Donald Trump attackiert Smithsonian erneut heftig - DER SPIEGEL
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Angeblich verfälschende Geschichtsschreibung Trump attackiert das Smithsonian erneut heftig

Die Ausstellungen der Smithsonian-Museen sind ihm nicht glanzvoll genug, statt die USA zu feiern, werde über Sklaverei informiert: Im Kulturkampf gegen das renommierte Institut hat US-Präsident Trump jetzt nachgelegt.
Donald Trump im Kennedy Center in Washington D.C. (am 13. August)
Donald Trump im Kennedy Center in Washington D.C. (am 13. August)

Donald Trump im Kennedy Center in Washington D.C. (am 13. August)

Foto: Will Oliver / EPA

An den Elite-Unis hat er sich bereits abgearbeitet und teils erhebliches Entgegenkommen erzwungen. Nun geht US-Präsident Donald Trump verstärkt gegen die ihm unliebsame Darstellung der Vereinigten Staaten in bestimmten Museen des Landes vor. Er kündigte am Dienstag an, er werde seine Anwälte in die Forschungs- und Bildungseinrichtung Smithsonian Institution schicken.

»Die Smithsonian ist AUSSER KONTROLLE«, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. »Dort wird nur diskutiert, wie schrecklich unser Land ist, wie schlimm die Sklaverei war und wie schlecht es den Unterdrückten ging«, schrieb Trump. »Nichts über Erfolg, nichts über Glanz, nichts über die Zukunft.« Die Smithsonian Institution, ein renommierter Museumsverbund mit Fokus auf US-Geschichte und -Kultur, gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Wie der Historiker Andreas Etges vom Amerika-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München auf Trumps Vorgehen gegen das Smithsonian blickt, lesen Sie hier.

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Der Präsident hatte der 1846 gegründeten Einrichtung, die 21 Museen umfasst, bereits vor längerer Zeit vorgeworfen, eine »antiamerikanische Ideologie« zu verbreiten. Vergangene Woche kündigte das Präsidialamt eine interne Überprüfung einiger Smithsonian-Museen an. Nun erklärte Trump, er werde die Einrichtung dazu zwingen, seine Forderungen zu akzeptieren.

Trump lässt derzeit missliebige Inhalte aus den Nationalmuseen in Washington entfernen. Die US-Regierung hatte angeordnet, »spalterische oder parteiische« Darstellungen zur US-Geschichte und -Kultur aus Ausstellungen zu entfernen und die »amerikanische Einzigartigkeit zu feiern«.

Soldaten vor dem National Museum of the American Indian (am 14. August)

Soldaten vor dem National Museum of the American Indian (am 14. August)

Foto: Alex Wroblewski / AFP

Im Visier hat die Trump-Regierung unter anderem die Nationalmuseen für Amerikanische Geschichte sowie für Afroamerikanische Geschichte und Kultur. Auch das National Museum of the American Indian ist betroffen. Bis zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 2026 sollen die Ausstellungen überarbeitet sein.

Die Museen in der Hauptstadt und im ganzen Land seien die letzte Bastion einer »woken« Kultur, schrieb Trump weiter. Er gab die Parole aus: »woke is broke« (etwa: »woke ist am Ende«).

Bürgerrechtler sind entsetzt über das Vorgehen

Trump droht den Museen mit demselben Vorgehen, das er bereits gegen Universitäten angewendet hat. »Ich habe meine Anwälte angewiesen, die Museen zu überprüfen und genau den gleichen Prozess einzuleiten, der bei den Colleges und Universitäten angewendet wurde, wo enorme Fortschritte erzielt worden sind«, erklärte Trump.

Hintergrund ist Trumps Vorgehen gegen führende US-Bildungseinrichtungen, denen er wegen pro-palästinensischer Proteste, Transgender-Richtlinien und Diversitätsprogrammen mit der Streichung von Bundesmitteln gedroht hatte. Unter anderem die Columbia University in New York akzeptierte bestimmte Forderungen der Regierung . Verhandlungen mit Harvard dauern an.

Die Smithsonian Institution wird zwar größtenteils vom US-Kongress finanziert, ist in ihren Entscheidungen jedoch von der Regierung unabhängig. Bürgerrechtler werfen der Trump-Regierung vor, jahrzehntelange soziale Fortschritte zunichtezumachen und die kritische Auseinandersetzung mit entscheidenden Phasen der US-Geschichte zu behindern.

Im vergangenen Jahr besuchten nach Angaben von Smithsonian fast 17 Millionen Menschen die verschiedenen Einrichtungen in Washington. Der Eintritt ist grundsätzlich kostenlos.

jok/Reuters