Albanien: Ministerpräsident Edi Rama geht vor Giorgia Meloni auf die Knie - DER SPIEGEL
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Gipfeltreffen in Tirana Albaniens Regierungschef geht vor Meloni auf die Knie

Vor wenigen Tagen gewann er die Wahl mit absoluter Mehrheit, nun kniet der albanische Regierungschef Edi Rama für seine italienische Amtskollegin nieder. Folgenreicher war jedoch eine andere Zusammenkunft.
Edi Rama auf den Knien
Edi Rama auf den Knien

Edi Rama auf den Knien

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Malton Dibra / EPA

Der albanische Ministerpräsident Edi Rama ist bei einem Gipfeltreffen vor seiner italienischen Amtskollegin Giorgia Meloni theatralisch auf die Knie gefallen. Zu der ungewöhnlichen Geste kam es bei der Begrüßung von fast 50 europäischen Staats- und Regierungschefs in der albanischen Hauptstadt Tirana. Vor dem Kulturpalast, dem Schauplatz des europäischen Gipfels, ließ Rama, auf ein Knie gestützt und mit gefalteten Händen, Meloni auf dem roten Teppich auf sich zuschreiten.

»Das ist der einzige Weg, so groß wie ich zu sein«, sagte Meloni mit humorvollem Unterton. Damit spielte sie auf den Größenunterschied zwischen den beiden Politikern an. Rama, der vor seiner politischen Laufbahn Bildhauer war, misst knapp über zwei Meter. Er ist bekannt für bisweilen exzentrische Auftritte. Vor wenigen Tagen errang Ramas Sozialistische Partei bei den Parlamentswahlen die absolute Mehrheit. Ihm steht damit eine vierte Amtszeit offen.

Europäische Staats- und Regierungschefs beim Gruppenfoto in Tirana

Europäische Staats- und Regierungschefs beim Gruppenfoto in Tirana

Foto: Malton Dibra / EPA

Italien, das die nur 70 Kilometer breite Meerstraße von Otranto von Albanien trennt, genießt bei den meisten Albanern große Wertschätzung. 2023 hatte Rama der postfaschistischen Politikerin Meloni angeboten, auf albanischem Boden zwei Lager einzurichten, um dort im Meer aufgefangene Flüchtlinge und Migranten unterzubringen. In Eilverfahren sollte dort über ihre Asylanträge entschieden werden. Mehrere Anläufe der Umsetzung des Projekts scheiterten jedoch an Einsprüchen der Justiz.

Selenskyj und Europäer telefonieren erneut mit Trump

Folgenreicher als das Zusammentreffen von Rama und Meloni könnte jedoch ein anderes Zusammentreffen sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und europäische Spitzenpolitiker telefonierten nach ukrainischen Angaben am Rande des Gipfels mit US-Präsident Donald Trump. An dem Gespräch nahmen demnach auch Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und der polnische Regierungschef Donald Tusk teil.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte angesichts der aktuellen Gespräche zwischen russischen und ukrainischen Unterhändlern in Istanbul bereits zuvor von einem »sehr, sehr kleinen diplomatischen Erfolg« der europäischen Bemühungen gesprochen. Beide Länder vereinbarten dort den Austausch von je 1000 Kriegsgefangenen.

Das erste Treffen zwischen der Ukraine und Russland seit mehr als drei Jahren sei »ein sehr kleines, aber erstes positives Signal« für die Ukraine, so Merz. »Wir müssen unsere diplomatischen Bemühungen verstärken, aber wir müssen auch unsere militärische Unterstützung für dieses Land sehr deutlich machen.«

jpe/dpa