„Diese Fähigkeit nutzt der Verteidigung mehr als dem Angriff“
Mit neuen KI-Modellen wie Claude Mythos wird es für Laien einfacher, Sicherheitslücken in Software zu finden und auszunutzen. Der Experte für Computersicherheit und Kryptografie Bruce Schneier über die Folgen für die IT-Sicherheit.
Im Frühjahr kündigte das KI-Unternehmen Anthropic ein neues KI-Modell an: Claude Mythos. Es ist auf das Finden und Ausnutzen von Software-Sicherheitslücken spezialisiert. Laut Anthropic ist das Modell allerdings so gefährlich, dass es aus Sicherheitsgründen nur handverlesenen Kunden zugänglich gemacht werden sollte – und dann auch nur indirekt. War das eine geschickte PR-Aktion oder ist das Modell in den falschen Händen tatsächlich eine Gefahr für die IT-Sicherheit?
Antworten darauf hat Bruce Schneier, der das Thema Cybersecurity schon früher gerne gegen den Strich gebürstet hat: 2000 erklärt der Experte für Kryptografie und Computersicherheit mit seinem Buch Secrets and Lies, dass IT-Sicherheit kein rein technisches, sondern auch ein organisatorisches Problem sei. Während Unternehmen und Behörden sich allzu oft auf rein technische Lösungen verließen, sollten sie sich besser bemühen, ihre Abläufe redundant, fehlertolerant und flexibel zu gestalten. Eine Umstellung, die aus wirtschaftlichen und politischen Gründen oft nicht stattfinde. In seinem Blog berichtet Schneier seit 2004 über aktuelle Probleme in der IT-Sicherheit.