Fahrbericht Mercedes GLA 200 d 4matic | heise autos

Fahrbericht Mercedes GLA 200 d 4matic

Im Raum der SUV-Spielarten steht der Mercedes GLA ganz unten: Man sitzt niedrig, es gibt weniger Bodenfreiheit als in einem Golf und das Fahrwerk ist sehr hart. Wahrscheinlich gefällt der Zielgruppe der GLA genau deswegen

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Mercedes GLA
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Inhaltsverzeichnis

Mit dem ersten GLA bot Daimler 2014 Kunden in der gut gehenden Kompaktklasse ein SUV an. 2017 bringt Stuttgart ein Modellupdate. Die Auslegung blieb exakt dieselbe: Der GLA schaut etwas anders aus als die A-Klasse, seine Zugeständnisse zum SUV-tum sind jedoch eher gering – vielleicht, damit das A-Klasse-Chassis stabil fährt. Vielleicht gibt es noch gebrannte Ingenieurskinder aus der Entwicklung der ersten A-Klasse. Der Wagen baut jedenfalls nicht besonders hoch. Du sitzt auch nicht besonders hoch, nur etwas höher. Gut 13 cm Bodenfreiheit reichen ihm. Es gibt keine Geländeräder, wie es sie für den GLC und E gibt. Und doch würde ich sagen, dass ein Kunde des neuen GLA seine Freude mit diesem Fahrzeug haben könnte – selbst im Busch.

Die Freude wird natürlich jene des Straßenfahrers abseits des Asphalts bleiben, denn auch die 3 cm mehr Bodenfreiheit des "Offroad-Komfortfahrwerks" (321 Euro) machen aus dem GLA keine alte G-Klasse. Es gibt keine erkennbare Achsverschränkung. Wenn es hübbelig wird, hängt also ständig mindestens ein Rad in der Luft herum. Der Unterboden ist der einer A-Klasse. Die Nase ist lang und aus Plastik. Die Differenziale sind offen. Die Hinterachse schaltet erst bei Schlupf zu, wenn sie überhaupt zuschaltet (Es gibt nicht alle Motoren mit Allradoption "4matic"). Und so weiter. Aber als jemand, der gern mit Straßenfahrzeugen Schlechtwegstrecken entlangschleicht, möchte ich das ausdrücklich empfehlen. Lieber auf Straßenrädern früh scheitern als unerfahren eine G-Klasse an der Steilwand umschmeißen.

Fahrbericht Mercedes GLA 200 d 4matic (28 Bilder)

Die aktuelle A-Klasse, Variante GLA. Man muss neidlos zugeben, dass es Daimler damit gelang, endlich jüngere Kunden mit ihren Kompakten anzusprechen. (Bild: Daimler)

Was Straßenräder dir beibringen, ist die nötige Vorsicht. Ich steige lieber einmal öfter aus (seit dem Marysville Incident auch zweimal öfter), als dass ich Felgen, Reifen oder Plastikschürzen riskiere. Um diese Vorsicht bequemer zu gestalten, besetzt Daimler den GLA mit vier Kameras, die das Umfeld des Wagens filmen und auf dem Mittelkonsolenbildschirm ausgeben. Sie zeigen natürlich, was direkt vor oder hinter dem Wagen passiert, es gibt jedoch auch seitliche Kameras, die die Räder filmen und dir zeigen, wie viel Platz du auf der Brücke noch hast, wie nah dein Lack am Baum vorbeifährt und wie stark du die Lenkung gerade eingeschlagen hast. Diese Kameras fahren teilweise zum Schmutzschutz ein, damit sie auch im Winter oder Schlamm benutzbar bleiben. Damit hätte ich im Busch große Freude, denn ich könnte viel öfter einfach in der klimatisierten Kabine sitzen bleiben. Damit hätte ich aber auch im Alltag meine Freude, wenn ich millimetergenau den Randstein anparke oder genau mittig in die Waschanlage einfahre.

Daimler verbaut wie viele SUV-Hersteller auch eine Bergabfahrhilfe. Die ESP-ansteuernde Software funktioniert selbst bei steilen Ums-Eck-Stellen mit Lenken noch gut, und man kann am Tempomatenhebel die gewünschte Bergabfahrgeschwindigkeit einstellen. Ich habe noch niemanden getroffen, der diese Bergabassis benutzt (solche Personen mögen sich bitte per Mail melden, wenn sie weiterhin über diese Funktionen unterrichtet werden wollen). Den hier könnte man jedenfalls benutzen.

Praktisch die Haltefunktion der Bremse: einmal fest getreten leuchtet auf der Tachoeinheit ein "Hold" auf. Dann hält der Wagen die Bremse automatisch fest und du kannst dich aus dem Fenster hängen, falls die Kameras etwas nicht sehen. Ich würde jetzt nicht erwarten, dass ein GLA so weit kommt wie ein Bauern-Panda, aber ich würde schon erwarten, dass Leute damit etwas übers Fahren von Schlechtwegstrecken lernen können – mit einiger Freude und Bequemlichkeit. Und damit zurück auf die Straße.

Nach dem GLA 220 4matic auf dem Feldweg-Parcours suchte ich für den Straßenteil eine möglichst bürgerliche Kombination heraus, die sich wahrscheinlich großflächig verkauft. Das war der GLA 200 d mit 136-PS-Dieselmotor. Alle Diesel im GLA kommen ohne Harnstoffeinspritzung mit NOx-Speicherkat. Ich vermute daher (nicht als Einziger), dass Daimler in der 2018 folgenden Kompaktgeneration diese Motoren komplett durch das neue Hightech-Chemiewerk OM 654 ersetzt, das in der E-Klasse debütierte. Sollte die blaue Plakette doch kommen: Die Motoren wurden nach Euro 6b zugelassen, sollten also einfahren dürfen. Bei generellen Diesel-Fahrverboten wird dem Pendler wohl auch das neue Chemiewerk nichts nutzen.

Im 200 d interessierten mich vor allem die Cruiser-Qualitäten. Durch den Stadtverkehr fährt es sich im GLA sehr angenehm. Die Sicht nach vorne und aus den Seitenfenstern ist okay. Nach hinten wird es durch das komische Fenster unübersichtlich, da habe ich häufig die Rückfahrkamera verwendet. Der Totwinkelwarner verlangt ein paar Meter mehr Platz als die Fahrzeuglänge zum Einscheren, nervt aber auch nicht über Gebühr.

Auf der Autobahn dann brummte der Motor so sanft, dass die Beifahrerin sofort einschlief und ich fast mit. Genau so mag der Langstreckendieseler das. Der Momentanverbrauch bei Tempomat 130 zeigte je nach Steigung zwischen gut 5 und gut 6 Litern Diesel pro 100 Kilometer an, was ich für realistisch halte. Sehr gut gefiel mir der Spurhalteassistent. Schon geringste Lenkimpulse überzeugen ihn, dass der Fahrer absichtlich die Spur wechseln will und nicht gerade versehentlich abdriftet. Eine Verbesserung selbst gegenüber der S-Klasse. Man kann den Assistenten nachts ohne Verkehr also eingeschaltet lassen.

Minuspunkte sammelt der GLA bei mir dafür, dass die Feder-Dämpfer-Elemente selbst auf "Comfort" gestellt zu hart sind. Bei Querfugen vibriert das ganze Auto unangenehm. Es regt außerdem in bestimmten Fahrzuständen irgendetwas in der Innenverkleidung zum Schnarren an. Nun sind die Ingenieure in Sindelfingen oder wo sie das Ding entwickelten ja nicht dumm. Sie werden schon wissen, wie man ein Fahrwerk abstimmt. Meine Vermutung lautet also, dass die harte Abstimmung mit Absicht geschah, weil die mit der aktuellen Kompaktgeneration deutlich jüngere Zielgruppe sich schneller vorkommt, je härter das Fahrwerk rumpelt. Jüngere finden in diesem Absatz also eine Empfehlung; Ältere eine Warnung.

Motorart Reihe
Zylinder 4
Ventile pro Zylinder 4
Hubraum in ccm 2143
Leistung in PS 136
Leistung in kW 100
bei U/min 3400 bis 4400
Drehmoment in Nm 300
bei U/min 1400 bis 3000
Antrieb Frontantrieb / Allradantrieb
Gänge 7
Getriebe Doppelkupplungsgetriebe
Radaufhängung vorn McPherson
Radaufhängung hinten Mehrlenkerachse
Räder, Reifen vorn 215/60 R 17
Räder, Reifen hinten 215/60 R 17
Bodenfreiheit in mm 13,4
Länge in mm 4417
Breite in mm 1804
Höhe in mm 1494
Radstand in mm 2699
Leergewicht in kg nach EU inklusive 68 kg Fahrer und 7 kg Gepäck 1595
Zuladung in kg 495
Kofferraumvolumen in Liter 421
Maximales Kofferraumvolumen in Liter 1235
Anhängelast, gebremst in kg 1800
Dachlast in kg 75
Tankinhalt in Liter 56
Höchstgeschwindigkeit in km/h 200
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,1
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,0
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 5,9
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,4
CO2-Emission in g/km 130
Schadstoffklasse Euro 6b
Modell Mercedes-Benz GLA 200 d 4matic
Grundpreis 37.943
Währung Euro
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Seitenairbags hinten 446
Kopfairbags hinten Serie
Manuelle Klimaanlage Serie
Klimaautomatik 607
Automatikgetriebe Serie
Navigationssystem 1071 (Garmin Map Pilot inklusive Vorrüstung)
CD-Player 60
Schiebedach 1416
Metallic-Lackierung 702
Leichtmetallfelgen Serie
Tempomat Serie
Modell Mercedes-Benz GLA 200 d 4matic
Preisliste Stand April 2017
Alarmanlage 488 (Diebstahlschutz-Paket)
Freisprecheinrichtung Serie
DAB+ (Digitalradio) 506
Soundsystem 815
Abstandstempomat 1023
Spurhalteassistent 536
Fahrwerksoption 1238 (adaptiv) oder 321 (Offroad-Komfort)
Einparksensoren vorn Serie
Einparksensoren hinten Serie
Einparkassistent 803
Totwinkelwarner 536
Elektrische Heckklappe 464
USB-Anschluss für Musik Serie
Lederlenkrad 208
LED-Scheinwerfer ab 1041
Sitzheizung 345
Keyless Serie
Rundumkameras und Offroad-Menü Serie
Fahrradträger (Dach) 150
Skiträger (Dach) 118 bis 198
Actioncam-Halter (an der Kopfstütze) 120
iPad-Halter für Fond (an den Kopfstützen) 205
Fahrradträger für AHK 560
Keyless Serie
Rundumkameras und Offroad-Menü Serie
Fahrradträger (Dach) 150
Skiträger (Dach) 118 bis 198
Actioncam-Halter (an der Kopfstütze) 120
iPad-Halter für Fond (an den Kopfstützen) 205
Fahrradträger für AHK 560
Keyless Serie
Rundumkameras und Offroad-Menü Serie
Fahrradträger (Dach) 150
Skiträger (Dach) 118 bis 198
Actioncam-Halter (an der Kopfstütze) 120
iPad-Halter für Fond (an den Kopfstützen) 205
Fahrradträger für AHK 560
Keyless Serie
Rundumkameras und Offroad-Menü Serie
Fahrradträger (Dach) 150
Skiträger (Dach) 118 bis 198
Actioncam-Halter (an der Kopfstütze) 120
iPad-Halter für Fond (an den Kopfstützen) 205
Fahrradträger für AHK 560
Keyless Serie
Rundumkameras und Offroad-Menü Serie
Fahrradträger (Dach) 150
Skiträger (Dach) 118 bis 198
Actioncam-Halter (an der Kopfstütze) 120
iPad-Halter für Fond (an den Kopfstützen) 205
Fahrradträger für AHK 560
Keyless Serie
Rundumkameras und Offroad-Menü Serie
Fahrradträger (Dach) 150
Skiträger (Dach) 118 bis 198
Actioncam-Halter (an der Kopfstütze) 120
iPad-Halter für Fond (an den Kopfstützen) 205
Fahrradträger für AHK 560
Keyless Serie
Rundumkameras und Offroad-Menü Serie
Fahrradträger (Dach) 150
Skiträger (Dach) 118 bis 198
Actioncam-Halter (an der Kopfstütze) 120
iPad-Halter für Fond (an den Kopfstützen) 205
Fahrradträger für AHK 560

(cgl)