Wahrnehmungslehre für Fotografen
Ob Porträt, Food oder Cityscape – Licht entscheidet, welche Motivmerkmale das Auge findet. Ein Praxisleitfaden, der von der Sehforschung her denkt.
Das menschliche Sehen ist keine Kamera, sondern eine Merkmal-Maschine. Das Gehirn extrahiert aus einer Szene Kanten, Farben, Glanzlichter und Schattierungen und vergleicht sie mit Gelerntem. Dabei geht man grundsätzlich davon aus, dass das Licht von oben kommt. Diese Annahme ist so tief verdrahtet, dass Schatten für Betrachter keine Störungen sind, sondern Formhinweise. Wer fotografiert, arbeitet also nicht mit dem Licht, sondern mit den Regeln, nach denen wir Licht lesen.