Die Kunst der schwarzen Balken
Warum Filme nie richtig auf den Bildschirm passen
Oben und unten, rechts und links: Irgendwo sind immer schwarze Balken. Kaum ein Film nutzt den Platz auf 16:9-Fernsehern komplett aus. Unsere Reise durch die Filmgeschichte erklärt die technischen Hintergründe.
Die Veröffentlichung von Christopher Nolans „Die Odyssee“ hat die Diskussion um Bildformate neu entfacht. Allein dieser eine Film läuft in fünf verschiedenen Seitenverhältnissen von 1,43:1 bis 2,39:1. Auch im Heimkino ist die klare Ordnung zerfallen: Früher signalisierten schwarze Balken meist großes Hollywood, während TV-Produktionen den 16:9-Bildschirm vollständig ausfüllten. Heute wechseln selbst Serien, Arthouse-Dramen und Blockbuster munter zwischen schmalen, breiten und fast quadratischen Bildern.
Die Extreme reichen vom hochragenden „Der Leuchtturm“ in 1,19:1 bis zum schmalen Sehschlitz von Napoleon (1927) in 4:1. Viele IMAX-Produktionen wechseln das Format sogar mitten im Film. Was früher vor allem aus technischer Notwendigkeit wie den Abmessungen des Filmmaterials, der Kameratechnik und der Kinoprojektion entstand, dient bei modernen Digitalproduktionen zunehmend als bewusstes Gestaltungsmittel.