Reif für eine Beförderung
Peugeot will mit dem modernen Van Traveller der Konkurrenz Kundschaft abjagen. Die Chancen dafür stehen eigentlich nicht schlecht, gerade weil die Franzosen nicht versuchen, das Segment neu zu erfinden
München, 15. Februar 2016 – Geht es Ihnen ähnlich? In meinem Umfeld ist unter den genannten Traumautos erstaunlich oft der VW Bus weit vorn. Damit scheint mein Freundeskreis nicht allein zu sein, wie ein Blick auf die Gebrauchtwagenpreise zeigt: Die Riesen sind begehrt und dementsprechend teuer. So konnte VW es sich leisten, die jüngsten Modellwechsel ohne große optische Veränderungen zu vollziehen, obwohl der Bulli in dieser Form seit 12 Jahren auf dem Markt ist und es durchaus auch Konkurrenz gibt. Mit dem neuen Traveller dürfte dazu auch Peugeot gezählt werden.
Peugeot ging dabei den Weg eines möglichst geringen Risikos, denn optisch ähnelt dem Traveller dem Vorbild von Volkswagen aus nahezu jeder Perspektive. Das wirkt nicht modisch, aber zeitlos und passt somit gut zu einem pragmatischen Auto. Denn das sachliche Design hat seine Vorteile. Zu einem dürfte die Übersicht halbwegs passabel sein, zum anderen sind die kurzen Überhänge einer gewissen Handlichkeit zuträglich.
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Kurz und groß
Peugeot bietet den Traveller in drei Längen, zwei Versionen und vier Dieselmotoren an. Die kürzeste Variante unterbietet mit 4,6 m die meisten Kombis der Mittelklasse und bietet trotzdem enorm viel Raum. Mit fünf Sitzen soll noch ein Kofferraum von 2000 Litern übrig bleiben. Die beiden längeren Versionen sind 4,95 m und 5,3 m lang. Baut man alle Sitze aus, sollen in die Langfassung bis zu 4900 Liter Gepäck hineinpassen.
Die Ausstattungsvarianten Active und Allure richten sich an Privatpersonen und sind mit fünf, sieben oder acht Sitzen ausgestattet. „Shuttle“ richtet sich an gewerbliche Kunden, die Personen transportieren wollen. Shuttle Business hat fünf bis neun Sitzplätze, Shuttle Business Vip sechs oder sieben. Ein robuster Ableger mit nur zwei Sitzplätzen für Handwerker wird sicher folgen.
Schwach und stark mit Automatik
Die vier Dieselmotoren leisten 95, 115, 150 und 180 PS. Bei der schwächsten Maschine hat der Kunde die Wahl zwischen einem Fünfgang-Schaltgetriebe und einer Sechsgangautomatik, im Topmodell ist letzteres alternativlos. Bei beiden ist es eine Sechsgang-Wandlerautomatik von Aisin. Wir hoffen, dass Peugeot das Automatik-Angebot rasch auch auf die anderen Motoren ausweitet, zumal diese vermutlich im Fokus der Kunden stehen werden. Allen Motoren gemein ist der SCR-Kat mit AdBlue. Der Tank ist 22,4 Liter groß und soll für bis zu 15.000 Kilometer reichen. Das Additiv kann von außen nachgefüllt werden. Eine verbaute und nur schwer zugängliche Öffnung im Innenraum erspart Peugeot seinen Kunden.
Peugeot gibt dem großen Van einiges mit auf den Weg, was im Alltag hilfreich sein soll. Dazu zählen beispielsweise elektrische Schiebetüren, die mit einer Fußbewegung geöffnet werden können. Hat der Traveller ab Werk ein Navigationssystem, will Peugeot lebenslang viermal im Jahr aktualisierte Karten anbieten. In den ersten drei Jahren nach der Erstzulassung gibt es einen erweiterten Service. Dazu zählen dann beispielsweise aktuelle Verkehrsmeldungen von TomTom oder auch Standorte und Preise von umliegenden Tankstellen und Parkplätzen. Nach drei Jahren wird dieser Service kostenpflichtig, wobei Peugeot noch nicht verraten hat, was das dann kosten soll.
Natürlich kommt eine Neuvorstellung in dieser Klasse nicht ohne Assistenten auf den Markt. Peugeot bietet unter anderem Verkehrszeichenerkennung, Spurhalteassistent und adaptive Geschwindigkeitsregelung. Was davon in welcher Version serienmäßig sein wird steht derzeit ebenso wenig fest wie die Preise. Eine erste Orientierung liefert womöglich der VW T6. In der spärlich ausgestatteten, 4,9 m langen Basisvariante „Multivan Conceptline“ ist der ab 29.952 Euro zu haben. Der Traveller dürfte trotz besserer Ausstattung deutlich unter dieser Marke starten. Genaueres dazu verrät Peugeot sicher auf der Messe in Genf.
(mfz)