BMW verrät neue Details zum E-Auto i3
BMW hat in London neue Details zur Submarke „i“ vorgestellt. Im Mittelpunkt stand dabei der i3 im kommenden Jahr in den Handel kommen soll. Für soll es ein neues Vertriebskonzept und ein zugeschnittenes Pedelec geben
- rhi
München, 13. Juni 2012 – London gehörte vor einigen Jahren zu den ersten Großstädten weltweit, die eine City-Maut eingeführt haben. Das sollte die Luftqualität in der britischen Hauptstadt verbessern. Elektroautos sind von dieser Maut bis auf weiteres ausgenommen. Kein Wunder also, dass sich BMW ausgerechnet London für die Präsentation weiterer Details zur neuen Submarke „i“ ausgesucht hat. Im Mittelpunkt stand dabei der i3, der schon auf einigen Messen gezeigt wurde und im kommenden Jahr in den Handel kommen soll.
Nachwachsende Materialien
Im Innenraum des BMW i3 Concept sollen nachwachsende Rohstoffe wie Leder, Eukalyptus-Holz, Naturfasern und Wolle zum Einsatz kommen. Interessant ist die Aufgliederung des Innenraums: Kein Mitteltunnel teilt ihn, die Insassen können auf durchgehenden Sitzbänken leicht die Seite wechseln, um etwa in engen Parklücken besser auszusteigen. Die freistehende Lenksäule nimmt die wichtigsten Elemente wie Kombiinstrument, Start-Stopp-Taste und Gangwahlhebel auf. Die Steuerung von Klimaanlage und Radio ist in die Instrumententafel integriert. Drei große Displays sollen die Schnittstelle zwischen Fahrzeug, Außenwelt und Passagieren bilden. Es handelt sich um ein 6,5 Zoll großes Kombiinstrument auf der Lenksäule, ein 8,8 Zoll großes Zentraldisplay sowie, darunter angeordnet, ein Display für Klima- und Audiofunktionen.
BMW verrät neue Details zum E-Auto i3 (25 Bilder)

Der BMW i3 soll 2013 auf den Markt kommen.
Fahren und Laden
Bereits bekannt ist die Technik des i3 Concept: Das überwiegend aus Aluminium-Komponenten gefertigte "Drive-Modul" integriert den Antrieb, die Batterie und das Fahrwerk, während es sich beim "Life-Modul" um eine Fahrgastzelle aus kohlefaserverstärktem Kunststoff CFK handelt. Der Elektroantrieb leistet 125 kW und stellt ein maximales Drehmoment von 250 Nm bereit. Dieses Drehmoment steht schon beim Anfahren zur Verfügung. Ein einstufiges Getriebe übernimmt die Kraftübertragung auf die Hinterräder.
Für den Sprint von null auf 60 km/h benötigt der kompakte Wagen weniger als vier Sekunden, die 100-km/h-Marke soll in unter acht Sekunden fallen. Maximal sind 150 km/h möglich, verspricht BMW. Für die Energieversorgung sind im Unterboden montierte Lithium-Ionen-Akkus verantwortlich. Sie können an einer normalen Steckdose in sechs Stunden aufgeladen werden, mit einer Schnellladevorrichtung stehen nach einer Stunde 80 Prozent bereit.
Passende Fahrräder
In das Heck des BMW i3 Concept passen zwei speziell entworfene Pedelecs aus Aluminium und Kohlefaser. Sie lassen sich für den Transport im Kofferraum zusammenfalten, aber es existiert auch ein handlicher Schiebemodus für die Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das unter 20 Kilogramm wiegende Elektro-Fahrrad wird mit Unterstützung des E-Motors bis zu 25 km/h schnell, eine Batterieladung soll für 25 bis 40 Kilometer reichen. Die Aufladezeit: vier Stunden normal, mit Schnellladung 1,5 Stunden. Was dieses Mehr an Flexibilität kosten wird, steht noch nicht fest.
Neue Vertriebswege
Der Verkauf der BMW-i-Produkte soll vorerst nur in ausgewählten Märkten über ein so genanntes Mehr-Kanal-Modell erfolgen. Zusätzlich zu den normalen Vertragshändlern sollen mobile Verkaufsaußendienste und der Kauf über das Internet angeboten werden. Alle neuen Vertriebskanäle werden untereinander vernetzt. Der Kunde kann ein Fahrzeug wahlweise leasen oder kaufen. Dabei schließt er immer einen Vertrag mit BMW ab und nicht mit dem Vertragshändler. Zum Start im nächsten Jahr werden voraussichtlich etwas mehr als zehn Prozent der europäischen BMW-Händler die i-Modelle verkaufen, man will sich vorerst auf die Ballungsräume konzentrieren.
Im Lieferumfang enthalten ist ein Komplettpaket namens 360 Grad Electric: Es umfasst eine Wallbox samt Installation und Ökostrom für das Laden zu Hause, die Möglichkeit, öffentliche Ladestationen zu reservieren, und die Nutzung von Carsharing-Angeboten. Trotz allem wird der i3 kein Angebot für jeden, denn schon der Basispreis soll bei knapp 40.000 Euro liegen. Und vermutlich wird BMW bei der Erstellung der Aufpreisliste die gleiche Kreativität an den Tag legen wie bei den konventionell betriebenen Modellen. (imp)