Bit-Rauschen
Intel will vielleicht Speicherchips fertigen, KI-Blasenangst
Der Intel-Chef kokettiert öffentlich mit der Idee, wieder „Memory“ zu bauen. Anleger fürchten KI-Zirkelfinanzierungen und Milliardäre eine Vermögenssteuer.
Back to the Roots: Intel-Chef Lip-Bu Tan deutet an, dass seine Firma irgendwann wieder im RAM-Geschäft mitmischen könnte. Das ist für Intel ein historisches Thema, weil Speicherchips Ende der 1960er-Jahre die ersten Produkte des jungen Unternehmens waren. Um welche Art Speicherchips es diesmal geht, wollte Tan nicht verraten. Es handele sich zunächst um eine Art Liebhaberprojekt, für das er seinen alten Freund Seok-Hee Lee zu Intel zurückgeholt habe. Der ist nun Executive Vice President bei Intel Foundry, bringt aber Erfahrungen als Chef von SK Hynix mit, einem der weltweit größten DRAM-Hersteller. Das letzte Speicherchip-Abenteuer von Intel ging gründlich schief, das nichtflüchtige Optane Memory kostete Milliarden. Mit Z-Angle Memory hat Intel bereits ein RAM-Eisen im Feuer, es soll wohl eine Alternative zu High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger werden.
Derartige schnelle Speicherchips, die dicht neben den KI-Chips sitzen, müssen sehr enge Toleranzen einhalten, auch mechanische, elektrische und thermische. Deshalb sind sie anders als herkömmliche DDR5- oder DDR4-SDRAMs kein leicht austauschbares „Commodity“-Produkt, das mehrere konkurrierende Firmen in nahezu identischer Qualität liefern. Alle DRAM-Hersteller wollen weg vom Commodity-Markt mit seinen Preiskämpfen und extremen Schwankungen, dem legendären „Schweinezyklus“. Daher versuchen sie, Besonderheiten in ihre Speicherchips zu integrieren, etwa Rechenwerke für In-Memory-Computing. Einen Teil ihrer enormen Profite aus dem KI-Boom stecken sie in derartige Projekte.