Skalierbare Netze mit EVPN und VXLAN
Klassische Netzwerkinfrastrukturen reichen für moderne Rechenzentren und KI-Workloads kaum noch aus. Eine Control Plane über EVPN und das Overlay-Protokoll VXLAN heben die bisherigen Grenzen auf und nutzen die Ressourcen effizienter – allerdings steigt damit auch die Komplexität.
Moderne Netzwerke sollen gleichzeitig skalierbar, flexibel, automatisierbar, sicher, hochverfügbar und performant sein. Das bringt traditionelle Architekturen mit dem hierarchischen Dreischichtmodell (Core, Distribution/Aggregation, Access) an ihre technischen Grenzen. Klassische Designs setzen oft noch das Spanning Tree Protocol (STP) ein, um Schleifen zu verhindern. Dadurch blockieren sie redundante Pfade und nutzen die Bandbreite nicht voll aus. Außerdem können sie nur 4.094 VLANs einrichten, was die Skalierbarkeit vor allem in Multi-Tenant-Umgebungen einschränkt.
Immer häufiger setzt sich die Kombination aus EVPN und VXLAN (das Control-Plane-Protokoll Ethernet VPN und das Overlay-Protokoll Virtual Extensible LAN) als Alternative durch. Ursprünglich für Rechenzentren entwickelt, gewinnt sie nun auch in Campusnetzen an Bedeutung. Der erste Teil dieser Artikelserie beleuchtet die Architektur und Funktionsweise des Protokoll-Duos, Teil zwei liefert praktische Konfigurationsbeispiele.