Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL
meinung •Alles Gute – der Newsletter mit ausschließlich guten Nachrichten Autofahren, Heizen – so viel würde es für den Klimaschutz bringen, wenn alle Deutschen mitziehen
Herzlich willkommen zu Alles Gute, dem SPIEGEL-Newsletter mit ausschließlich guten Nachrichten aus der Woche. Schön, dass Sie da sind!
Klimaschutz, Energiewende: Den meisten Menschen ist klar, dass etwas passieren muss. Bald. Doch unklar ist vielen, welchen Einfluss das individuelle Verhalten hat: Können wir als Einzelne etwas bewirken oder zählen am Ende doch nur die großen politischen Entscheidungen?
Die gute Nachricht: Wir alle können etwas tun, um die Klimakrise abzumildern, einiges sogar. Der Energieversorger E.on und die Beratungsfirma Energy Brainpool haben analysiert, was wie viel bringen könnte. Demnach steht das größte Einsparpotenzial für CO₂ vor der eigenen Tür: das Auto. Würden alle Besitzer von Verbrennerautos auf Elektrofahrzeuge umsteigen, wären die jährlichen CO₂-Emissionen Deutschlands um etwa 69 Millionen Tonnen niedriger, heißt es in der Studie. Der Umstieg von Gas- oder Ölheizungen auf Wärmepumpen würde 30 Millionen Tonnen einsparen. Auch Solaranlagen auf Dächern und Balkonen sowie sparsameres Heizen und der Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr würden so einiges bringen.
Insgesamt, so die Studie, beträgt das CO₂-Sparpotenzial der Privatleute in Deutschland 178 Millionen Tonnen jährlich. Das entspricht knapp 24 Prozent aller CO₂-Emissionen des Landes, als knapp einem Viertel. Das reicht natürlich nicht, aber wenig ist es auch nicht.
Elektroautos setzen sich global übrigens zunehmend durch – ganz besonders in China. Mehr als die Hälfte aller reinen Elektroautos und Plug-in-Hybride der Welt fährt auf den Straßen der Volksrepublik, zeigt eine Analyse des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg ZSW. Die Forscher begründen Chinas rasantes Wachstum bei der Elektromobilität mit Fördermaßnahmen der Regierung und den dort relativ niedrigen Preisen. Dahinter folgen die USA mit 3,4 Millionen und Deutschland mit 1,9 Millionen E-Autos, Frankreich mit 1,1 Millionen und das Vereinigte Königreich mit einer Million.
Und, letzter Punkt: grüne Geldanlage: Wie Sie mit Klimaschutz Rendite machen und worauf Sie bei nachhaltigen Investitionen achten sollten, erfahren Sie hier.
Was diese Woche noch gut war – für die Welt:
Nach Wahl von Präsident Lula: Abholzung im Amazonas sinkt um 60 Prozent
Die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes geht seit dem Ende der Amtszeit von Rechtspopulist Jair Bolsonaro erstaunlich schnell zurück. Der Stopp der illegalen Abholzung ist eines der zentralen Wahlkampfversprechen des neuen brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Der Amazonas-Regenwald erstreckt sich über neun Länder, größtenteils liegt er in Brasilien. Er ist einer der wenigen verbliebenen großen Urwälder der Welt und beherbergt mehr Pflanzen- und Tierarten als jeder andere Ort der Erde. Zudem ist er mit seinen Milliarden Bäumen ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Lesen Sie hier mehr.
Amazonas-Regenwald
Foto: FG Trade / E+ / Getty ImagesDement am Steuer: Wie das Risiko für schwere Unfälle gesenkt werden könnte
Eine Gruppe um die US-Gesundheitsforscherin Catherine Roe hat ein Modell zur Alzheimer-Früherkennung entwickelt. Allein anhand der Art, wie jemand Auto fährt, sowie der Altersangabe konnte das Programm vorhersagen, ob die Person eine beginnende Alzheimer-Erkrankung hat oder nicht. Die Diagnose könnte zu mehr Sicherheit auf den Straßen führen: Ältere Fahrerinnen und Fahrer mit einer Alzheimer-Erkrankung haben ein zwei- bis achtmal so hohes Risiko für Unfälle wie ältere Fahrer mit einem gesunden Gehirn. Lesen Sie hier mehr .
Besseres Brustkrebs-Screening dank künstlicher Intelligenz
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Schon lange versuchen Wissenschaftler deshalb, die Früherkennung zu verbessern. Nun könnte das Mammografie-Screening zuverlässiger und zugleich kostengünstiger werden: Wenn statt zwei Radiologen künftig künstliche Intelligenz (KI) mit einem Arzt zusammen die Röntgenaufnahmen auswertet, ist laut dem Zwischenergebnis einer Studie die Erkennungsrate höher und die Arbeitslast der Mediziner geringer.
Mexikanische Stadt verbietet frauenfeindliche Texte auf Konzerten
Schwere Gewalt gegen Frauen ist ein großes Problem in Chihuahua. Nun hat die Stadt ein Verbot erlassen: Künstlern droht eine Strafe von bis zu 65.000 Euro, wenn sie bei ihren Auftritten frauenfeindliche Lieder spielen, berichtet Deutschlandfunk Nova . Das Geld soll dann an Frauenhäuser und Hilfsorganisationen gehen.
Selbstverteidigung für Mädchen in Südafrika: »Du fühlst dich wie ein Boss«
Allein von Januar bis März 2023 wurden in Südafrika 10.500 Vergewaltigungen gemeldet. Ein kostenloser Kurs zeigt Frauen, wie sie Übergriffe abwehren können. Sehen Sie im Video, wie aus »leichten Gegnerinnen« selbstbewusste Mädchen und Frauen werden, die sich zu verteidigen wissen.
Was gut ist – für Sie:
Sommer in Hamburg: Hier können Sie ihn besonders genießen
Natürlich, ich bin befangen. Als Hamburgerin finde ich die Stadt (fast) immer toll. Aber reden wir jetzt nicht übers Wetter, das langweilt nur. Reden wir über die Lieblingsplätze der SPIEGEL-Redaktion: Pontons auf der Elbe mit Matjesbrötchen und Aperol, Paddeln auf Kanälen in Wilhelmsburg, Kuchenessen in der Hafencity, eine ehrliche (und nicht hippe) Studentenkneipe in Eimsbüttel, endlose Spaziergänge durch Klövensteen – hier verraten meine Kolleginnen und Kollegen ihre Tipps für schöne Sommerausflüge .
Hamburg: Die Elbe am historischen Hafen Övelgönne
Foto:Jürgen Ritter / IMAGO
Apropos Wetter: Basteltipps für die Sommerferien
Wenn es mal wieder schifft – wie wir in Hamburg sagen, wenn wir meinen: doll regnet – und gerade Ferien sind, was macht man da mit Kindern? Zum Beispiel Wischkunst oder Eis-Bananen. Hier sind Basteltipps für Schietwetter-Tage .
Yoga kann den Rücken ruinieren: So üben Sie richtig
Unsere Autorin Julia Wadhawan hatte Yoga-Ausbildungen hinter sich und trainierte seit fast zwei Jahren täglich, als es passierte: großer Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule. Jetzt weiß sie: Es kommt darauf an, wie die Asanas ausgeführt werden, damit sie dem Rücken guttun und ihm nicht schaden. Hier zeigt sie, wie es geht .
Julia Wadhawan
Foto: Jannis Große / DER SPIEGELUnd sonst?
Über zwei Artikel habe ich mich diese Woche besonders gefreut. Sie haben nichts miteinander zu tun, aber eine Gemeinsamkeit: Sie erzählen von etwas Unkonventionellem.
In der Reportage meiner Kollegin Carola Padtberg berichtet sie von ihrem Besuch bei »Kinky Galore«, einer sexpositiven Party in Hamburg, und beschreibt, wie auf freizügigen Elektropartys unter leicht bekleideten Menschen Einvernehmlichkeit und Toleranz funktionieren. Und zwar mehr als in normalen Klubs. »Diese Leute sind auf einer sanften Mission«, schreibt Carola. »Allen gemeinsam ist: Sie fühlen sich frei, und vor allem sicher.« Und: »Es ist keine Utopie: Frauen können stundenlang nackt tanzen, ohne dass irgendjemand das als Aufforderung für irgendetwas begreift.«
Wie das geht? Mit einem knallharten Awareness-Konzept und Security. »Wir haben ein festes Kernteam, damit die Regeln immer klar sind: Anfassen geht gar nicht, egal welches Körperteil. Wer sich nicht daran hält, fliegt raus. Wir glauben immer den Betroffenen. Diskutiert wird nicht«, erklärt Veranstalterin Sarah Woods. Auch die Tür ist härter als anderswo. Doch wer reinkommt, wird überrascht sein.
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Überraschend fand ich auch diese Meldung: 80-jährige US-Abgeordnete lässt sich zum 18. Geburtstag ihrer Enkelin mit ihr tätowieren. Auf die Frage, warum sie das gemacht habe, antwortete die US-Politikerin Rosa DeLauro aus Connecticut: »Zu ihrem 18. Geburtstag wollte sich meine Enkelin mit mir tätowieren lassen. Also gingen wir zusammen hin. Sie wird im Herbst aufs College gehen, und das stärkt unsere Bindung.« Ist das nicht süß? Es sei übrigens ihr erstes Tattoo, aber wahrscheinlich nicht ihr letztes: »Ich habe vier weitere Enkelkinder, die noch nicht 18 geworden sind. Also haltet Ausschau nach weiteren neuen Tattoos!«
Rosa DeLauro mit ihrem Tattoo
Foto: Daniel Robillard / APIhre gute Nachricht
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Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, bleiben Sie optimistisch!
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Ihre Lena Greiner, Team- und Projektleiterin »Globale Gesellschaft« im Auslandsressort
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Dieser Beitrag gehört zum Projekt Globale Gesellschaft
Unter dem Titel »Globale Gesellschaft« berichten Reporterinnen und Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa über Ungerechtigkeiten in einer globalisierten Welt, gesellschaftspolitische Herausforderungen und nachhaltige Entwicklung. Die Reportagen, Analysen, Fotostrecken, Videos und Podcasts erscheinen in einer eigenen Sektion im Auslandsressort des SPIEGEL. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird von der Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) unterstützt.
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