Backup im Exil
Die Trump-Regierung kürzt zahlreichen wissenschaftlichen Institutionen die Mittel. Dadurch geraten viele Datensätze in Gefahr, die weltweit von Bedeutung sind. Europäische Institutionen versuchen, sie zu retten.
Die NOAA kann auf eine lange und stolze Geschichte zurückblicken. Der früheste Vorläufer der „National Oceanic and Atmospheric Administration“ ist fast so alt wie die USA selbst. Heute verfügt die US-Behörde über mehr als 10 000 Mitarbeiter, 17 Schiffe, 3 Wettersatelliten sowie mehrere Dutzend Labore und Forschungszentren. Kaum eine andere Institution hat so umfassende Datenreihen über Wetter, Klima, Atmosphäre und Ozeane angehäuft.
Doch selbst ein Forschungsriese wie die NOAA ist unter Trumps Forschungspolitik nicht mehr in der Lage, den eigenen Datenschatz zu hüten. Anfang 2025 hat die Regierung rund ein Zehntel der Belegschaft entlassen – mit dem unverhohlenen Ziel, den wissenschaftlichen Kern der NOAA zu zerschlagen. Die Folgen reichen weit über die Vereinigten Staaten hinaus. „Wir brauchen Langzeitdaten, damit wir wissen können: Sind Wetterkapriolen oder Klimaveränderungen die Ursache für eine aktuelle Hitzewelle? Und die NOAA hat viele solcher Daten“, sagt Frank Oliver Glöckner, Professor für Earth System Data Science an der Uni Bremen.