Die Kollateralschäden der deutschen Gas-Strategie
Katherina Reiche will die Gasversorgung dem Markt überlassen. Das ist teuer, klimaschädlich und eine geopolitische Geisterfahrt.
Derzeit sind die Gasspeicher auf dem niedrigsten Füllstand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2018. Die Bundesnetzagentur reagiert mit einem rhetorischen Spagat: Sie nehme die Entwicklung der Speicherfüllstände „sehr ernst“, entwarnt aber gleichzeitig: „Die Versorgungssicherheit ist aktuell gewährleistet.“
Die Auflösung dieses Widerspruchs liefert LNG – verflüssigtes Erdgas, das per Schiff angeliefert wird. Dadurch sind Importländer wie Deutschland nicht mehr auf wenige, via Pipeline angebundene Lieferanten wie Norwegen oder Russland angewiesen. Das bedeutet: Sollte das Gas im Winter knapp werden, lässt es sich zur Not auch irgendwo auf dem Weltmarkt zusammenkaufen.