Von Karteikarten zur KI
Bibliotheksdaten werden zum Wissensdrehkreuz für alle
Die deutschen Bibliotheken öffnen ihre gemeinsame Datenbank zur Verschlagwortung für andere Einrichtungen. Entstehen soll ein großes Netzwerk, das Wissen aus allen Kultur- und Forschungseinrichtungen verknüpfen und schnell auffindbar machen soll. KI-Modelle könnten es anzapfen, um ihre Halluzinationen zu verringern.
Winston Churchill hatte es, Thomas Müller hat es auch und Neustadt sowieso: das Problem, dass ihre Namen nicht nur ihnen gehören. Diese sprachliche Unschärfe kann zu Verwechslungen führen, zum Beispiel weil Computersysteme Datensätze nicht zweifelsfrei identifizieren und voneinander abgrenzen können. Datenbanken bevorzugen daher Identifikatoren für Objekte, zum Beispiel für den einen Thomas Müller, der Fußballprofi beim FC Bayern war. Um Redundanz zu vermeiden, entwickelten sich im Bibliothekswesen dafür sogenannte Normdateien, Verschlagwortungsdatenbanken, die diese Identifikatoren zentral verwalten.
Für den deutschsprachigen Raum erledigt die Deutsche Nationalbibliothek diese Aufgabe in der sogenannten „Gemeinsamen Normdatei“ (GND) und öffnet diese für weitere Einrichtungen aus Kultur und Forschung. Von diesem großen offenen Wissensnetzwerk profitieren auch alle außerhalb dieser Institutionen, die hochwertige Daten suchen oder zur Verfügung stellen, wie Entwickler und Webseitenbetreiber. Über Schnittstellen können auch KI-Modelle diese Informationen nutzen, um Aussagen zu prüfen, sie mit Quellen zu belegen und um Halluzinationen zu verringern.