Gipfeltreffen in Washington Trump und Xi beschwören ihre »wahrhaft großartige Freundschaft« – auch mit zwei Pandas
Xi Jinping und Donald Trump
Foto: Evan Vucci / REUTERSBei einem Treffen im Weißen Haus haben US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping ihren Willen zur Kooperation betont: »Ich bin hier, um die Freundschaft und die Zusammenarbeit auszubauen«, sagte Xi bei seiner Ankunft.
Trump sprach von einer »wahrhaft großartigen Freundschaft« zu Xi und sagte, man habe »enorme Fortschritte« bei den Problemen erzielt, mit denen beide Länder konfrontiert seien. Eine Zusammenarbeit zwischen China und den USA könne vielleicht nicht jedes Problem auf der Welt lösen, sagte Xi. »Aber ohne unsere Zusammenarbeit wäre es schwer, viele der Probleme der Welt zu lösen.«
Xi kündigte an, dass in wenigen Tagen zwei Pandas in den Zoo von Atlanta einziehen würden. Die Leihgabe Chinas an ausgewählte Zoos im Ausland wird als Panda-Diplomatie bezeichnet. Zudem werde China in den kommenden fünf Jahren 100.000 junge Menschen aus den USA zu Austausch- und Studienbesuchen einladen.
Xi Jinping und Donald Trump im Oval Office
Foto: ABACAPRESS / IMAGOBeide Länder müssten friedlich koexistieren, sagte Xi. Der Wettbewerb solle positiv geführt werden und Grenzen haben. Trump erklärte, er und Xi würden über Sicherheit, Technologie und künstliche Intelligenz (KI) sprechen. Zudem arbeite man an einer ausgewogeneren Handelsbeziehung, die US-Landwirten neuen Marktzugang verschaffe.
Bomber brachte US-Präsidenten aus der Fassung
Der US-Präsident hatte am Mittwochabend Xi nach dessen Landung auf einem Militärflugplatz nahe der Hauptstadt Washington begrüßt. Auch die Ehefrauen der Staatschefs, Melania Trump und Peng Liyuan, nahmen an der kurzen Zeremonie teil. Während der US-Hymne flogen Bomber vom Typ B1 über die Gäste der Zeremonie – der Lärm war so ohrenbetäubend, dass Trump das Gesicht verzog. Auffällig war auch, dass der US-Präsident trotz rund 18 Grad Celsius einen Mantel und Handschuhe trug.
Kurz nach Xis Landung in Washington verkündete US-Finanzminister Scott Bessent beim Sender Fox News, dass sich beide Länder auf eine Verlängerung ihrer Zollpause um zwei Monate verständigt hätten. »Wir haben heute vereinbart, das sogenannte Busan-Abkommen zu verlängern«, sagte Bessent. Allerdings gab es auch Stunden später noch keine Bestätigung der chinesischen Seite für den Deal.
Xis Staatsbesuch in den USA dauert drei Tage. Für den Abend ist ein Staatsbankett geplant, bei dem beide eine Ansprache halten wollen. Dazu werden auch führende Köpfe aus der Techbranche erwartet, darunter Tesla-Chef Elon Musk, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Google- und Alphabet-Chef Sundar Pichai sowie Apple-Verwaltungsratschef Tim Cook.
Für Chinas Staats- und Parteichef ist es die erste USA-Reise seit 2023, als er zum Wirtschaftsgipfel Apec nach Kalifornien gereist war und Trumps Vorgänger Joe Biden getroffen hatte. Trump hatte Xi während seines Besuchs in Peking Mitte Mai ins Weiße Haus eingeladen. Bereits 2017 hatte Trump ihn in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida empfangen. Sein bislang letzter Staatsbesuch mit Empfang im Weißen Haus war 2015.