China: Gericht in Hongkong spricht Organisatoren von Tiananmen-Mahnwachen schuldig - DER SPIEGEL
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Massaker im Jahr 1989 Gericht in Hongkong spricht Organisatoren von Tiananmen-Mahnwachen schuldig

China versucht mit aller Macht, das Tiananmen-Massaker aus dem nationalen Gedächtnis zu löschen. In Hongkong haben sich viele Menschen lange dagegen aufgelehnt. Zwei Demokratieaktivisten müssen dafür nun büßen.
Demonstranten bei einer Gedenkveranstaltung am Jahrestag des Tiananmen-Massakers in Hongkong im Jahr 2019
Demonstranten bei einer Gedenkveranstaltung am Jahrestag des Tiananmen-Massakers in Hongkong im Jahr 2019

Demonstranten bei einer Gedenkveranstaltung am Jahrestag des Tiananmen-Massakers in Hongkong im Jahr 2019

Foto: Kin Cheung/AP/dpa

In Hongkong sind zwei Organisatoren von Mahnwachen zum Gedenken an die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz 1989 schuldig gesprochen worden. Der formaljuristische Grund: »Anstiftung zur Subversion«.

In den Morgenstunden des 4. Juni 1989 war die chinesische Armee in Peking mit Panzern gegen Studentinnen und Studenten vorgegangen, die auf dem Tiananmen-Platz für mehr Demokratie demonstriert hatten. Hunderte, nach einigen Schätzungen sogar mehr als tausend Menschen, wurden damals getötet. China versucht mit aller Macht, das Ereignis aus dem nationalen Gedächtnis zu löschen.

Die 41-jährige Chow Hang-tung und der 69-jährige Lee Cheuk-yan hätten andere Menschen zu »illegalen« Aktionen angestachelt, hieß es in dem am Freitag in der chinesischen Sonderverwaltungszone veröffentlichten Urteil. Damit drohen den beiden Demokratieaktivisten jeweils bis zu zehn Jahre Haft.

Sicherheitskräfte vor dem Gericht in Hongkong

Sicherheitskräfte vor dem Gericht in Hongkong

Foto: Tyrone Siu / REUTERS

Die beiden Verurteilten hätten »andere Personen dazu angestiftet, illegale Handlungen zu organisieren, zu planen, zu begehen oder sich daran zu beteiligen«, hieß es in dem Urteil. Ihr Ziel sei es gewesen, »die Staatsgewalt zu untergraben«. Das Strafmaß solle zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

2020 wurde das Tiananmen-Gedenken in Hongkong verboten

Die beiden Aktivisten gehörten zu den führenden Mitgliedern der Hongkong-Allianz. Diese hatte drei Jahrzehnte lang das öffentliche Gedenken an die Niederschlagung der Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz organisiert. Jahr für Jahr nahmen am 4. Juni Tausende Menschen an der Mahnwache im Hongkonger Victoria Park teil.

2020 wurde dann das Tiananmen-Gedenken in Hongkong verboten. Im selben Jahr erließ Peking zudem ein sogenanntes Sicherheitsgesetz, um gegen die Demokratiebewegung in Hongkong vorzugehen. Nach der Festnahme ihrer führenden Mitglieder löste sich die Hongkong-Allianz 2021 auf.

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dop/AFP