Afrika fährt E-Motorrad
Ostafrika entwickelt sich zum Hotspot von Elektromobilität. Vor allem Motorräder mit Wechselakkus werden zu den Arbeitspferden für den Waren- und Personenverkehr.
Clinton Landon hält mit seinem elektrischen Motorrad vor einem Schrank, der an eine Paketstation erinnert. Er öffnet eine Klappe an der Tankattrappe seines Motorrads, nimmt eine Batterie heraus, scannt den QR-Code am Schrank und eine der Türen springt auf. Nachdem Landon seine Batterie hineingesteckt hat, öffnet sich eine weitere Tür mit einem vollgeladenen Stromspeicher. Das Ganze wiederholt er mit der zweiten Batterie. „Das dauert nur ein paar Minuten“, sagt Landon zufrieden, „dann kann ich weiterfahren.“
Landon arbeitet in der kenianischen Hauptstadt Nairobi als „Rider“, als Zweirad-Taxi-Fahrer und Lieferant für zwei unterschiedliche Fahrdienstvermittler. Seine Gewinnmargen sind gering, die Arbeitstage sowieso lang, jede Zeitverschwendung ist bitter. Auf das Laden seiner Motorradbatterie warten? Kann sich Landon nicht leisten. Vor rund einem Jahr ist er von einem Verbrenner auf ein elektrisches Modell mit Wechselbatterien umgestiegen. Die Betriebskosten für seinen Verbrenner verschlangen einen Großteil seiner Einnahmen. Das war noch lange vor dem drastischen Anstieg der Treibstoffpreise infolge des Irankriegs. Von mehreren Kollegen hörte er damals, dass ihnen mit Elektromotorrädern viel mehr vom täglichen Umsatz blieb als ihm mit seinem Verbrenner. Landon beschloss, ihrem Beispiel zu folgen. Mit seiner Entscheidung ist er bis heute zufrieden. „Das E-Bike ist wirtschaftlicher, es ist komfortabel, und Wechselstationen finde ich genug.“