Latifa, Mutter von Mozhda, aus Afghanistan:
»Meine süße kleine Tochter Mozhda. Du wirst diesen Brief lesen, wenn du älter bist, wenn du ihn verstehen kannst.«
Prisca, Mutter von Happyness, aus der Demokratischen Republik Kongo:
»Ich versuche herauszufinden, was ich dir schreiben soll, meine Liebe. Als deine Mutter, alles, was ich mir für dich wünsche, ist, dass du glücklich bist.«
Zahra, Mutter von Kimiya, aus Iran / Afghanistan:
»Im Namen Gottes. Ich schreibe diesen Brief an dich, meine Zukunft. Meine liebe Tochter, ich bin mir nicht sicher, worüber ich schreiben soll. Aber ich möchte dir von ein paar Höhen und Tiefen in unserem Leben erzählen.«
Asma, Mutter von Muhammad, aus Syrien:
»Mein lieber Sohn Muhammad, mein Sonnenschein. Wir waren glückselig, als wir erfahren haben, dass ich mit dir schwanger war, dein Vater und ich. Ich habe mich nach dem Tag gesehnt, an dem du in unser Leben kommen würdest.«
Prisca, Mutter von Happyness, aus der Demokratischen Republik Kongo:
»Als du auf die Welt kamst, war ich völlig überwältigt von diesem wunderbaren Gefühl.«
Latifa, Mutter von Mozhda, aus Afghanistan:
»Mein Mädchen, du warst so schön, deine Augen strahlten wie die Sonne. Du warst weiß wie Käse und weich wie Baumwolle. Als ich dich anschaute, vergaß ich jeglichen Schmerz.«
Asma, Mutter von Muhammad, aus Syrien:
»Ich war so glücklich, dich von Tag zu Tag wachsen zu sehen.«
Latifa, Mutter von Mozhda, aus Afghanistan:
»Mozhda, ich kann immer noch nicht unsere Zeit in Afghanistan loslassen, wo wir ein richtiges Zuhause hatten. Wir waren glücklich und zufrieden dort.«
Gita, Mutter von Najma, aus Afghanistan:
»Zu jener Zeit war dein Vater Fahrer einer Privatschule und ich habe mich um dich und deine Brüder gekümmert. Wir haben das Leben in vollen Zügen genossen.«
Latifa, Mutter von Mozhda, aus Afghanistan:
»Mein Liebling, wir lebten ein ganz normales Leben in Baghlan, als eines Tages die Taliban unser Zuhause angriffen. Sie haben deinen Onkel getötet und versucht, deinen Großvater zu töten.«
Nazir-Ahmad, Vater von Yasna, aus Iran:
»Ich wollte nicht, dass du in Schmerz und Leid aufwächst, in einer Gesellschaft, in der Frauen und Mädchen seit jeher verachtet werden.«
Fatima, Mutter von Sogol, aus Iran/Afghanistan:
»Also haben dein Vater und ich entschieden, nach Europa zu gehen. Ich weinte mir die Augen aus, während du friedlich geschlafen hast, auf dem aufblasbaren Boot nach Griechenland.«
Prisca, Mutter von Happyness, aus der Demokratischen Republik Kongo:
»Ich erinnere mich, wie ich dich in meinen Armen hielt, in der Mitte des Bootes. Ich habe für dich gesungen und gebetet und du warst ganz ruhig.«
Latifa, Mutter von Mozhda, aus Afghanistan:
»Auf einem Schlauchboot mussten wir unsere Leben diesen blutigen Gewässern anvertrauen. Du hattest solche Angst und sagtest ›Mama, ich habe Angst, halte mich.‹ Und ich umarmte dich und sagte: ›Hab keine Angst...‹
Nazir-Ahmad, Vater von Yasna, aus Iran:
»Ich habe dich mit auf diese gefährliche Reise genommen, aber nie habe ich gedacht, dass wir in einem Zelt leben müssten, in einem europäischen Land.«
Zahra, Mutter von Kimiya, aus Iran/Afghanistan:
»Als wir auf der Insel ankamen, waren wir schockiert. Wir wurden zu einem alten Zelt gebracht, gefüllt von zehntausend Tränen. Nachts sind Mäuse über unsere Köpfe und Gesichter gelaufen.«
Asma, Mutter von Muhammad, aus Syrien:
»Wir haben gefroren. Es gab keinen Strom, keine Heizung und wir haben unter Hunger gelitten wegen des furchtbaren Essens.«
Fatima, Mutter von Sogol aus Iran/Afghanistan:
»Du hast gezittert, wenn ich deine Windeln wechselte. Mein Kissen war die ganze Zeit feucht von Tränen.«
Nazir-Ahmad, Vater von Yasna, aus Iran:
»Ich werde nie die gefährlichen Tage vergessen, die du durchlebt hast. Ich verurteile mich selbst jeden Tag dafür.«
Latifa, Mutter von Mozhda, aus Afghanistan:
»Meine Liebe, ich weiß, das ist nicht das Leben, das du verdienst. Wir sind nun schon seit fast drei Jahren hier. Deine Zukunft ist immer noch so unsicher. Ich verbringe meine Tage damit, im Büro für Asylanträge auf Antworten zu warten, aber niemand gibt mir welche.«
Nazir-Ahmad, Vater von Yasna, aus Iran:
»Aber, meine liebe Yasna. Ich hoffe, dass diese harten Zeiten bald vorbei sind.«
Fatima, Mutter von Sogol, aus Iran/Afghanistan:
»Ich wünsche mir Frieden, ein sicheres Dach über dem Kopf. Das kann überall auf der Welt sein, wo dein Vater arbeiten kann, du zur Schule gehen kannst und ich meinen Haarsalon haben kann. In einem Land mit gleichen Rechten für alle.«
Asma, Mutter von Muhammad, aus Syrien:
»Du liebst Fußball und willst später Astronaut werden, wenn Gott will. Dein Traum ist es, mehrere Sprachen zu lernen. Aber leider haben wir es noch nicht geschafft, dich in der Schule anzumelden, weil unser Antrag auf Asyl abgelehnt wurde.«
Prisca, Mutter von Happyness, aus der Demokratischen Republik Kongo:
»Bitte wisse, dass ich dich immer beschützen werde. Ich liebe dich, meine Happyness.«
Asma, Mutter von Muhammad, aus Syrien:
»Möge Allah dich vor bösen Augen und jeglichem Schaden beschützen. Ich könnte nicht ohne dich leben.«
Nazir-Ahmad, Vater von Yasna, aus Iran:
»Sei frei und lebe frei. Ich wünsche dir eine wunderschöne, erfolgreiche Zukunft, meine liebe Yasna.«