Budapest: Niedrigwasser in Donau legt tote Soldaten der Wehrmacht frei - DER SPIEGEL
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Funde in Budapest Niedrigwasser der Donau legt Überreste von zwei Wehrmachtssoldaten, ein Motorrad und Tellermine frei

Die Donau führt so wenig Wasser wie selten. Nun meldet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge einen spektakulären Fund in Budapest. Auch der Kampfmittelräumdienst war im Einsatz.
Motorrad der Wehrmacht: Mehr als 80 Jahre am Grund der Donau
Motorrad der Wehrmacht: Mehr als 80 Jahre am Grund der Donau

Motorrad der Wehrmacht: Mehr als 80 Jahre am Grund der Donau

Foto: Gabor Kohlrusz / Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Überreste von zwei Wehrmachtssoldaten, ein Motorrad und eine Tellermine – das Niedrigwasser der Donau sorgt in Budapest für spektakuläre Funde. Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hätten die Gebeine der Soldaten exhumiert, teilte der Volksbund mit . Wegen der entdeckten Tellermine 35 zur Panzerabwehr sei auch der Kampfmittelräumdienst im Einsatz gewesen.

Das Wehrmachtsmotorrad und zwei entdeckte Erkennungsmarken seien gut erhalten, weil der Hafenschlamm mit Gasöl vermischt sei. Wie der Volksbund mitteilt, seien die Marken vollständig – normalerweise wurde im Todesfall eine Hälfte bei dem Soldaten belassen. Die andere Hälfte wurde demnach an die Wehrmachtsauskunftstelle geschickt, die die Angehörigen benachrichtigen ließ. Die Familien der Toten aus der Donau warteten offenbar vergeblich auf offizielle Nachricht. Bestattet werden die exhumierten Toten laut Mitteilung auf der deutschen Kriegsgräberstätte Budaörs nahe Budapest.

»Der Volksbund rechnet damit, dass auch aus Schiffswracks, die derzeit aus Flüssen auftauchen, Kriegstote zu bergen sein könnten«, heißt es in einer Mitteilung. Zuletzt waren wegen der Dürre in Serbien mehrere Schiffswracks der deutschen Marine aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt worden. »Zuständig sind immer erst die nationalen Experten«, sagte Arne Schrader, Leiter der Abteilung Kriegsgräberdienst und Internationale Beziehungen. »Sie verständigen uns, wenn es deutsche Kriegstote sind.«

Hitze und Trockenheit führten zu einem Rekordtiefstand der Donau. Dieser hat auch den Verkehr der Flusskreuzfahrtschiffe auf dem Budapester Abschnitt des Stromes zum Erliegen gebracht.

Ruinen, Fossilien, gar ein deutsches Atlantis: Die anhaltende Trockenheit hat vielerorts Dinge freigelegt, die sonst verborgen unter Wasser liegen. Die eindrücklichsten Bilder sehen Sie hier.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, es seien 35 Tellerminen entdeckt worden. Tatsächlich handelt es sich um eine Tellermine 35. Wir haben die Stelle korrigiert.

esk/dpa