples Ansicht tritt dieser spezifische Defekt nur nach einem vom Nutzer verursachten Schaden auf, etwa durch das Fallenlassen des iPhones. Entsprechend veranschlagt der Hersteller inzwischen pauschal die Zahlung von 181 Euro, um das Problem auszuräumen.
Betroffenes Produkt: iPhone 6 Plus
Bestimmte Exemplare des iPhone 6 Plus weisen eine defekte Kamera auf.
(Bild: dpa, Andrea Warnecke)
Symptom: Fotos sind verschwommen.
Art des Programms: Austausch (kostenlos).
Deckt das Programm alle Geräte der Modellreihe ab? Nein, nur bestimmte Seriennummern.
Abdeckungszeitraum: Vier Jahre nach Kaufdatum (Erstverkauf). Im September 2018 fallen somit erste iPhone 6 Plus aus der Abdeckung, die direkt zum Verkaufsstart erworben wurden.
Art des Programms: Kostenlose Reparatur oder Austausch auf Nachfrage.
Deckt das Programm alle Geräte der Modellreihe ab? Unklar, angeblich gilt es sowohl für die kleinere als auch die größere Ausführung des Smart Keyboard, das mit der ersten iPad-Pro-Generation eingeführt wurde.
Abdeckungszeitraum: Unklar.
Details: Nutzer, deren Smart Keyboard Probleme mit Tasten oder Smart Connector macht, sollten sich für einen Austausch an Apple wenden – bisher wurde dies angeblich nur intern bekanntgegeben. Öffentlich dokumentiert wurde das Austauschprogramm bislang nicht.
Austausch- und Reparaturprogramme für den Mac
Betroffenes Produkt: MacBook Pro
Symptom: Verzerrte Videowiedergabe
Art des Programms: Reparatur (kostenlos).
Deckt das Programm alle Geräte der Modellreihe ab? Nur das MacBook Pro mit 15"-Retina-Display Baujahr Mitte 2012 und Anfang 2013 – wenn sie das Problem aufweisen.
Ein von dem GPU-Problem betroffenes MacBook Pro zeigt auffällig Darstellungsfehler.
Abdeckungszeitraum: Für vier Jahre ab dem ursprünglichen Kaufdatum.
Details: Betroffene Modelle weisen teils erhebliche Darstellungsfehler auf, zeigen angeschaltet weiter einen schwarzen Bildschirm oder starten möglicherweise auch unerwartet neu, wie Apple anmerkt.
Ursprünglich hat das Programm auch die Modelle MacBook Pro (15", Anfang 2011), MacBook Pro (15", Ende 2011), MacBook Pro (17", Anfang 2011) und MacBook Pro (17", Ende 2011) umfasst, diese werden seit Mitte 2017 aber nicht mehr abgedeckt.
Betroffene Produkte: MacBook Pro und MacBook.
Symptom: Flecken auf dem Display.
Art des Programms: Reparatur (kostenlos, aber nur auf Nachfrage).
Deckt das Programm alle Geräte der Modellreihe ab? Es gilt angeblich für MacBook-Pro-Modelle mit 13- und 15-Zoll-Bildschirm aus den Jahren 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017. Auch das 12"-MacBook von Anfang 2015, 2016 und 2017 ist angeblich abgedeckt.
"Staingate" – alles andere als ansehnlich.
(Bild: staingate.org)
Abdeckungszeitraum: Unklar, offenbar vier Jahre ab Kaufdatum.
Details: Das Netzteil kann laut Apple “in seltenen Fällen” überhitzen. Es war bei iPhones zwischen 2009 und 2012 beigelegt und wurde in diesem Zeitraum auch einzeln verkauft. Die überarbeitete Fassung trägt die Modellnummer 1400 und soll für das Problem nicht mehr anfällig sein.
Betroffene Produkte: Apples Netzteilstecker
Symptom: Stifte können abfallen und Metall freilegen.
Art des Programms: Austausch (kostenlos).
Apples ältere Netzteilstecker lassen sich umtauschen.
(Bild: Apple)
Deckt das Programm alle Exemplare ab? Nein, nur Netzteilstecker, bei denen eine regionenspezifische Kennzeichnung durch drei Buchstaben fehlt – in Europa ist das “EUR”.
Details: Das Problem kann bei Netzteilsteckern auftreten, die zwischen 2003 und 2015 mit Apple-Hardware verkauft wurden und vor allem iPads und Macs beilagen.
Die betroffenen Netzteilstecker waren auch Teil von Apples Reiseadapter-Set.
Betroffenes Produkt: Apples USB-C-Ladekabel
Symptom: Von Apple nicht näher spezifizierte “Probleme” aufgrund eines Konstruktionsfehlers.
Art des Programms: Austausch (kostenlos).
Deckt das Programm alle Exemplare ab? Nein, nur USB-C-Ladekabel, die bis Juni 2015 dem 12-Zoll-MacBook beilagen und auf denen noch keine Seriennummer hinter dem Aufdruck “Designed by Apple in California. Assembled in China.” vermerkt ist.
Zeigt das USB-C-Kabel keine Seriennummer, ist es betroffen.
(Bild: Apple)
Abdeckungszeitraum: Läuft nur noch bis zum 8. Juni 2018.
Details: Betroffene Nutzer, die ihren Mac bei Apple registriert haben, sollten das Austauschkabel automatisch erhalten haben. Alle anderen Käufer müssen sich aktiv an den Hersteller wenden.
Betroffenes Produkt: USB-Netzteile von Drittherstellern
Art des Programms: Rücknahme.
Deckt das Programm alle Exemplare ab? Ja.
Symptom: Sicherheitsrelevante Mängel bei Netzteilen.
Abdeckungszeitraum: Kein Enddatum genannt.
Äußerlich sind die Fälschungen teils nur schwer von Apples Original-USB-Netzteil zu unterscheiden.
Details: Apple nimmt USB-Netzteile von Drittherstellern generell zurück, hauptsächlich geht es hierbei wohl um Fälschungen und Nachbauten. Durch Konstruktionsfehler könnten diese USB-Netzteile ein Sicherheitsrisiko darstellen, so der Hersteller.
Nutzer können derartige Netzteile deshalb bei Apple abgeben, diese sollen “umweltfreundlich entsorgt” werden. Ursprünglich bot der Konzern betroffenen Nutzern den verbilligten Kauf eines Original-Apple-Netzteils an, diese Aktion ist aber schon 2013 ausgelaufen.
Details: Da dieser Beats-Lautsprecher “in seltenen Fällen überhitzen kann”, haben Käufer die Möglichkeit, ihn an Apple zurückzuschicken – und im Gegenzug eine Zahlung von 300 Euro zu erhalten. Nach Ausfüllen eines Web-Formulars sollen Nutzer von Apple einen frankierten Karton zur Einsendung des Lautsprechers erhalten. Die Auszahlung des Betrages erfolge dann nach rund drei Wochen, so Apple.