Multi-Faktor-Authentifizierung mit den richtigen Mitteln
Wer heutzutage keine Multi-Faktor-Authentifizierung nutzt, unterschätzt die vorhandenen Bedrohungen. Nicht jeder zweite Faktor schützt allerdings auf demselben Niveau. Phishingresistente Verfahren haben sich als technisch notwendig erwiesen und werden regulatorisch in immer mehr Sektoren Pflicht.
Nach wie vor funktioniert Authentifizierung vorwiegend über Passwörter. Immer wieder scheiterten die Versuche, Anwendern die Nutzung sicherer Passwörter nahezubringen. Auch im Jahr 2026 führen immer noch „123456“ und „admin“ die Liste der beliebtesten Passwörter an. Doch auch eine konsequente Nutzung starker und sicher verwalteter Passwörter schützt nicht, wenn der genutzte Rechner bereits kompromittiert ist. MFA (Multi-Faktor-Authentifizierung) versucht, dieses Dilemma aufzulösen.
Im kommerziellen Umfeld etablierten sich ab 1986 die von RSA hergestellten SecurID-Token. Diese zeigen bei jeder Authentifizierung einen neuen Code an, den man zusätzlich zum Passwort eingeben muss. Daneben entstanden Smartcards mit X.509-Zertifikaten als hardwarebasierter Sicherheitsanker. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt dieses Mittel vor allem im Hochsicherheitsbereich zwingend für eine Authentifizierung vor. Im privaten Umfeld waren es anfänglich hauptsächlich TAN-Listen beim Onlinebanking, die es in Papierform gab. Nach und nach entstanden weitere Verfahren, wie One-Time-Password-Codes (OTP) per SMS oder mit der breiten Nutzung von Smartphones Pushbenachrichtigungen und Authenticator-Apps.