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Vorstellung: BMW X5

Nach nur fünf Jahren stellt BMW schon wieder einen neuen X5 vor, der die Talente des erfolgreichen Vorgängers konserviert. Verbesserungen im Detail bietet das große SUV reichlich, wirklich sensationell Neues ist nicht dabei

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BMW X5
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Inhaltsverzeichnis

Es ist nun fast 20 Jahre her, da kam mein damaliger Werkstattleiter Axel von einer Schulung zurück und erzählte uns von einer Fahrt im X5. Er war begeistert davon, in dieser Wuchtbrumme, angetrieben von einem 4,4-Liter-V8 mit 286 PS, auf der Autobahn eine Reihe von Leuten erschreckt zu haben. Mir war schon damals nicht klar, warum es diese dicke Packung sein muss, wo es diese wunderbare Maschine doch auch im 5er gibt. Heute wirkt der erste X5 im Vergleich mit aktuellen Modellen fast zierlich, SUVs sind im Straßenbild fest verankert. Die nun vorgestellte, vierte Auflage des X5 soll alles etwas besser können als ihr nur fünf Jahre gebauter Vorgänger, was gar nicht so einfach werden dürfte.

Hierzulande haben es große SUVs nicht gerade leicht. Sie stehen am Pranger, denn allzu leicht erfüllen sie sämtliche Klischees, die ihnen gern unterstellt werden: Schwer, durstig, dabei von gewaltigen Ausmaßen scheint diese Fahrzeugklasse geradezu eine ideale Zielscheibe zu sein. Der Vorwurf „Schwer“ lässt sich nicht entkräften: Schon ohne weitere Extras wiegt der neue X5 minimal mehr als 2,1 Tonnen. Wer sich den Diesel mit vier Turboladern zulegt, bewegt mindestens 2350 Kilogramm – sofern er Extras wie das große Glasdach oder das elektrisch versenkbare Kofferraumabdeckrollo nicht noch zusätzlich ordert. Bei der genutzten Verkehrsfläche schneidet ein BMW X5 nicht schlechter ab als ein 5er-Touring, der weniger Platz bietet.

Vorstellung: BMW X5 (24 Bilder)

BMW zeigt erste Bilder des vierten X5. Der wirkt noch etwas wuchtiger als der Vorgänger, was vermutlich ganz im Sinne von Kunden und Designern war.
(Bild: BMW)

Nicht ganz so einfach liegen die Dinge beim Verbrauch. Die Motoren sind effizienter geworden, allerdings sind die Ansprüche an Komfort, Sicherheit und Fahrleistungen stärker gewachsen als das Verlangen nach niedrigen Verbrauchswerten. Kleinere Modelle wie der X3 haben gezeigt, dass ein SUV bei gelassener Fahrweise durchaus kein Saufhaus sein muss, wobei die Kombination aus großer Stirnfläche und reichlich Gewicht natürlich keine Zutaten sind, die schlussendlich in einen Verbrauch münden, der Prius-Fans locken könnte. Hier muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass es global genügend solvente Menschen gibt, die dieses ausladende Format schätzen und den Verbrauch in Kauf nehmen.

Zu Beginn wird es den X5 mit zwei Dieselmotoren und zwei Benzinern geben, wobei einer hierzulande zumindest vorerst nicht angeboten wird. Die beiden Diesel sind beispielsweise aus dem 5er schon bekannt. Beide haben drei Liter Hubraum. Die schwächere Version bietet 620 Nm und 265 PS, womit der schwere X5 den Standardsprint schon 6,5 Sekunden erledigt und bis zu 230 km/h schafft. Die stärkere Ausführung konnten wir kürzlich im M550d testen – dort ist sie für wahrlich atemraubende Fahrleistungen gut. Vier Turbolader, 400 PS und 760 Nm sollten auch im X5 Fahrleistungen ermöglichen, die keiner braucht, manch einer aber wohl gern hätte. BMW nennt 5,2 Sekunden und 250 km/h. Als Verbrauch werden im WLTP 6 und 6,8 Liter angegeben. Homologiert sind alle neuen X5 in der Abgasnorm Euro 6d-TEMP. Zur Stickoxidnachbehandlung setzt BMW, wie schon beim Vorgänger, auf eine Kombination aus Speicher- und SCR-Kat. Die Euro 6d-TEMP macht Kniffe wie eine Optimierung allein auf den Prüfstand unmöglich, denn hier wird zusätzlich noch während der Fahrt gemessen.

In Europa nicht angeboten wird ein V8-Benziner mit 462 PS. Hierzulande müssen sich die Kunden mit einem Sechszylinder zufriedengeben, der immerhin 340 PS und 450 Nm bereithält. Er bekommt einen Partikelfilter, ohne den er schon die ab September 2018 gültige Abgasnorm Euro 6c nicht mehr schaffen würde. Im Laufe des Frühjahrs 2019 dürften weitere Motoren das Angebot erweitern. Wir rechnen mit einem Benziner unterhalb von 300 PS und einem weiteren mit rund 600 PS. BMW orientiert sich hier an der direkten Konkurrenz und wird gerade die leistungsorientierte Kundschaft kaum enttäuschen wollen. Im Laufe des nächsten Jahres kommt mit einiger Sicherheit mindestens ein Hybridantrieb hinzu.

Optisch bietet der X5 jene Wuchtigkeit, die die anvisierte Kundschaft offenbar so schätzt. BMW blieb beim Design erstaunlich konservativ, denn der X5 ähnelt dem aktuellen X3 gerade von vorn enorm. LED-Scheinwerfer sind serienmäßig, aber natürlich bietet die Aufpreisliste eine Möglichkeit, hier etwas mehr Geld auszugeben: Mit Laserlicht steigt die Reichweite des Fernlichtes von 300 auf 500 Meter, verspricht BMW.

Dazu werden allerlei Assistenten gereicht, die beim Lenken, Spurhalten und -wechseln, der Bewegung im Stau und dem Einhalten des Tempolimits hilfreich sein sollen. Natürlich wird auch der X5 selbstständig in eine Parklücke manövrieren können. Was davon serienmäßig ist, wird vermutlich in den kommenden Wochen kalkuliert, doch zumindest die europäischen Kunden dürfen sich auf eine lange Aufpreisliste einstellen. Auf der steht auch ein großes Glasdach mit 15.000 leuchtenden Grafikelementen. Wir hoffen doch sehr, dass man vom Telefon oder einer Cloud aus eine Wunschgrafik dort hinaufladen kann – elementarer Fortschritt kann manchmal ja so einfach sein.

Mit zwei Paketen lässt sich der X5 in Richtung offroad oder Sport verändern. Wobei hier keiner zuviel erwarten sollte, weder in die noch in die andere Richtung. Der X5 wird kein Geländewagen, kommt aber abseits befestigter Straßen sicher etwas weiter, als die meisten Besitzer sich mit diesem Koloss wagen werden. Mit dem M-Sport-Paket ließ sich der Vorgänger erstaunlich flink um die Ecken bewegen, doch ein agiler Straßenfloh wird dieser Brocken natürlich nicht.

Der anvisierten Kundschaft wird das mehrheitlich vermutlich egal sein, auch wenn der eingangs beschriebene Überraschungseffekt heute kaum mehr möglich ist. Die rasenden Riesen sind inzwischen Alltag auf vielen Straßen der Welt. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen, wenngleich der aktuelle SUV-Boom sich in der Klasse zwischen 4,15 und 4,5 Metern Länge abspielt. (mfz)