Donald Trump könnte Luxus-Jet aus Katar als Geschenk annehmen – und sieht kein Problem darin - DER SPIEGEL
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Neue Air Force One US-Präsident könnte Luxusjet aus Katar als Geschenk annehmen – und sieht kein Problem darin

Der Ölstaat Katar will den USA offenbar eine Boeing 747 überlassen, die zur Präsidentenmaschine umgebaut werden könnte. Donald Trump bejubelt den »sehr offenen und transparenten« Vorgang.
Donald Trump betritt die Präsidentenmaschine: Jet ist in die Jahre gekommen
Donald Trump betritt die Präsidentenmaschine: Jet ist in die Jahre gekommen

Donald Trump betritt die Präsidentenmaschine: Jet ist in die Jahre gekommen

Foto: Leah Millis / REUTERS

Ein sicherer Weg, um Donald Trumps Wohlwollen zu gewinnen, sind warme Worte und teure Geschenke. Was sich nun allerdings zwischen dem US-Präsidenten und dem Emirat Katar abzeichnet, dürfte einzigartig sein. Trump könnte US-Medien zufolge ein luxuriöses Flugzeug vom Typ Boeing von der Familie des Emirs von Katar als Geschenk annehmen. Das Flugzeug solle danach in den USA zur Präsidentenmaschine »Air Force One« aufgerüstet werden.

Dies wäre ein, vorsichtig formuliert, höchst ungewöhnlicher Schritt – und lässt Fragen laut werden. Den Berichten zufolge handelt es sich um ein Langstreckenflugzeug vom Typ Boeing 747-8. Der Jet kostet im Neuzustand laut Listenpreis von 2019 mehr als 400 Millionen US-Dollar (355 Millionen Euro).

Boeing 747 auf dem Flughafen von Palm Beach nach einer Besichtigung durch Donald Trump

Boeing 747 auf dem Flughafen von Palm Beach nach einer Besichtigung durch Donald Trump

Foto: Roberto Schmidt / AFP

Nach Trumps Ausscheiden aus dem Amt würde das Flugzeug an seine Präsidentenstiftung gespendet, berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend. Wie CNN meldet , würde dieser Schritt ermöglichen, dass Trump die Maschine nach seinem Abschied aus dem Weißen Haus weiternutzt.

Trump schien die Berichte über sein Sprachrohr Truth Social zu bestätigen, erwähnte Katar aber nicht. Und von Korruption und/oder fragwürdigen Deals will er erst recht nichts hören. Vielmehr handele es sich um »einen sehr öffentlichen und transparenten Vorgang«.

Die Tatsache, dass das Verteidigungsministerium, eine 747 geschenkt bekomme, um die alte »Air Force One« zu ersetzen, störe die Demokraten, schrieb Trump. Sie bestünden darauf, dass die USA das Flugzeug »zum Höchstpreis« bezahlten.

Anwälte prüfen Rechtmäßigkeit

Sowohl US-Justizministerin Pam Bondi als auch die Anwälte im Weißen Haus bemühen sich laut dem US-Sender »ABC« , die Rechtmäßigkeit des angeblichen Geschenks zu betonen. Demnach sei es »rechtlich zulässig«, wenn Trump ein derart luxuriöses Geschenk entgegennehme. An die Schenkung seien keine Bedingungen geknüpft, so die bemerkenswerte Schlussfolgerung. Daher könne man auch nicht von Bestechung sprechen. Die Frage, warum Katar einfach so ein derart teures Flugzeug verschenken sollte, blieb dabei unbeantwortet.

Der US-Präsident will von Dienstag bis Donnerstag nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen. Das geplante Geschenk könnte während Trumps Aufenthalt in Katar verkündet werden.

CNN zitiert einen hochrangigen Vertreter Katars. Demnach solle das Flugzeug genau genommen vom katarischen Verteidigungsministerium an das Pentagon verschenkt werden. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Den US-Medien zufolge ist das fragliche Flugzeug mehr als ein Jahrzehnt alt. Die beiden aktuellen Präsidentenflugzeuge sind seit den Neunzigerjahren im Einsatz.

Neue Maschinen sind bestellt – aber es dauert

Es handelt sich um zwei umgebaute Flugzeuge vom Typ Boeing 747-200B. Als fliegendes Büro sind eine Maschine und ein ähnlich konfigurierter Ersatzflieger speziell auf die Bedürfnisse des US-Präsidenten zugeschnitten. Sie haben modernste Kommunikationstechnologie und Anti-Raketen-Vorrichtungen und können in der Luft betankt werden.

Trump hatte in seiner ersten Amtszeit zwei neue Maschinen bei Boeing bestellt. Nach jahrelangen Verzögerungen und steigenden Kosten ist unklar, ob wenigstens eine der beiden bestellten 747-Maschinen noch in Trumps Amtszeit übergeben wird. Zuletzt sollte Techmilliardär Elon Musk dafür sorgen, dass Trump schneller ein neues Präsidentenflugzeug bekommt. Privat nutzt Trump eine Boeing 757, die unter dem Spitznamen »Trump Force One« bekannt ist.

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Die Reaktion im politischen Gegenlager war schnell und eindeutig. »Nichts sagt ›America First‹ so deutlich wie eine »Air Force One« aus Katar. Das ist nicht nur Bestechung, es ist ausländische Einflussnahme mit extra Beinfreiheit«, schrieb der Topdemokrat Chuck Schumer in einer ersten Stellungnahme.

jok/dpa