Günstig und umweltfreundlich heizen - gute Nachrichten der Woche - DER SPIEGEL
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Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL

Lena Greiner

meinung •Alles Gute – der Newsletter mit ausschließlich guten Nachrichten Unser Nachbarland zeigt uns, wie man günstig und umweltfreundlich heizt

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

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Sorry, sorry, sorry, aber heute beginne ich mit etwas, das erst mal keine gute Laune macht. Vielleicht haben auch Sie in diesen Tagen Ihre Betriebs- oder Nebenkostenabrechnungen für das Jahr 2022 erhalten? Wir, die Mieter und Mieterinnen eines Hamburger Altbaus, hatten sie jedenfalls kürzlich im Briefkasten. Schön war das nicht. Die Kosten für Fernwärme sind im vergangenen Jahr extrem gestiegen. Die Stadt hat eines der größten Fernwärmenetze Deutschlands, und dieses wird vor allem mit Steinkohle aus einem Heizkraftwerk betrieben. Also extrem klimaunfreundlich – und extrem teuer.

Nur 270 Kilometer entfernt von Hamburg weiß man, wie es viel besser geht. Auch dort, in Esbjerg, einer kleinen Hafenstadt an der Westküste Dänemarks, heizen viele Menschen ihre Wohnungen und Häuser mit einem Fernwärmenetz, die meisten sogar. Doch das alte Kohlekraftwerk brauchen sie nicht mehr, es soll abgeschaltet werden. Stattdessen steht nun, direkt gegenüber, die größte auf CO₂ basierende Meerwasser-Wärmepumpe der Welt – eine Innovation, gebaut von dem deutschen Unternehmen MAN.

Großwärmepumpe in Esbjerg

Großwärmepumpe in Esbjerg

Foto: MAN Energy Solutions Switzerland

Wärmepumpen ziehen Wärme aus der Umgebung und speisen sie ins Heizsystem ein. Bei Einfamilienhäusern meist aus dem Boden oder der Luft. Das Modell in Esbjerg nutzt die Wärme von Meerwasser. Der entscheidende Vorteil gegenüber Einzelgeräten: Großwärmepumpen können gleich Tausende Haushalte auf einmal auf erneuerbare Wärme umstellen – ohne einen einzigen Heizungstausch. In Esbjerg und Umgebung werden ab Oktober 100.000 Menschen komplett von Kohle auf grüne Fernwärme aus der Wärmepumpe umgestellt. Die Verbraucher merken den Wechsel wahrscheinlich nur daran, dass die Preise sinken. Und die Stadt spart jährlich 60.000 Tonnen CO₂.

Meine Kollegin Susanne Götze aus unserem Wissenschaftsressort hat sich das Projekt vor Ort angeschaut . Sie ist begeistert von dem »grünen und effizienten Pragmatismus«, wie sie es nennt: »Die staatlichen Betreiber dort müssen für die Verbraucher kostengünstige Lösungen anbieten. Und allen war klar, dass Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien am meisten Sinn ergeben, kein Däne möchte mehr etwas anderes, selbst die, die vor Jahren noch skeptisch waren, berichteten meine Gesprächspartner.«

Was Susanne vor allem erstaunt hat, war die Erkenntnis, »welch große Potenziale die Wärmepumpen-Technologie bietet«. Und: »Das könnten wir auch in Hamburg machen.« Oder anderswo.

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Was diese Woche noch gut war – für die Welt:

Inflationsrate im April: Preisauftrieb bei Lebensmitteln lässt nach
Obst, Gemüse, Fleisch: Die Preisschübe bei Lebensmitteln könnten ihren Höhepunkt überschritten haben, die Teuerungsrate erreichte im April den niedrigsten Stand seit August 2022. Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung Sebastian Dullien sieht dafür zwei Gründe und zeigt sich hoffnungsvoll für die kommenden Monate. Lesen Sie hier mehr.

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Mehr Geld für Kommunen, aber keine Planungssicherheit: Die Reaktionen auf den Flüchtlings-Beschluss nach dem Bund-Länder-Gipfel in dieser Woche fallen eher gemischt aus. Parallel hat ein unabhängiges Beratergremium der Bundesregierung – der Sachverständigenrat für Integration und Migration – in seinem Jahresgutachten konkrete Vorschläge gemacht, wie Deutschland mit Menschen umgehen soll, die durch die Folgen des Klimawandels ihre Heimat verlieren – vor allem Bewohner von Inselstaaten. Im Zentrum der Idee steht ein »Klima-Pass«, ein humanitäres Aufnahmeprogramm, das einen befristeten Aufenthalt in Deutschland ermöglichen würde.

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Was gut ist – für Sie:

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Nackte Männer: Zeigt her eure Plauzen!
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So bekommt man ihn hin, den perfekten Kaffee
Mal schmeckt er zu dünn, mal zu bitter. Kaffee zuzubereiten, ist eine Kunst, mit der sich jetzt auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigt haben – sie haben die perfekte Methode des Kaffeebrauens berechnet. Wie auch Sie das hinkriegen, lesen Sie hier.

Und sonst?

Am Sonntag ist Muttertag – tatsächlich in diesem Jahr zum hundertsten Mal in Deutschland. Der ein oder die andere wird Blumen/Kuchen/Selbstgemaltes verschenken oder geschenkt bekommen und schöne Stunden mit der Familie verbringen. An anderen wird der Tag einfach vorbeiziehen. Wieder andere finden ihn ätzend – aus den unterschiedlichsten Gründen. »Schafft den Muttertag endlich ab!«, fordert etwa meine Kollegin Anna Clauß in ihrer aktuellen Kolumne . Sie ärgert das Frauenbild vom Heimchen am Herd, das hierzulande am Muttertag häufig propagiert wird. »Häufig nämlich fällt mir das Muttersein total schwer«, schreibt Anna. »Der Spagat zwischen Berufstätigkeit und Care-Arbeit zerreißt mich schier.« Besser gebrauchen als einen Muttertag könnte sie deshalb eine Viertagewoche bei vollem Lohnausgleich. Oder die Abschaffung des Ehegattensplittings.

Foto: Bo Zaunders / Getty Images

Die gute Idee aus dem Archiv:

Sie halten sich für unmusikalisch, grundsätzlich schlecht in Mathe oder sprachlich unbegabt? Das reden Sie sich nur selbst ein. Der amerikanische Physiknobelpreisträger Carl Wieman hat eine Pädagogikmethode entwickelt, mit der er große Erfolge feiert. »Aktives Lernen« heißt sie und das bedeutet, so schreibt mein Kollege Hilmar Schmundt in einem unserer Best-of-Texte: »Studenten machen lassen, korrigieren, weitermachen lassen, wieder korrigieren, eine Art Autodidaktentum, aber unter Anleitung eines Mentors.« Tatsächlich zeigten Studien, dass (fast) jeder (fast) alles lernen könne. Lesen Sie hier, wie (fast) jeder zum Genie werden kann .

Und jetzt sind Sie dran: Schicken Sie uns gern per Mail an GuteNachrichten.Newsletter@spiegel.de  Ihre ganz persönliche gute Nachricht aus der Woche – was ist Ihnen Gutes widerfahren, was haben Sie Schönes erlebt, gesehen, gehört? Es kann etwas Kleines sein oder etwas Lebensveränderndes. In den nächsten Wochen werden wir an dieser Stelle wieder eine Einsendung vorstellen*.

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Ihre Lena Greiner, Team- und Projektleiterin »Globale Gesellschaft« im Auslandsressort

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Dieser Beitrag gehört zum Projekt Globale Gesellschaft

Unter dem Titel »Globale Gesellschaft« berichten Reporterinnen und Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa über Ungerechtigkeiten in einer globalisierten Welt, gesellschaftspolitische Herausforderungen und nachhaltige Entwicklung. Die Reportagen, Analysen, Fotostrecken, Videos und Podcasts erscheinen in einer eigenen Sektion im Auslandsressort des SPIEGEL. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird von der Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) unterstützt.

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