Neue Federn
Wie Behörden sich aus der Abhängigkeit von Microsoft befreien
Schleswig-Holstein war nur der Anfang: Immer mehr Behörden führen freie Office-Software ein, von kleinen Kommunen bis zu ganzen Landesverwaltungen. Das liegt nicht nur an Trump.
Die aktuellen Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der deutsche Staat läuft weiterhin mit Microsoft Office, trotz Donald Trump, trotz all der Sonntagsreden über digitale Souveränität. Aktuell haben Behörden bundesweit nur für rund 200.000 Nutzer das Cloudpaket openDesk abonniert, die vom bundeseigenen Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) bereitgestellte Microsoft-Alternative. Das sind nur rund 40.000 User mehr als im Oktober 2025. Der Marktanteil von openDesk ist damit weiterhin gering, denn bundesweit gibt es rund 5,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst, von denen der Großteil am PC arbeitet.
Allerdings häufen sich in jüngster Zeit die Meldungen, in denen Behörden verkünden, dass sie ihre Abhängigkeit von Microsoft reduziert haben – oder das bald tun wollen. Den Anfang machte Schleswig-Holstein, das Bundesland stellte im Herbst 2025 von Microsofts Mailsystem Exchange auf das quelloffene open-Xchange um. Parallel dazu migrierte die Landesregierung rund 80 Prozent der Nutzer in der Verwaltung von Microsoft Office zu LibreOffice. Mecklenburg-Vorpommern ersetzte vor Kurzem Microsoft SharePoint durch Nextcloud und will auch Microsoft Office loswerden. Berlin und Thüringen senden zumindest starke Signale in Richtung Open Source. In Baden-Württemberg nutzen bereits rund 85.000 Lehrkräfte openDesk zum Mailen, zur Unterrichtsvorbereitung und für das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten. Auf Bundesebene testen Mammutbehörden wie die Bundesagentur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung und die Bundeswehr diese freie Office- und Kollaborations-Suite. Und an der Basis des Staates melden erste kleine Kommunen den Umstieg auf openDesk (siehe ct.de/yv71).