Ältere iPhones: Alte App-Versionen installieren, archivieren und weiternutzen | heise online

Ältere iPhones: Alte App-Versionen installieren, archivieren und weiternutzen

Wer mit einem älteren iPhone Apps herunterladen will, erhält oft die Fehlermeldung, sie seien nicht mehr kompatibel. Mac & i zeigt Workarounds und gibt Tipps.

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Alte iPhone-Apps installieren, archivieren und weiternutzen
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Inhaltsverzeichnis

Ein iPhone 6 oder iPad 4 muss nicht zum alten Eisen gehören. Solange der Akku noch Saft liefert und das Display leuchtet, erlauben betagte iOS-Geräte eine Menge Einsatzmöglichkeiten. Im App Store wundert man sich jedoch: Selbst Apple-Apps wie Pages, Keynote und GarageBand lassen sich nachträglich nicht mehr installieren. Dabei liefen alle auf genau diesem Gerät jahrelang anstandslos. Apple hat sie mittlerweile durch neuere Versionen ersetzt, und deren Mindestanforderungen passen nicht zum Gerät.

Wenn eine aktuelle App nicht mit der iOS-Version kompatibel ist, erlaubt der App Store weder Kauf noch Download. Solange man eine Apple-ID benutzt, mit welcher eine bestimmte App früher schon einmal gekauft oder heruntergeladen wurde, ist der Weg zur Retro-Version zum Glück recht einfach.

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  • Über die Verkaufshistorie ist es möglich, ältere Versionen erworbener Apps am iPhone oder iPad herunterzuladen.
  • Wer seine iOS-App-Store-Einkäufe langfristig sichern will, muss sich in Zukunft selbst darum kümmern, iTunes 12.7 macht es nicht mehr.
  • Der Download von iTunes 12.6 stellt die App-Verwaltung wieder her.
  • Aus dem App Store verschwundene Apps kann man mittels Finder und Time Machine wiederherstellen.

Verweigert der App Store den Download einer App, muss man nicht aufgeben. Mit dem passenden Workaround lässt sie sich dennoch installieren.

GarageBand für das iPad gibt es bereits seit 2011: Alle iPads, das iPhone ab dem 3GS und der iPod touch ab der dritten Generation unterstützen die Musik-App. Aktuell erfordert sie jedoch das neue iOS 13 – da bleiben selbst Besitzer eines iPhone 6 außen vor.

In einem solchen Fall ist es einfach, an alte Versionen zu gelangen: Wollen Sie eine ältere Version etwa auf Ihrem iPad 2 herunterladen, müssen Sie in die Liste der getätigten Käufe wechseln und sie dort aufspüren.

Je nach Gerät und iOS-Version befindet sich diese Kaufhistorie an unterschiedlichen Orten:

  • Auf älteren iPhones findet sie sich unter iOS 8 bis 10 als oberster Eintrag unter "Updates".
  • Am iPad erscheint sie als eigener Eintrag in der unteren Icon-Leiste.
  • Unter iOS 11 und 12 muss man in der Updates-Ansicht erst auf das Account-Porträt in der Ecke oben rechts klicken, um dann "Käufe" auswählen zu können.

Die Käufe-Ansicht ist chronologisch geordnet; bei umfangreichen Sammlungen kann die Nachforschung per Scrollen schnell ermüden. Zum Glück kann man auch suchen: iPads bieten in der oberen linken Ecke ein Suchfeld; auf iPhones ziehen Sie die Liste ein Stück nach unten, um das Eingabefeld zu offenbaren.

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Nach einem Tipp auf das Download-Symbol (Wolke mit Abwärtspfeil) neben "GarageBand" bietet der App Store die letzte kompatible Version für das jeweilige iOS an; für das iPad 2 zum Beispiel 2.1.1.

Die Ansicht "Käufe" im App Store erlaubt den Download auch älterer iOS-App-Versionen.

Erscheint das Download-Symbol nicht, stellen Sie zunächst sicher, dass auch auf dem Gerät jene Apple-ID für den iTunes Store eingestellt ist, mit der Sie die App schon einmal gekauft haben.

Dafür öffnen Sie die Systemeinstellungen und schauen unter "iTunes & App Store" nach, ob die angegebene E-Mail-Adresse mit der am Mac übereinstimmt.

Übrigens können Sie kurzfristig auch die Apple-ID wechseln, um eine App mit Ihrem Zweit-Account herunterzuladen. Direkt nach dem Wechsel der Einstellung erscheint im App Store die dazugehörige Kaufhistorie. Die einzige Einschränkung, die Sie befürchten müssen: Bei Updates würde die App erneut nach dem Kennwort der alternativen Apple-ID fragen. Die obsoleten App-Versionen werden jedoch höchstwahrscheinlich nie wieder aktualisiert.

Alternativ wechseln Sie die Apple-ID auf einem iOS-13-Gerät, etwa einem iPhone X, und erwerben die App im für das Altgerät dedizierten Konto, um danach den Download der alten Versionen mit dem anderen Gerät zu ermöglichen. Das kann sich allerdings als ziemlich nervig entpuppen, denn beim Switch verschwinden die heruntergeladenen Musiktitel, Klingeltöne, Bücher und Filme.

Wer eine App zum ersten Mal auf einem älteren iOS-Gerät installieren will, guckt in die Röhre: Er kann die App nicht kaufen, obwohl sie theoretisch noch läuft. Eine Ursache ist der Umstieg auf die 64-Bit-Architektur, die Apple mit dem iPhone 5s, iPad Air und iPod touch 6G einführte. Seit Januar 2017 werden Neueinreichungen und Updates mit 32 Bit abgelehnt, seit iOS 11 laufen nur noch 64-Bit-Apps.

Zur gleichen Zeit begann Apple Apps, die von ihren Entwicklern nicht länger aktualisiert worden sind, von der Vertriebsplattform zu löschen. Es gab gute Gründe für die Entrümpelung, denn viele Titel liefen bereits unter iOS 10 nur noch instabil oder gar nicht mehr. Dabei verschwanden allerdings auch viele schöne Klassiker aus den frühen iPhone-Jahren, etwa die Spiele "Rolando" und "Super Monkey Ball" mit innovativer Neigungssteuerung.

Und auch wenn sie unter iOS 10 nicht funktionieren, können sie auf dem liebgewonnenen iPod touch noch zu viel Freude und neuen Highscores verhelfen. In diesem Fall hilft kein früherer Kauf: Auch wer diese Apps schon einmal bezahlt hat, bekommt sie nicht mehr heruntergeladen.

Apps kann man seit iTunes 12.7 nicht mehr vom Mac oder Windows-PC aus installieren. Sie tauchen nur noch als Dateifreigaben auf.

Eine weitere Neuerung erschwert die Installation alter App-Versionen: Mit iTunes 12.7 verschwand die App-Verwaltung aus der Medienverwaltung.

Somit kann man die Apps nicht mehr vom Rechner über Kabel oder WLAN auf das iOS-Gerät spielen, sondern nur noch auf diesem direkt installieren. Damit fiel aber leider auch eine Möglichkeit weg, seinen App-Bestand erneut auf ein iOS-Gerät zu kopieren.

Noch gibt es Mittel und Wege, alte Apps zu installieren. Im Anschluss zeigen wir, wie das dennoch klappt – mit oder ohne Apples Segen. Obendrein beschreiben wir, wie Sie in der Zukunft Apps sichern, um auch weiterhin die Kontrolle über sie zu behalten.

Eine aus dem App Store verschwundene App muss nicht komplett verloren sein: Wer seine iOS-Einkäufe gesichert hat, kann sie wiederherstellen, auch mit iTunes 12.7 (und neuer).

Beinahe zehn Jahre lang war iTunes die zentrale App-Verwaltung für iPhones, iPod touches und iPads. Im integrierten App Store konnte man Programme für die Mobilplattform erwerben und sie via Kabelverbindung oder WLAN aufs Gerät übertragen. Direkt mit diesem gekaufte Titel sicherte iTunes auf expliziten Wunsch ("Einkäufe übertragen" im Menü "Ablage/Geräte") auf der Festplatte von macOS oder Windows.

Dieser gesamte Bereich verschwand mit dem Update auf 12.7 aus iTunes. Seitdem verwehrt Apple den Anwendern, iOS-Apps am Desktop zu kaufen, um sie dann auf iPhone oder iPad zu übertragen. Auch löschen oder neu sortieren kann man sie nicht mehr. Ganz drastisch war der Durchgriff nicht: Der dedizierte Speicherbereich von Apps lässt sich weiterhin mit Dokumenten versorgen oder deren Inhalte sichern. Das findet im Eintrag "Dateifreigabe" im Bereich "Einstellungen" statt.

Wer seine Apps gesichert hat, kann sie ab iTunes 12.7 noch per Drag & Drop auf seinem iOS-Gerät installieren – auch ältere Versionen.

Die Sammlung bisher heruntergeladener iOS-Apps ließ Apple ebenfalls intakt – verbirgt sie jedoch vor dem Anwender.

Gut zu wissen: Sie befindet sich im Nutzerordner unter "Musik/ iTunes/iTunes Media", bei älteren iTunes-Installationen auch "iTunes Music". Der darin enthaltene Unterordner "Mobile Applications" birgt eine Kopie jeder geladenen iOS-App als Datei mit der Endung ".ipa". Die Versionsnummer ist Teil des Dateinamens. So steht da etwa "Rolando 1.9.ipa" für den Plattformer mit der Neigungssteuerung, "JR Hexatone 1.3.ipa" für den experimentellen Sequencer.

Die manuelle Installation alter App-Versionen unter iTunes 12.7 (und neuer) funktioniert übrigens weiterhin – per Drag & Drop. Dafür müssen Sie mit Ihrer Apple-ID angemeldet sein und zudem der Computer für deren Medieninhalte autorisiert sein. Das gelingt beides im Menü "Accounts". Steht im Kopf des Menüs bereits Ihr Name und die richtige E-Mail-Adresse, brauchen Sie nichts mehr zu ändern.

Zieht man mit der Maus eine App aus dem Ordner "Mobile Applications" auf ein Gerät in der iTunes-Seitenleiste, erscheint ein blauer Rand um dieses Gerät. Lässt man die Maustaste dann los, wird sie direkt auf das iOS-Gerät kopiert. Falls der blaue Rand um den Gerätenamen nicht erscheint, synchronisiert die Medienverwaltung wahrscheinlich gerade die Anwenderdaten. In dem Fall warten Sie ab, bis im Fensterkopf kein blauer Verlaufsbalken mehr sichtbar ist.

Problematisch an der Sache: Ist ein Titel kürzlich aus dem App Store verschwunden, kann sich die von iTunes gesicherte Version als zu neu für beispielsweise den reaktivierten iPod touch erweisen. Denn sobald eine App auf einem iOS-Gerät aktualisiert wurde, wird beim nächsten "Einkäufe übertragen" unter iTunes (bis 12.6) die bisherige App-Version gelöscht. Auch die programminterne Aktualisierungsfunktion ersetzte veraltete ipa-Pakete.

Doch wer seine iOS-Apps regelmäßig auf den Mac überträgt und Time Machine als Datensicherung verwendet, kann eine alte App-Version trotzdem noch wiederherstellen.

Time Machine kann dabei helfen, aus dem App Store verschwundene Klassiker wiederherzustellen.

Dafür öffnen Sie im Finder-Fenster den Ordner "Musik/iTunes/ iTunes Media/Mobile Applications" und klicken auf das Time- Machine-Symbol im Dock.

Alternativ klicken Sie auf das Icon in der Menüleiste und wählen "Time Machine öffnen". Mittels des Zeitstrahls auf der rechten Seite fahren Sie in der Wiederherstellungs-Ansicht zurück. Die Tabelle "iOS-Veröffentlichungsdaten und kompatible Apps" hilft Ihnen dabei, den richtigen Zeitpunkt zu finden.

Wollen Sie etwa eine App auf dem ersten iPod touch installieren, fahren Sie im Backup auf den Zeitpunkt vor der Veröffentlichung von iOS 4 zurück – also auf den 20. Juni 2010 oder früher. Befindet sich dort die gesuchte App im Ordner, wird sie garantiert auf dem Altgerät laufen. Falls nicht, probieren Sie es ein paar Wochen oder Monate in der Zukunft – vielleicht ist die zu iOS-4-Zeiten veröffentliche Version ja abwärtskompatibel.

iOS-Veröffentlichungsdaten und kompatible Apps
Systemversion Veröffentlichung Pages, Numbers, Keynote GarageBand iMovie relevant für
13 19.09.2019 5.1 2.3.7 2.2.7 (Mit iOS 14 obsolete Geräte)
12 17.09.2018 4.1 2.3.5 2.2.5 iPhone 5S, iPhone 6, iPad Air/mini/5G/Pro, iPod touch 6G und neuer
11 19.09.2017 3.3.1 2.3.2 2.2.4 –
10 13.09.2016 3.2 2.2.2 2.2.4 iPhone 5/5c, iPad 4
9 16.09.2015 2.6.2 2.1.1 (2?) 2.2.4 iPhone 4S, iPad 2 & 3, iPod touch 5G
7 18.09.2013 2.5.5 2.0.7 2.1.2 iPhone 4
6 19.09.2012 1.7.2 1.4.1 1.4.2 iPod touch 4G
5 12.10.2011 – 1.2.1 1.3.1 iPad 1, iPod touch 3G
4 21.06.2010 – 1.1 1.2.1 iPod touch 2G
3 17.06.2009 – – – iPod touch 1G

Über den Knopf "Wiederherstellen" befördern Sie die App in die Gegenwart. Vom Finder-Fenster aus können Sie die App auf den iPod touch übertragen: Schließen Sie das iOS-Gerät an, starten Sie iTunes, und ziehen Sie die Datei auf das iPod-Touch-Symbol in der Seitenleiste der Medienverwaltung.

iTunes 12.7 verwaltet keine Apps mehr und legt dementsprechend keine Kopien gekaufter Apps auf dem Mac ab. Um weiterhin Ihre Software sichern zu können, laden Sie eine Spezialversion der Medienverwaltung herunter.

Mit der Spezialversion iTunes 12.6 kehrt die App-Verwaltung auf den Mac zurück, die Apple in Version 12.7 gestrichen hat.

Für Business-Kunden, die ihre Apps mit dem Volume-Purchasing-Programm erwerben, stellt Apple auf seinen Support-Seiten eine spezielle iTunes-Version zur Verfügung – inklusive App Store.

Doch auch Privatanwender können sie verwenden: iTunes 12.6 steht für macOS und Windows zum Download bereit – mit einer Ausnahme: Unter macOS 10.15 Catalina funktioniert diese iTunes-Version nicht mehr.

Achtung: Das macOS-Installationspaket überschreibt die bisherige iTunes-Version, auch wenn sie neuer ist. Danach sieht der App Store von weiteren Updates ab, die den App-Bereich erneut entfernen würden.

Mit iTunes 12.6 erhalten Anwender den integrierten App Store und die manuelle Installationsmöglichkeit zurück. Mit ihr können Sie erneut "Einkäufe übertragen", um alte App-Versionen vom iOS-Gerät zu sichern. Dies scheint für die Zukunft die einzige Möglichkeit zu sein, die erworbenen Apps dauerhaft im Zugriff zu behalten.

Ein weiterer Vorteil dieser iTunes-Version: Mit ihr kann man am Desktop iOS-Apps kaufen, um sie selbstständig zu installieren. Dabei fragt der App Store nicht nach kompatiblen Geräten, sondern erwirbt klaglos Versionen, für die kein Gerät mit passendem iOS zugegen ist. Der Clou: Diese erscheinen dann auch auf älteren Geräten in der Kaufhistorie, von wo aus Sie die kompatiblen Versionen herunterladen können.

Ein Beispiel: Sie haben ein iPhone 4, dessen Betriebssystem mit iOS 7.1.2 ausgereizt ist. Darauf lagern viele Apps teilweise musealen Charakters. Sie haben es jedoch niemals mit einem Mac synchronisiert. Nun müssen Sie die Apps sichern, weil Sie das iOS-Gerät wiederherstellen oder durch ein baugleiches Gerät aus zweiter Hand ersetzen wollen. Zunächst bereiten Sie iTunes für diesen Einsatz vor.

iTunes 12.6 archiviert auf Wunsch die Apps eines iOS-Geräts. So hat man sie auch später noch im Zugriff, wenn sie nicht mehr im App Store stehen.

Öffnen Sie dessen Einstellungen und stellen Sie sicher, dass im Reiter "Downloads" die Option "Apps" deaktiviert ist. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass die Medienverwaltung heruntergeladene Apps eigenständig aktualisiert und mit einer – möglicherweise inkompatiblen – neueren Version überschreibt.

Im Menü "Accounts" melden Sie sich mit der Apple-ID an, die auf dem iPhone in den Einstellungen unter "iTunes & App Store" angegeben ist. Anschließend wählen Sie "Autorisierungen/Diesen Computer autorisieren", ebenfalls im Account-Menü. Sonst verweigert iTunes den App-Download. Dann beenden Sie iTunes fürs Erste.

Stellen Sie als nächstes sicher, dass Time Machine (oder ein alternativer Backup-Dienst) den iTunes-Ordner überwacht und Änderungen auf die Datensicherungs-Platte schreibt. Im Finder öffnen Sie (zum Beispiel mit der "Gehe zum Ordner …"-Funktion des Gehe-zu-Menüs, Tastenkürzel Cmd+Shift+G) den Ordner "Musik/iTunes/ iTunes Media/Mobile Applications". Falls Sie bereits andere iOS-Geräte mit diesem Mac synchronisieren, müssen Sie wahrscheinlich aufräumen. Denn iTunes sichert keine App, für die es in diesem Ordner eine neuere Version findet.

Wollen Sie nur ein, zwei Apps retten, entfernen Sie die neuzeitlichen Kopien aus diesem Ordner und legen ihn anderswo ab, etwa in einem neu angelegten "App Quarantäne"-Ordner im Musik-Ordner. Alternativ verschieben Sie vorläufig den gesamten Inhalt, beispielsweise auf eine externe Festplatte. Oder Sie richten sich eine separate Mediathek ein (siehe auch "Vorsicht bei mehreren Apple-IDs" weiter unten).

Nun schließen Sie Ihr iPhone 4 an den Mac an. Höchstwahrscheinlich startet iTunes automatisch, ansonsten klicken Sie auf das iTunes-Icon im Dock oder LaunchPad. Fragt die Medienverwaltung, ob sie den Mac mit dem iPhone synchronisieren soll, klicken Sie auf "Abbrechen", das ist für die Übertragung der iOS-Apps nicht notwendig. Dann wählen Sie "Einkäufe von 'iPhone 4' übertragen" aus dem Menü "Ablage/Geräte". Daraufhin zieht sich iTunes sämtliche Apps vom iPhone und legt sie in unter iOS 7.1.2 funktionierenden Versionen im Ordner "Mobile Applications" ab. Sicherheitshalber klicken Sie gleich auf "Backup jetzt erstellen" im Time-Machine-Menü rechts in der Menüleiste, um die zu Tage geförderten App-Zeitzeugen in der Datensicherung zu verewigen.

Nach kurzer Zeit erscheint eine rote "Update"-Markierung in der rechten oberen Ecke bei einigen der abgerundeten App-Icons.

Das bedeutet, dass iTunes eine neuere Version auf den Servern entdeckt hat. Das ignorieren Sie geflissentlich, sonst war die App-Archäologie für die Katz. Auch ein moderneres iOS-Gerät kann die mühevoll gesicherte Retro-App-Sammlung wieder verschwinden lassen (siehe "Vorsicht bei mehreren Apple-IDs"). In diesem Zustand der iTunes-Mediathek können Sie ohne weiteres ein neues, baugleiches Gerät mit Apps bestücken.

Vor jedem größeren iOS-Update sollten Sie erneut die Käufe übertragen, um stets die abwärtskompatiblen App-Versionen zu sichern.

Mit iTunes 12.6 installiert und sortiert man Apps bequem mit der Maus auf den Homescreens, wie man es sich seit Jahren angewöhnt hat.

iTunes 12.6 bringt noch eine weitere, von vielen Anwendern schmerzlich vermisste Funktion zurück: Sie bekommen Ihre Homescreens angezeigt und können darauf bequem mit der Maus die Apps umsortieren.

Apples Aufräumaktionen der letzten zwei Jahre hatten ihr Gutes, doch verursachten auch einige Kollateralschäden. Inzwischen mag man sich an die ersten iOS-Apps mit Wehmut erinnern, nur um festzustellen, das die damals gekauften Apps gar nicht mehr herunterzuladen sind.

Damit der Verlust nicht erst dann bewusst wird, wenn es zu spät ist, sollten Sie frühzeitig Ihre Apps mit iTunes 12.6 sichern. Nach der einmaligen Installation hält sich der Aufwand dafür in Grenzen. Doch eines ist offensichtlich: Für immer können Sie sich nicht darauf verlassen, dass die iTunes-Server Ihre gekauften Apps zum Download anbieten.

iTunes 12.6 eignet sich für die Sicherung mehrerer iOS-Geräte nur dann, wenn sie alle auf derselben Systemversion laufen. Die Medienverwaltung sichert stets nur eine Version einer App und bevorzugt dabei die neuere. Wer also ein iPad 3 und ein iPhone 5 sein Eigen nennt, wird beim regelmäßigen Übertragen der App-Käufe von beiden Geräten nur die iPhone-5-Apps in passender Version sichern.

Ambitionierte Anwender legen sich für das ältere Gerät eine zweite iTunes-Mediathek an, in die sie zum Synchronisieren des iPads wechseln. So bleiben die Bestände an iOS-Apps getrennt voneinander. Dafür beenden Sie iTunes, um es bei gedrückter Alt-Taste erneut zu starten. Dann fragt das Programm nach, welche Mediathek Sie verwenden wollen, oder ob Sie eine neue anlegen wollen.

Das kostet zusätzlichen Speicherplatz für die doppelte Medienablage (nicht nur Apps, sondern auch Musik und Filme werden getrennt verwaltet). Außerdem beschränkt dies auch die Zahl der mit den iTunes-Inhalten verknüpfbaren Macs: Maximal fünf Autorisierungen erlaubt Apple. Nutzt man eine Mediathek nur sporadisch für eine Apple-ID, empfiehlt es sich, sie nach jeder Verwendung im Menü zu de-autorisieren.

Eine separate Apple-ID für das iPad umgeht dieses Problem, allerdings muss man Medien und Apps für diese dann bei Bedarf neu kaufen. Die Zusatzausgaben umgeht wiederum die Familienfreigabe: Wer seinen Haupt-Account mit einer Kreditkarte verknüpft hat, kann die Einkäufe in bis zu fünf zusätzlichen Apple-IDs nutzen. Auf iPhones, iPads und dem iPod touch ist iOS 8 dafür die Minimalanforderung.

Apropos Minimalanforderungen: Für iCloud Drive bedarf es ebenfalls mindestens iOS 8. Mit einer Apple-ID, die Zwei-Faktor-Authentifizierung verwendet, funktionieren Geräte mit iOS 9 oder neuer.

Wer eine neuere Version als iTunes 12.6 parallel nutzen möchte, etwa um einen HomePod anzusprechen, muss mit zusätzlichen Hürden rechnen. Denn unterschiedliche iTunes-Varianten im selben System duldet macOS nicht. Da hilft nur eine externe Festplatte oder eine zusätzliche Partition mit einem eigenständigen Betriebssystem. Das bedeutet noch mehr Umstände, schließlich muss man den Mac dann zum iTunes-Wechsel komplett neu starten.

Zudem verbraucht ein zusätzliches System immens viel Speicherplatz: Mindestens 20 GByte sollte die Partition eingeräumt bekommen, plus mindestens den Umfang der aktuellen App-Sammlung. Auf einer externen Festplatte oder SSD installiert, macht diese Methode einige Nachteile wieder wett, denn so ist die App-Store-fähige iTunes-Installation unabhängig vom verwendeten Mac.

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(lbe)