Identitätsmanagement für KI-Agenten
Vorhandene IAM-Systeme verwalten Menschen oder fest vorgegebene Dienste. Sie scheitern derzeit beim Umgang mit KI-Agenten. Systeme sehen ein Token und müssen daran ablesen, wer gehandelt hat und mit wessen Rechten. Kryptografische Nachweise, delegierte Rechte und ein einziger Durchsetzungspunkt liefern diese Auskunft.
Klassisches IAM kennt keine kurzlebigen Akteure. Ein Benutzerkonto wird einmal angelegt, einer Abteilung zugeordnet und nach Monaten oder Jahren vielleicht wieder abgeschaltet. Ein Serverkonto folgt derselben Logik mit einem statischen Secret. Beide Modelle unterstellen, dass am Ende der Kette ein Mensch oder ein fest installierter Dienst steht. Ein KI-Agent bricht diese Annahme in zwei Punkten. Er lebt kürzer als der Registrierungsvorgang dauert, und er handelt im Auftrag eines Anwenders, dessen Rechte er für die Dauer einer Aufgabe borgt.
Aus dem ersten Punkt folgt ein Mengenproblem, denn ein einzelner Arbeitsauftrag erzeugt einen Orchestrator und mehrere Subagenten, die für Minuten existieren. Aus dem zweiten Punkt folgt ein Zurechnungsproblem. Das Zielsystem protokolliert den Benutzernamen aus dem Token und verbucht die Aktion als Handlung des Anwenders. Im Protokoll steht dann zum Beispiel eine Rechnungsabfrage um 03:14 Uhr, die kein Mensch ausgelöst hat.