Während Putin die Ukraine mit Krieg überzieht, fallen in Florida, bei der Jahreskonferenz der US-amerikanischen Rechtskonservativen, Sätze wie diese:
Logan Manhart, Konferenzteilnehmer
»Russland hat unter vier der letzten fünf US-Präsidenten Militärmanöver gestartet. Raten Sie mal, bei welchem sie ihre Grenzen nicht ausgetestet haben – es war Präsident Trump.«
Williams Schuyler, Konferenzteilnehmer
»Ich glaube, wenn Trump noch im Amt wäre, wären wir nie an diesem Punkt gelandet.«
Daniel Hopping, Konferenzteilnehmer
»Wollen wir einen Krieg kämpfen für ein Land, das die meisten Amerikaner nicht mal auf der Karte finden würden?«
Marc Pitzke beobachtet die Konferenz vor Ort für den SPIEGEL.
Marc Pitzke, DER SPIEGEL
»Die Conservative Political Action Conference, kurz CPAC genannt, ist die größte Jahrestagung der Rechtskonservativen in den USA. Sie findet dieses Jahr in Florida statt in diesem schicken Golf-Hotel hier hinter mir. Das war früher mal ein relativ seriöses Podium für Ideen und Gedanken und Debatten. Seit Trump ist das zu einer Messe für die ›Make America Great‹-Bewegung verkommen. Dies ist quasi deren inoffizieller Parteitag.«
Trump selbst sprach am Samstagabend. Der Ex-Präsident hatte Putins Inszenierung rund um die Invasion als »genial« gelobt. Auch diesmal kritisierte Trump zwar die Ukraine-Invasion, ließ aber zugleich seine Bewunderung für den russischen Machthaber durchblicken.
Donald Trump, ehemaliger US-Präsident
»Der russische Angriff auf die Ukraine ist entsetzlich. Es ist eine Grausamkeit, die nie hätte passieren dürfen. Das Problem ist nicht, dass Putin schlau ist. Natürlich ist er schlau. Das wahre Problem ist, dass unsere Führer dumm sind. Putin spielt mit Biden.«
Der überhastete US-Abzug aus Afghanistan und Joe Bidens angebliche politische Schwäche seien die eigentlichen Gründe für den Krieg.
Donald Trump, ehemaliger US-Präsident
»Ich bin der einzige US-Präsident im 21. Jahrhundert, während dessen Amtszeit Russland in kein Land einmarschiert ist.«
Marc Pitzke, DER SPIEGEL
»Das ist natürlich völliger Quatsch. Du kannst nicht einerseits sagen, Putin ist toll, und andererseits: Ich bin der stärkste Feind von Putin. Das passt natürlich alles nicht zusammen.«
Angesichts des Krieges in der Ukraine fordern die Trump-Anhänger in Florida von der US-Regierung vor allem eins: dass sie sich raushält.
Logan Manhart, CPAC-Teilnehmer
»Ich glaube, jetzt muss Europa sich vorwagen. Es passiert bei denen im Hinterhof. Wenn es in Kanada oder Mexiko passieren würde, würden ja auch die Vereinigten Staaten vorweggehen.«
Im offiziellen Programm der CPAC spielt der Krieg in der Ukraine keine Rolle. Die Konservativen setzten ein Dreivierteljahr vor den Kongresswahlen ganz auf Kulturkampf. Es gibt Podiumsdiskussionen über »Cancel Culture«, über die sogenannte Transgender-Ideologie oder zu den angeblichen Gefahren der Critical Race Theory.
Marc Pitzke, DER SPIEGEL
»Und eine Diskussion gab es tatsächlich, die hatte den Titel ›The Invasion‹. Da habe ich gedacht, schau mal, da dreht es sich tatsächlich um die Ukraine und über Russland. Ging also dahin. War aber falsch. Ging nicht um die Invasion der Ukraine. Es ging um die angebliche Invasion von illegalen Einwanderern an der amerikanischen Südgrenze zu Mexiko. Die sei nämlich, und das haben die Redner mehrfach betont, viel gefährlicher als das, was da gerade an Invasion in Europa los sei.«