Mit neuem Antrieb auf den Teppich
Vor 150 Jahren erhielt ein Geschirrhändler aus Michigan ein Patent für den ersten haushaltstauglichen Teppichkehrer.
Ausgerechnet Stroh war der Auslöser für eine bahnbrechende Technikinnovation. Es schützte die Gläser, Teller und Tassen in den Versandkisten, die der Geschirrhändler Melville R. Bissell in seinem Geschäft in Grand Rapids, Michigan, Mitte des 19. Jahrhunderts verkaufte. Und bei jedem Entpacken verdreckte das Stroh die textile Auslegeware. Da das Ausklopfen der Teppiche zu mühsam und Fegen schlicht zum Scheitern verurteilt war, erfand Bissell die weltweit erste haushaltstaugliche Teppichkehrmaschine.
So zumindest ist es überliefert. Sicher ist, dass diese kleine Revolution auf dem Teppich am 19. September 1876 das US-Patent 182 346 erhielt. „Für alle, die es betrifft“, leitet Bissell seine Patentschrift ein. Und offenbar betraf es viele. Sehr viele. Das neue Gerät erregte Aufsehen und verkaufte sich schnell besser als Geschirr. Ab 1883 wurde es schon in Massen in einer Fabrik produziert, schon kurz darauf zum Exportschlager und schließlich zum globalen Geschäftsmodell.