Alles Gute vom SPIEGEL - der neue Newsletter mit ausschließlich guten Nachrichten - DER SPIEGEL
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Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL

Lena Greiner

meinung •Der neue Newsletter mit guten Nachrichten Alles Gute vom SPIEGEL

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Ich habe heute gute Nachrichten für Sie. Nur gute Nachrichten.

Krieg, Corona, Klimakatastrophe – wird auch Ihnen das alles manchmal zu viel? Wenn ja, sind Sie hier genau richtig. In unserem neuen wöchentlichen Newsletter »Alles Gute« finden Sie ausschließlich SPIEGEL-Nachrichten, Reportagen, Videos und Podcasts, die Mut machen.

Es geht um Dinge, die sich verbessert haben, die positiv und optimistisch stimmen. Denn auch solche Entwicklungen gibt es. Und weil sie so häufig untergehen, bündeln wir sie ab sofort für Sie – ausschließlich gute Nachrichten aus den vergangenen Tagen. Hier können Sie sich , gratis und ganz bequem bekommen Sie dann den Newsletter einmal pro Woche in Ihr E-Mail-Postfach.

Wussten Sie etwa, warum die Finnen im jährlichen World Happiness Report nun bereits zum sechsten Mal in Folge ganz vorn liegen? Mein Kollege Jan Petter hat mit dem finnischen Philosophen und Glücksforscher Frank Martela gesprochen und ihn gefragt, woran das liegt. Die Antwort: Es sind weniger die Ruhe, die Saunen oder die Natur. Sondern vielmehr stabile demokratische Institutionen, materielle Sicherheit und ein funktionierender Wohlfahrtsstaat, in dem die Rechte von Frauen und Minderheiten geschützt werden und das Bildungssystem den Anspruch hat, möglichst inklusiv zu sein. Sprich: Eine gleichberechtigte Gesellschaft, die das Miteinander fördert.

Am meisten überrascht hat Jan jedoch ein weiteres Ergebnis aus dem aktuellen weltweiten Glücksreport: »Trotz des Krieges ist die gemessene Zufriedenheit in der Ukraine im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,75 Punkte gesunken. Martela sagte dazu, dies bedeute nicht, dass es kein Leid gäbe«, berichtete Jan. Doch offenbar führe die geteilte Erfahrung auch von schrecklichen Erlebnissen zu mehr Zusammenhalt. »Trotz des Elends haben die Menschen offensichtlich die Hoffnung, dass es auch wieder anders wird. Das zeigt gut, wie wichtig Gemeinschaft für uns ist«, so der Forscher. Das ganze Interview lesen Sie hier.

Mann in einem See in Finnland: sehr hohe Lebenszufriedenheit

Mann in einem See in Finnland: sehr hohe Lebenszufriedenheit

Foto: Gabriel Trujillo / Addictive Stock / IMAGO

Übrigens: Glück lässt sich auch erlernen. Das sagt zumindest Tobias Rahm von der TU Braunschweig. Er hat das »GlüGs«-Projekt ins Leben gerufen, bei dem rund 300 Braunschweiger Viertklässlerinnen und Viertklässler an 16 Grundschulen für ein Halbjahr ein neues Fach im Stundenplan stehen haben: Glück. Über elf Wochen geht es in einer Schulstunde wöchentlich darum, wie die Kinder ihr eigenes Wohlbefinden verbessern können. Nach den Osterferien startet nun der zweite Durchgang, die Ergebnisse des ersten Halbjahres werden derzeit noch ausgewertet, doch was Rahm schon sagen kann: »Das Fach wurde hervorragend angenommen von den Schülerinnen und Schülern, es hängen bereits ein Dutzend Dankesbriefe von Kindern an meiner Bürowand. Auch die ersten Rückmeldungen von Lehrkräften und Eltern waren sehr positiv.«

Kommen wir zu einem anderen wichtigen gesellschaftlichen Thema: Meine Kollegin Regina Steffens hat sich in ihrem aktuellen Podcast damit beschäftigt, wie der Landwirt Ulf Allhoff-Cramer gegen den Volkswagenkonzern vor Gericht gezogen ist. Sie sagt: »Auch wenn der Bauer in diesem Fall bislang mit seiner Klimaklage noch keinen Erfolg hatte, war es ermutigend zu hören, welche Möglichkeiten es für den Einzelnen gibt. Schließlich brauchen wir nicht den hundertsten Appell zum Klimawandel, sondern müssen alle endlich ins Handeln kommen.« Aus Reginas Sicht könnte es gut sein, dass solche Klagen in Zukunft häufiger – und erfolgreicher – werden. Hören Sie hier, wie Gerichte über Klimapolitik entscheiden.

Was diese Woche noch gut war – für die Welt:

Niedrigere Kosten, bessere Ernten: Bauern profitieren von regenerativer Landwirtschaft
Umweltschutz und Ertrag sind keine Gegensätze mehr: Bis zu 60 Prozent höhere Gewinne sollen für Bauern drin sein, die auf regenerative Landwirtschaft umstellen, zeigt eine neue Studie. Lesen Sie hier mehr.

Veganer Fisch: »Man muss keine Fische töten, um ihr Fleisch zu essen«
Mit Fischbällchen aus dem Labor will ein Start-up die Überfischung lösen. Mein Kollege Juan Moreno hat mit dem Gründer gesprochen, den Podcast können Sie hier hören.

Zum Kampf gegen den Klimawandel gab es noch weitere gute Nachrichten:

Ideen gegen Wasserknappheit
Zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, der Klimawandel macht besonders niederschlagsarmen Regionen zu schaffen. Ein Unternehmer in Dubai hätte da zwei Lösungen, wie Sie hier im Video sehen können.

Gesetz gegen Greenwashing
In Zukunft sollen Konsumentinnen und Konsumenten besser erkennen können, ob ein klimafreundlich vermarktetes Produkt tatsächlich dem Klima und der Umwelt weniger oder nicht schadet oder eher eine Mogelpackung ist. Lesen Sie hier mehr.

Umweltschutz und Ertrag sind in der Landwirtschaft keine Gegensätze mehr

Umweltschutz und Ertrag sind in der Landwirtschaft keine Gegensätze mehr

Foto: JohnnyGreig / E+ / Getty Images

Weniger unnötiger Müll: Verbraucher sollen »Recht auf Reparatur« bekommen
Was tun, wenn die Waschmaschine nicht mehr schleudert oder der Staubsauger streikt? Laut einem Vorschlag der EU-Kommission sollen Verbraucher bis zu zehn Jahre nach dem Kauf eine Reparatur einfordern können. Lesen Sie hier mehr.

Wie Studierende das Sterben spanischer Dörfer verhindern sollen
Spaniens Gemeinden sind zusehends abgehängt, mehr als 3000 Dörfer bangen um ihre Existenz. Helfen soll ein neues Programm: Statt in fremde Länder schicken spanische Unis ihre Studentinnen und Studenten nun auch in die Provinz. Antonia Schaefer hat eine von ihnen besucht, lesen Sie hier mehr.

Puppe mit Behinderung: »Elin ist für die deutsche ›Sesamstraße‹ revolutionär«
Sie mag Technik und freche Sprüche – und macht die beliebte Kindersendung »Sesamstraße« endlich inklusiver: Denn die neue Puppe Elin sitzt im Rollstuhl. Meine Kollegin Julia Stanek hat mit dem Initiator vom NDR gesprochen, das Interview können Sie hier lesen.

Elin, der neue Charakter in der »Sesamstraße«

Elin, der neue Charakter in der »Sesamstraße«

Foto:

Thorsten Jander / NDR

Was gut ist – für Sie:

Noch zwei Wochen Fastenzeit, das schaffen Sie!
Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich eine Woche lang gefastet. Danach war fast alles besser: das Körpergefühl, die Haut, das Gewicht. Längst ist wieder alles wie vorher. Aber ich weiß nun, was zu tun wäre. Immerhin. Auch im aktuellen SPIEGEL Coaching-Podcast »Fasten lernen« wird in mehreren Folgen – snackable in jeweils unter zehn Minuten – erklärt, wie das geht: Karotte statt Zucker, schöner Essen, aber auch digital Detox.

Diese Fragen sollten Sie beim nächsten Arztbesuch stellen
Der Klassiker: Man wartet fünf Wochen auf den Arzttermin, sitzt 50 Minuten im Wartezimmer und hat dann fünf Minuten Zeit, um seine Beschwerden zu schildern. Ein stummes Nicken, ein Rezept und tschüss. Danach fällt einem natürlich ein, was man alles noch sagen und fragen wollte. Nun wurde in einem Modellprojekt der Uniklinik Kiel erforscht, wie Patienten besser in Behandlungsentscheidungen involviert werden können. Meine Kollegin Nina Weber hat mit dem Leiter gesprochen.

Wie wir Liebe, Sex und Zärtlichkeit in Beziehungen retten können
In ihrer aktuellen Sexkolumne geht Heike Kleen der Frage nach, wie man keinem Sex nach der Ehe entgegenwirken kann. Spoiler: So einig ist sich die Forschung da nicht. Aber es gibt ein paar Ideen, die Sie hier nachlesen können.

Die gute Idee aus dem Archiv:

Bleiben wir beim Thema Liebe. Wer wissen möchte, warum einige Ehen über Jahrzehnte gut laufen, während andere scheitern, dem lege ich diesen beliebten Text aus unserem Archiv ans, nun ja, Herz. Lesen Sie hier von den wissenschaftlichen Erfolgsgeheimnissen lebenslanger Beziehungen.

Darauf können Sie sich freuen:

Nachdem in dieser Woche der Frühling offiziell begonnen hat, werden nun am Wochenende auch die Uhren umgestellt. Die Stunde weniger Schlaf ist zwar keine gute Nachricht, dass es ab Sonntag dann 217 Tage länger hell ist, allerdings schon. (Wen das noch nicht überzeugt, dem empfehle ich das Plädoyer zur Sommerzeit meiner Kollegin Heike Le Ker.)

Da könnte man ja mal über einen Frühlingsausflug nachdenken, nach Sylt zum Beispiel. Die Nordseeinsel ist nun auch vom »Time«-Magazin zu einem der schönsten Orte weltweit gewählt worden – als einzige deutsche Destination. Wer jetzt fürchtet, die Insel könnte von Touristen überrannt werden, darf sich entspannen: Damit das Verhältnis zwischen Gästen und Einheimischen nicht noch stärker kippt, hat die Gemeinde Sylt jüngst verboten, weitere Ferienwohnungen zu bauen.

Wem Sylt zu snobby, zu teuer oder zu weit weg ist, der kann auch in den nächsten Wald gehen oder einfach das Fenster aufmachen: Forscherinnen haben herausgefunden, dass – zumindest bei gesunden Probanden – Vogelgezwitscher Angst und Paranoia linden kann .

Foto: borchee / E+ / Getty Images

Apropos Freizeit: Als Jan das Interview zu den glücklichen Menschen in Finnland am Donnerstagmittag von seinem Gesprächspartner autorisieren lassen wollte, teilte der Dozent gut gelaunt mit, er würde sich erst am Abend melden, sorry. Er sei gerade Skifahren.

Bleiben Sie guter Stimmung. Und wenn Sie sich noch nicht für diesen neuen wöchentlichen Newsletter angemeldet haben, können Sie ihn hier gratis bestellen.

Ihre Lena Greiner, Team- und Projektleiterin »Globale Gesellschaft« im Auslandsressort

Dieser Beitrag gehört zum Projekt Globale Gesellschaft

Unter dem Titel »Globale Gesellschaft« berichten Reporterinnen und Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa über Ungerechtigkeiten in einer globalisierten Welt, gesellschaftspolitische Herausforderungen und nachhaltige Entwicklung. Die Reportagen, Analysen, Fotostrecken, Videos und Podcasts erscheinen in einer eigenen Sektion im Auslandsressort des SPIEGEL. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird von der Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) unterstützt.

Eine ausführliche FAQ mit Fragen und Antworten zum Projekt finden Sie hier.