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Alternativprogramm

Knapp zwei Jahre ist der Seat Leon ST in seiner aktuellen Form auf dem Markt. Nun bekommt er einen Dreizylinder-Benziner mit 115 PS. Eine sehr ordentliche Kombination, wie unser Test zeigt, bei der eigentlich nur eine Kleinigkeit stört

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Seat
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Inhaltsverzeichnis

München, 21. Dezember 2015 [–] Jahrelang war Seat eines der wenigen Problemkinder in der Volkswagen-Familie. In den vergangenen Jahren lief es wieder besser, woran der Leon seinen Anteil hat. Er sieht etwas flotter aus als die eher pragmatisch wirkenden Parallel-Modelle von VW und Skoda. Zudem hat Volkswagen seine Updatepolitik zugunsten von Seat geändert. Ein paar Tage mit dem Leon ST zeigt jedoch, dass auch bei gleicher Plattform feine Unterschiede spürbar sein können.

Der Leon verdeutlicht einmal mehr, wie sehr eine Farbe ein Auto prägen kann. Der silberne Testwagen mit den serienmäßigen 16-Zoll-Alufelgen ist hervorragend für jene geeignet, die Straßenverkehr unter keinen Umständen auffallen möchten - das ideale Auto für Flucht oder Beschattung. Das gleiche Auto in einer anderen Farbe mit großen Felgen ist dagegen fast ein Eyecatcher.

Alternativprogramm (21 Bilder)

Der Seat Leon ST wurde vor zwei Jahren auf der IAA vorgestellt und ist seit Anfang 2014 im Handel.

Die praktischen Talente des Leon Kombi sind minimal schlechter ausgeprägt als in den Kombi-Modellen von Skoda Octavia und VW Golf. Der Seat wirkt etwas enger im Innenraum als die internen Konkurrenten. Messbar ist der Unterschied beim Kofferraum, wobei die Differenz nicht groß ist: Zwischen dem Octavia Combi und dem Leon ST liegen 23 Liter, sofern die hinteren Sitze nicht weggeklappt werden. Größer werden die Unterschiede beim maximalem Volumen: Hier ist der Octavia mit bis zu 1740 Litern erheblich aufnahmefähiger als der Leon, der maximal 1470 Liter bietet. Für eine Familie mit Kindern reicht das Platzangebot jedoch auch im Seat locker, solange kein Kinderwagen mitmuss. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass nur wenige Kombis solchen Anforderungen entsprechen. Zur Wahrheit gehört auch, dass der Leon ST mehr Gepäck fasst als beispielsweise ein aktueller Mondeo Turnier, der dabei aber deutlich länger ist.

Ein Unterschied ist auch beim verarbeiteten Kunststoff im Innenraum zu spüren, der Seat wirkt hier hemdsärmeliger als ein Golf. So grenzt der Konzern die Modelle untereinander etwas ab. Andererseits war der Leon der erste, der mit LED-Scheinwerfern angeboten wurde. VW zieht im Golf erst mit dem 2016er-Facelift nach, der Octavia wird sie wohl erst 2017 bekommen.

Bei einem nächtlichen Kaltstart staunten wir zunächst nicht schlecht, denn der Testwagen mit LED-Scheinwerfern bot nur fahles Licht. Des Rätsels Lösung: Wir hatten zwar die Scheiben freigekratzt, nicht aber die Scheinwerfer. Die liefern anscheinend nicht genug Abwärme, um bei frostigen Temperaturen selbst „aufzutauen“ – die Waschdüsen lösen das Problem. Das Licht ist dann gut, allerdings lenken die Scheinwerfer nicht mit.

An anderer Stelle wird der Seat ebenso sorgsam gepflegt wie der Golf. Auch er ist seit diesem Jahr mit dem neuen Einliter-Dreizylinder-Benziner zu haben, im Gegensatz zum Octavia, der diese Maschine vorerst nicht bekommt. Nicht der einzige Unterschied: Der 1.4 TSI mit 150 PS hat nur in Leon und Golf eine Zylinderabschaltung.

Der kleine Dreizylinder hat schon kürzlich im Golf überzeugt und macht seine Sache auch im Leon sehr manierlich. Ab etwa 1400/min ist ausreichend Kraft vorhanden, um flott voran zu kommen. Der Schub ließ im Testwagen erst oberhalb von 5000/min nach, der elastische Bereich ist also recht groß. Die Fahrleistungen sind näher am 1.4 TSI mit 125 PS als am 1.2 TSI mit 110 PS – sowohl subjektiv wie auch bei den Werksangaben. Wer nun ernsthaft meint, mit einem 115-PS-Kombi in dieser Klasse gerade so ausreichend ausgestattet zu sein, dem sei eine Erdung empfohlen. Es mag sein, dass es an meiner privaten Fahrzeugumgebung liegt. Dort findet sich nicht nur ein 97er Mondeo mit 90 PS, sondern gelegentlich auch der ähnlich alte Corsa mit dem 54-PS-Dreizylinder des Kollegen Pillau. Der Dreizylinder-Leon ist verglichen mit beiden eine Sportskanone, die ziemlich zackig auf Tempo 170 beschleunigt. Maximal verspricht Seat 202 km/h – wir haben das nicht ausprobiert, sondern bei 190 Schluss gemacht.

„Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“, reimte Wilhelm Busch einst. Der Dreizylinder klingt im Leon hell und durchaus sympathisch, doch die Geräuschdämmung ist hörbar sparsamer ausgeführt als im Golf. Abrroll- Wind- und Motorengeräusche ergeben auf der Autobahn spätestens ab Tempo 140 eine Melange, die zwar nicht ohrenbetäubend ist, verglichen mit den Besten in diesem Segment aber durchaus Raum für Verbesserungen lässt.

Versprochen wurde im Zyklus ein Verbrauch von 4,4 Litern. Im Gesamtschnitt des Tests waren es ziemlich genau zwei Liter mehr. Zur Ehrenrettung der kleinen Maschine muss allerdings gesagt werden, dass darin rund 700 Kilometer deutlich oberhalb der Richtgeschwindigkeit enthalten waren. Der Verbrauch stieg bei einem Tempo zwischen 160 und 180 km/h auf knapp acht Liter an. Im Alltag waren mit etwas Zurückhaltung Werte unter sechs Liter kein Problem, der Minimalrekord lag bei 5,3 Litern. Zum Vergleich: Der vor gut einem Jahr von uns gefahrene VW Golf 1.2 TSI war minimal durstiger. Auch an dieser Stelle mal ein Blick auf die genannten Fahrzeuge aus dem privaten Umfeld: Der Corsa lässt sich mit ähnlichen Werten fahren, der Mondeo braucht gut zwei Liter mehr – soviel zum Thema, in den vergangenen Jahren wäre beim Verbrauch nichts passiert.

Ein Blick in die Preisliste dämpft allerdings etwas die Freude an dieser gut zum Leon passenden Motorisierung. Der Dreizylinder kostet in der Ausstattung „Style“ nur 130 Euro weniger als der 1.4 TSI mit 125 PS. Der 1.2 TSI mit 110 PS ist 510 Euro billiger als der 1.0 TSI. Anders als der kleine Vierzylinder wird er aktuell auch nicht mit Doppelkupplungsgetriebe angeboten. Technische Gründe dafür kann es nicht geben, denn im auf gleicher Plattform aufbauenden Golf wird die Kombination aus dem Dreizylinder und einem Siebengang-DSG mit trockenen Kupplungen angeboten. Durchaus erwähnenswert ist auch die unterschiedliche Einstufung in der Typklasse: In der Haftpflicht ist der Dreizylinder in der Typklasse 18 (wie die beiden 1.2 TSI), der stärkere 1.4 TSI in der günstigeren 14.

Auch die beliebte Ausstattungslinie „FR“ bietet Seat in Verbindung mit dem Dreizylinder nicht an. Vor der Wahl dieser Version würden wir allerdings ohnehin dringend eine ausgiebige Probefahrt empfehlen. Denn außer nützlichen Dingen wie Lendenwirbelstützen und Klimaautomatik bringt sie neben optischem Zierrat auch 17-Zoll-Alufelgen und ein Sportfahrwerk mit. Doch schon der Testwagen mit Standardfahrwerk und 16-Zoll-Felgen verdeutlicht, dass dem Leon innerhalb des schon erwähnten Volkswagen-Trios die Rolle des Draufgängers zugedacht ist. Denn der Leon ist auch mit dieser Konfiguration sehr straff abgestimmt, was auf ordentlichen Landstraßen mit wenig Verkehr Spaß macht, bei Pisten mit baufälliger Oberfläche aber schon mal nervt.

Die Kosten für die Überführung hat Seat übernommen, jene für Kraftstoff der Autor.

Grundpreis 22.140
Währung Euro
Kopfairbags vorn Serie
Seitenairbags hinten 360
Kopfairbags hinten Serie
Manuelle Klimaanlage Serie
Klimaautomatik 360
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Automatikgetriebe -
Navigationssystem ab 760
CD-Player ab 320
MP3 Serie
Schiebedach 970
Metallic-Lackierung 585
Leichtmetallfelgen Serie
Sitzhöheneinstellung Serie
Tempomat Serie
Lederausstattung 1490
Nebelscheinwerfer Serie
Modell Seat Leon ST 1.0 TSI Style
LED-Scheinwerfer 1190
Digitalradio 210
Soundsystem 330
Einparkhilfe hinten 350
Einparkhilfe vorn und hinten 500
Diebstahlwarnanlage 270
LED-Scheinwerfer 1190
Digitalradio 210
Soundsystem 330
Einparkhilfe hinten 350
Einparkhilfe vorn und hinten 500
Diebstahlwarnanlage 270
LED-Scheinwerfer 1190
Digitalradio 210
Soundsystem 330
Einparkhilfe hinten 350
Einparkhilfe vorn und hinten 500
Diebstahlwarnanlage 270
LED-Scheinwerfer 1190
Digitalradio 210
Soundsystem 330
Einparkhilfe hinten 350
Einparkhilfe vorn und hinten 500
Diebstahlwarnanlage 270
LED-Scheinwerfer 1190
Digitalradio 210
Soundsystem 330
Einparkhilfe hinten 350
Einparkhilfe vorn und hinten 500
Diebstahlwarnanlage 270
LED-Scheinwerfer 1190
Digitalradio 210
Soundsystem 330
Einparkhilfe hinten 350
Einparkhilfe vorn und hinten 500
Diebstahlwarnanlage 270
LED-Scheinwerfer 1190
Digitalradio 210
Soundsystem 330
Einparkhilfe hinten 350
Einparkhilfe vorn und hinten 500
Diebstahlwarnanlage 270
Motorart Aufgeladener Benziner
Zylinder 3
Ventile pro Zylinder 4
Hubraum in ccm 999
Leistung in PS 115
Leistung in kW 85
bei U/min 5000 bis 5500
Drehmoment in Nm 200
bei U/min 2000 bis 3500
Antrieb vorn
Gänge 6
Getriebe Schaltgetriebe
Spurweite vorn in mm 1549
Spurweite hinten in mm 1520
Länge in mm 4535
Breite in mm 1816 (1975 mit Auenspiegeln)
Höhe in mm 1454
Radstand in mm 2636
Leergewicht in kg nach EU inklusive 68 kg Fahrer und 7 kg Gepäck 1236
Zuladung in kg 609
Kofferraumvolumen in Liter 587
Maximales Kofferraumvolumen in Liter 1470
Anhängelast, gebremst in kg 1000
Tankinhalt in Liter 50
Höchstgeschwindigkeit in km/h 202
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,8
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,4
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 5,4
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 3,8
Testverbrauch Minimum in Liter/100 km 5,5
Testverbrauch Gesamt in Liter/100 km 6,4
Schadstoffklasse Euro 6
Haftpflicht-Klasse 18
Teilkasko-Klasse 19
Vollkasko-Klasse 20
Modell Seat Leon ST 1.0 TSI Style

(mfz)