Tipps & Tricks | c't | heise magazine
c't 22/2026
S. 168
Tipps & Tricks

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Alle bisher in unserer Hotline veröffentlichten Tipps und Tricks finden Sie unter www.ct.de/hotline

Virusmeldung von Firefox

Ich habe am rechten Bildschirmrand Benachrichtigungen von Firefox bekommen, die einen angeblichen Virus melden. Was hat es damit auf sich?

Bei den Meldungen handelt es sich um Web-Push-Benachrichtigungen. Firefox agiert hier nur als Überbringer: Irgendwann müssen Sie auf einer Webseite einen Dialog der Art „Möchten Sie Benachrichtigungen erhalten?“ mit „Erlauben“ oder in ähnlicher Weise bestätigt haben. Manchmal wird eine solche Abfrage auch mit einem Captcha verschleiert („Klicken Sie auf Zulassen, um zu bestätigen, dass Sie kein Roboter sind“). Ist die Bestätigung erteilt, darf die Seite Meldungen Ihnen Push-Nachrichten schicken.

Sind Sie sich nicht sicher, von wem eine solche Meldung stammt, überprüfen Sie die angegebene URL des Absenders. Bei den Meldungen auf dem Screenshot ist das beispielsweise die Domain quantbridgeorb.co.in. Diese gehört weder Microsoft noch McAfee. Als dieser Beitrag entstand, wurde sie vom Domainhändler Namecheap.com verwaltet, wie eine kurze Anfrage bei whois.com ergab.

Solche Meldungen dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer dubiosen Website führen, die Ihnen zum Beispiel ein „Reinigungstool“ unterjubeln will, das dann tatsächlich Schadsoftware ist. Solange Sie nichts installieren, sind diese Meldungen aber harmlos und lassen sich schnell deaktivieren.

Suchen Sie in Firefox unter „Einstellungen/Berechtigungen und Daten/Benachrichtigungen“ die fragliche Domain heraus und entfernen Sie sie. Praktisch ist dort auch das Häkchen „Neue Anfragen für das Senden von Benachrichtigungen blockieren“ – das erledigt das Thema dauerhaft. Alternativ funktioniert der Weg direkt über das Dreipunktemenü in der Benachrichtigung selbst. Dort lassen sich Meldungen der Seite abschalten. (jo@ct.de)

Lästige Werbung in Firefox lässt sich auf zwei unterschiedlichen Wegen permanent abschalten.
Lästige Werbung in Firefox lässt sich auf zwei unterschiedlichen Wegen permanent abschalten.

Mehr Tempo für Glasfaser

Bei DSL und im Kabelnetz hat die Differenz zwischen Upload- und Download-Geschwindigkeit technische Gründe. Ist das bei Glasfaser auch so?

Theoretisch ist in der Glasfaser genug Platz, um Terabit-Geschwindigkeiten in beide Richtungen zu übertragen – gleichzeitig. Allerdings wird in passiv gesplitteten optischen Netzen (PON) derzeit vorwiegend die Technik GPON (Gigabit Passive Optical Network) eingesetzt. Die entstand in den frühen 2000ern und bietet aufgrund der damaligen, größtenteils asymmetrischen Nutzung Datenrate von 2,5 Gbit/s im Downlink und 1,25 Gbit/s im Uplink. Davon abgeleitet sind die typischen Datenraten für Glasfasertarife, beispielsweise mit 300 Mbit/s Downlink und 150 Mbit/s Uplink – also im Verhältnis 2:1.

Da Bedarf und Nutzung für den Uplink steigen, ist die Datenrate bei neueren Techniken typischerweise symmetrisch. XGS- (10G-), 50G-, 100G- und 200G-PON werden zwar auch die Option haben, asymmetrisch zu arbeiten, die Netzbetreiber führen sie aber sehr wahrscheinlich als symmetrische Konfigurationen ein.

Diese Techniken können die Betreiber ohne weitere Umbauten an den bestehenden Netzinfrastrukturen zum Kunden einführen und aufgrund der in der Glasfaser zur Verfügung stehenden Bandbreite auch parallel zu den alten Techniken betreiben. Als Anwender muss man das Glasfasermodem erst ersetzen, wenn man die höheren Datenraten nutzen will.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Ihnen Ihr Provider irgendwann einen Flyer oder eine E-Mail mit der Frage „Lust auf mehr Bandbreite?“ zukommen lässt, weil die Technik nachgerüstet wurde, ohne dass Sie etwas davon mitbekommen haben. (amo@ct.de)

Linux-Dateimanager Nemo nicht im Menü

Ich nutze den Dateimanager Nemo unter Linux mit dem Wayland Compositor Niri und der Dank Material Shell (DMS). Sowohl im Anwendungsmenü als auch im Launcher liefert eine Suche nach „nemo“ kein Ergebnis. Der Dateimanager lässt sich nur mit dem Suchbegriff „Dateien“ auftreiben. Wie kann ich dafür sorgen, dass auch die Suche nach Nemo erfolgreich ist?

Die Suche bezieht ihre Informationen aus einer Datei mit der Endung .desktop unter /usr/share/applications. Um die darin hinterlegten Angaben zu ändern, kopieren Sie die Datei in Ihr Home-Verzeichnis nach ~/.local/share/applications, beispielsweise mit folgendem Konsolenbefehl:

cp /usr/share/applications/nemo.desktop \
  ~/.local/share/applications/nemo.desktop

Anschließend öffnen Sie die Datei ~/.local/share/applications/nemo.desktop in einem Texteditor. Falls Sie im Dateimanager danach suchen, blenden Sie mit Strg+H die versteckten Verzeichnisse ein, um sich zu .local durchhangeln zu können.Ändern Sie nun die Bezeichnungen hinter dem jeweiligen =. Statt Files soll hinter Name= nun Nemo stehen, bei Name[de]= ersetzen Sie Dateien durch Nemo. Speichern Sie die Datei, danach taucht in Niri/DMS im Menü direkt der neue Name auf. Bei anderen Desktops müssen Sie sich unter Umständen einmal neu . (lmd@ct.de)

Damit der Dateimanager Nemo auch unter seinem Namen im Anwendungslauncher gefunden wird, brauchen Sie nur eine Datei zu bearbeiten.
Damit der Dateimanager Nemo auch unter seinem Namen im Anwendungslauncher gefunden wird, brauchen Sie nur eine Datei zu bearbeiten.

DSL-Anschluss selbst resetten

Alle paar Monate fällt die Downlink-Geschwindigkeit meines DSL-Anschlusses von den gebuchten und meist gelieferten 100 Mbit/s dauerhaft auf einstellige Werte zurück. Ich merke das oft erst an langsamen Maildownloads und Rucklern bei Videostreams. Dann ist ein Anruf beim Providersupport fällig, was – sagen wir – mühselig ist. Wie kommt das und wie kann ich die Hotlinehölle vermeiden?

Den genauen Grund für solch drastische Geschwindigkeitseinbrüche trotz laut Routeranzeige schneller DSL-Verbindung kennen wir auch nicht. Sie lassen sich aber oft auch ohne Hotlineanruf beheben. Der Providersupport löst nämlich als ersten Diagnoseschritt nur einen sogenannten Port-Reset aus: Das Modem auf der Providerseite startet neu und baut die DSL-Verbindung komplett neu auf.

Solch einen Port-Reset können Sie mit etwas Glück selbst auslösen. Ziehen Sie am Router oder an der Telefondose das DSL-Kabel ab und warten eine Viertelstunde, bevor Sie es wieder einstecken. Kurze Unterbrechungen von wenigen Sekunden bis Minuten bewirken hingegen keinen Port-Reset. Berappelt sich anschließend Ihre DSL-Verbindung nicht, müssen Sie doch die Hotlineschleife nehmen. (ea@ct.de)

Fire TV als AV-Diagnose-Tool

Ich habe mir einen neuen Fernseher gekauft, der 4K-Wiedergabe mit 60 Hertz, HDR10, Dolby Vision und Dolby Atmos unterstützen soll. Als Zuspieler nutze ich einen Fire TV Cube, der an einem Audio/Video-Receiver hängt. Leider kann ich nicht immer klar erkennen, ob beim Fernseher alle Formate wirklich korrekt ankommen. Wie kann ich das prüfen?

Da Sie einen Fire TV haben, benötigen Sie kein weiteres Gerät, um herauszufinden, welche vom Zuspieler gelieferten Formate Ihr Fernseher wirklich abspielen kann beziehungsweise, ob diese korrekt vom Audio/Video-Receiver weitergeleitet werden. Denn Amazon hat in seinen Player einen Diagnosebereich integriert, in dem der Nutzer angezeigt bekommt, welche Formate beim HDMI-Handshake von der Gegenseite als unterstützt zurückgemeldet werden.

Die beiden Geräte können sich allerdings nur auf Formate einigen, die das Fire TV anliefern kann. Beim Cube haben Sie dabei aber eine gute Ausgangslage, da das Modell HDR, Dolby Vision und Dolby Atmos beherrscht.

Den angesprochenen Bereich finden Sie auf der Fire-TV-Oberfläche unter Einstellungen (auf der Startseite oben links unter dem Icon mit den drei Strichen) im Bereich „Töne und Bildschirm“ im Abschnitt „Audio- und Videodiagnose“. Bei Modellen, die Dolby Vision (und Dolby Atmos) unterstützen, können Sie zudem passende Testclips abspielen. Wird ein Format wider Erwarten nicht erkannt, lässt sich zudem unter „Troubleshooting Audio/Video Issues“ ein (englischsprachiger) Diagnosedurchgang starten.

In Ihrem Fall lohnt es sich, den Fire TV Cube zunächst direkt an den Fernseher anzuschließen und den Test auszuführen. Nutzen Sie ihn dann als Zuspieler am Audio/Video-Receiver und wiederholen Sie den Test. So erfahren Sie, an welcher Stelle der Kette es hakt. (nij@ct.de)

Fire TVs listen für jeden von ihnen unterstützten Audio- und Videocodec einzeln auf, ob auch die Gegenseite diesen akzeptiert.
Fire TVs listen für jeden von ihnen unterstützten Audio- und Videocodec einzeln auf, ob auch die Gegenseite diesen akzeptiert.

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