Verstolperter Start Nach wenigen Tagen im Amt – Trump-Sprecherin Zacharia laut US-Medien gefeuert
Katie Zacharia, Sprecherin des Weißen Hauses, und US-Präsident Donald Trump
Foto: Kevin Lamarque / REUTERSKatie Zacharia trat ihren neuen Job als Sprecherin des Weißen Hauses erst vor wenigen Tagen an, fiel aber schon mehrfach auf: etwa mit einer nervösen Ansprache bei ihrer ersten Pressekonferenz, die dazu noch sehr kurz ausfiel, und mit falschen Äußerungen zu ihrer Anwaltsprüfung. Nun ist sie ihren Job Medienberichten zufolge schon wieder los.
Die »New York Times« und CNN berichten übereinstimmend, Zacharia sei am Freitag gefeuert worden. Die Medien berufen sich auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen und auf Berater von US-Präsident Donald Trump. Die »New York Times« schreibt nicht, wer Zacharia gefeuert hat, CNN berichtet, es sei Trump gewesen.
Das steht im Widerspruch zu Trumps Äußerungen kurz zuvor. Er hatte erklärt, Zacharia nahelegt zu haben, darüber nachzudenken, ob der Job der richtige für sie sei. Er wolle mit ihr nach seiner Rückkehr darüber sprechen.
Die Nachrichtenagentur dpa berichtet derweil, Zacharia gebe ihr Amt US-Kreisen zufolge auf. Sie werde den Posten räumen, bestätigte ein ranghoher Regierungsbeamter der dpa demnach, ohne nähere zeitliche Angaben dafür zu nennen.
Trump wollte angeblich noch mit Zacharia reden
Vor seiner Abreise zum Midterm-Wahlkampf im US-Bundesstaat Georgia hatte der US-Präsident sich vor laufenden Kameras einigen Journalistenfragen gestellt. Dort holte er zu einer für ihn üblichen Medienschelte aus. Zacharia werde von den Medien schlecht und unfair behandelt, meinte er. Er habe zwei Minuten zuvor mit Zacharia gesprochen, so Trump, er habe ihr gesagt: »Ist das was für dich, Katie? Ehrlich gesagt, das hast du doch gar nicht nötig.« Und weiter: »Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich es mir noch einmal überlegen.«
Wie es nun für Zacharia weitergehe, wurde Trump gefragt. Der US-Präsident erklärte, er habe Zacharia gesagt, sie solle darüber nachdenken. »Ich möchte einfach nur, dass sie glücklich ist.« Er werde nach seiner Rückkehr aus Georgia wieder mit ihr sprechen. Aber die Entscheidung ist den Berichten zufolge bereits gefallen.
Die frühere Fernsehkommentatorin Zacharia hatte die Nachfolge von Karoline Leavitt angetreten, die ihr Amt Ende August aufgegeben hatte. Sie gilt als erzkonservativ und loyal gegenüber Trump. Sie ließ in der Vergangenheit immer wieder eine Nähe zu Verschwörungserzählungen erkennen. So verbreitete sie im September 2022 die Falschbehauptung, der frühere Wahlkampfleiter Hillary Clintons, John Podesta, sei pädophil.
Am Dienstag leitete sie ihre erste Pressekonferenz im Weißen Haus, wirkte dabei aber nervös und beendete die Konferenz ungewöhnlich schnell. Zuletzt musste sie dann öffentlich zugeben, bei ihrer Anwaltsprüfung durchgefallen zu sein, sich aber trotzdem als Anwältin bezeichnet zu haben. Fox-News-Moderator Sean Hannity – ein Vertrauter von Trump – befragte Zacharia dabei ungewöhnlich kritisch. Trump kritisierte ihn nun dafür.
Zu Zacharias Abschied meldete sich auch Anthony Scaramucci zu Wort. Er war 2017 für zehn Tage inoffiziell Pressesprecher des Weißen Hauses gewesen, wurde aber noch vor seiner offiziellen Ernennung von Trump abgesetzt. Er schreibt nun auf X: »Liebe @katiezacharia — als weltweit führender Experte für kurze Amtszeiten im Weißen Haus gesprochen: Schalten Sie die Nachrichten aus und genießen Sie Zeit mit Ihrer Familie. Mit der Zeit werden Sie erkennen, dass das Universum Ihnen einen großen Gefallen getan hat.«
14 Minuten, drei Fragen, keine Antwort zur Ukraine: Katie Zacharias erster Auftritt im Weißen Haus war ein Fehlstart. Wer ist die Frau, die Trump an seiner Stabschefin vorbei zu seiner Sprecherin ernannt hat? Und was stimmt an ihrem Lebenslauf? Mehr dazu lesen Sie hier.