Donald Trump: Wie er eine zweite, irre Realität schafft und damit durchkommt - Podcast - DER SPIEGEL
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Podcast »Acht Milliarden« Die große, furchtbar reale Trump-Show

Donald Trump schafft eine zweite, irre Realität in den USA. Das Groteske ist als normal akzeptiert. Er kommt damit durch, daran ändern auch seine Auftritte vor Gericht nichts.
Ein Podcast von Olaf Heuser und Marc Pitzke

Donald Trump gibt es inzwischen zweimal.

Es gibt den weltweit bekannten Wüterich, der sich selbst lobt, tobt, und live lügt, wenn Kameras laufen. Und es gibt den alten Mann, der im Gerichtssaal einschläft. Der dem Prozess nicht immer folgen kann. Der in den Pausen von einer Mitarbeiterin auf die nächste Tirade vorbereitet werden muss, die sie in New York ›the human printer‹ nennen, den menschlichen Drucker.

Donald Trump vor Gericht in New York, 13. Mai 2024

Donald Trump vor Gericht in New York, 13. Mai 2024

Foto: Steven Hirsch / EPA

»Er war wie ein Kind. Er konnte sich nicht für eine längere Phase als fünf Minuten konzentrieren«, so hat SPIEGEL-Korrespondent Marc Pitzke den Ex-Präsidenten während des Strafprozesses in New York erlebt. »Seine Beraterin hatte so einen mobilen Printer dabei. Die hat immer Artikel über ihn ausgedruckt, in denen er gut wegkommt. Und wenn er draußen auf dem Flur vor der Kamera sprechen durfte, dann las er daraus vor, und das hielt ihn so ein bisschen wach.«

Donald Trump wird im Juni 78 Jahre alt, wirkt aber in der Öffentlichkeit vitaler als Joe Biden, sein Kontrahent bei den kommenden Präsidentschaftswahlen. Und egal, wie viele Journalistinnen und Journalisten über den müden Trump vor Gericht berichten, es sind die Bilder des zornigen, polternden, vitalen Trump, die die öffentliche Meinung bestimmen. Es gibt nicht nur zwei Donald Trumps – es gibt inzwischen auch zwei Realitäten in den USA. Und die große, irre Trump-Show hat die alte, faktenbasierte Realität in weiten Teilen verdrängt.

»Es ist wie eine Realsatire. Man kommt überhaupt nicht mehr mit, zu erzählen, wie bizarr das alles ist«, sagt Marc Pitzke im Podcast. »Das ist auch die Strategie von Trump, dass man so überrollt wird von dieser Lawine aus Grotesken, dass man das Groteske selbst gar nicht mehr mitbekommt.«

Könnte ein Schuldspruch im Schweigegeldprozess Donald Trump und seiner Strategie gefährlich werden? Gibt es überhaupt noch kritische US-Berichterstattung, die die Menschen erreicht? Und wie wirken sich die zwei Realitäten auf die kommende Wahl in den USA aus? Darüber spricht Marc Pitzke in dieser Episode des SPIEGEL-Auslandspodcasts Acht Milliarden.

Diese Folge können Sie gleich hier hören:

Der Auslandspodcast Acht Milliarden erscheint immer freitags auf SPIEGEL.de und überall, wo es Podcasts gibt. Sie haben Anregungen, Kritik, Themenvorschläge oder sogar Lob zu dieser Sendung? Dann schreiben Sie uns doch eine Mail an die Adresse acht.milliarden@spiegel.de .

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