Leipzig/Halle: Wladimir Putin verurteilt Berlins Strafmaßnahmen gegen Russland - DER SPIEGEL
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Drohnenattacke auf Leipziger Flughafen Putin bezeichnet Berlins Strafmaßnahmen gegen Russland als »schweren Fehler«

Nach dem Fund einer nicht explodierten Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verkündet die Bundesregierung Sanktionen gegen Russland. Nun reagiert Kremlchef Putin.
Kremlchef Putin: »Wo sind die Beweise?«
Kremlchef Putin: »Wo sind die Beweise?«

Kremlchef Putin: »Wo sind die Beweise?«

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Vyacheslav Prokofyev / REUTERS

Der russische Präsident Wladimir Putin hat deutsche Strafmaßnahmen gegen Russland nach dem Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle als »schweren Fehler« bezeichnet. »Wo sind die Beweise?«, fragte der Kremlchef auf einer Pressekonferenz in Bischkek (Kirgisistan). Bisher vorgelegte Belege bezeichnete er als »gefälscht«.

Die Reaktion der Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz sei vorwiegend innenpolitisch motiviert, so Putin: »Meiner Meinung nach läuft dies eindeutig den Interessen des deutschen Volkes zuwider«, sagte der Kremlchef und ergänzte, die Reaktion der Bundesregierung hänge mit den »bevorstehenden Wahlkämpfen« zusammen.

»Merz hat das Vertrauen der Bürger verloren, da er die nationalen Interessen Deutschlands nicht schützt«, sagte Putin nach einem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Die Zukunft der derzeitigen politischen Spitze Deutschlands stehe bei den kommenden Wahlen aufgrund der wirtschaftlichen Probleme auf dem Spiel.

Putin bei der Pressekonferenz in Bischkek

Putin bei der Pressekonferenz in Bischkek

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Vyacheslav Prokofyev / REUTERS

Zuvor hatten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) Russland für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle vom 4. August verantwortlich gemacht und Strafmaßnahmen angekündigt. Wadephul sagte, das russische Konsulat in Bonn solle geschlossen werden; zudem werde der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt (mehr dazu hier).

»Wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung«
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Kurz nach der Ankündigung hatte das russische Außenministerium bereits eine »spiegelbildliche« Reaktion auf Deutschlands neue Strafmaßnahmen angekündigt. Die Antwort werde ausfallen wie bei früheren einseitigen und ungerechten Sanktionen, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, der Deutschen Presse-Agentur in Moskau.

Am 4. August war am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe standen mehrere ukrainische Frachtflugzeuge (mehr zu dem Vorfall hier ). Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine.

Russland hatte eine Beteiligung an dem Vorfall bestritten und behauptet, es handle sich um eine Provokation, die »ausschließlich den Zielen Kyjiws und des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse dient«. Die Ukraine und die Regierungen in Europa bräuchten Argumente, um weiter »unbegrenzte finanzielle Mittel in die Hände eines korrupten Regimes« in Kyjiw fließen zu lassen, hieß es in einer früheren Stellungnahme der russischen Botschaft in Berlin. Der Botschafter habe die deutschen Anschuldigungen als »unbegründet, absurd und dem gesunden Menschenverstand widersprechend« zurückgewiesen.

Dobrindt und Wadephul erklären, wie Deutschland auf hybride Angriffe aus Russland reagiert. Aber sind die Sanktionen scharf genug? Mehr dazu lesen Sie hier.

jon/jah/aar/AFP/dpa