Gute Nachrichten der Woche: Goethes Sohn, Winterblues und der richtige Umgang mit Emojis - DER SPIEGEL
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Anastasia Trenkler

meinung •Alles Gute vom SPIEGEL Die Leiden des jungen G.

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Das Verhältnis zu den eigenen Eltern kann schwierig sein. Die Erwartungen, Vergleiche, der Abnabelungsprozess – viele von Ihnen kennen das bestimmt.

Eigen war auch die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Johann Wolfgang von Goethe und seinem einzigen Sohn August: Als der junge Goethe auf einer Italienreise starb, bestimmte sein Vater die Inschrift auf dem Grabstein: »Goethe Filius«, »Goethes Sohn«, steht da.

Das Grab von Goethe: Mehr als der Sohn von

Das Grab von Goethe: Mehr als der Sohn von

Foto:

Romano Siciliani / epd / IMAGO

Ja, August hatte es nicht leicht als Dichtersohn. »Einmal hat er sich mit einem Schmetterling verglichen, der seine bunten Farben verloren habe. ›Ich sehne mich nach Ihnen‹, hat er schon als Kind dem oft abwesenden Vater geschrieben«, erzählte mir unser Italien-Korrespondent Frank Hornig. Er findet: »Ein bisschen Anerkennung hat August verdient.«

Frank hat Goethes Grab auf dem Nicht-Katholischen Friedhof in Rom besucht und dort Yvonne Mazurek gesprochen. Sie ist die Direktorin des Friedhofs und will »dem armen August« seine »Identität und Würde zurückgeben«, wie sie Frank sagte. Goethe Junior galt lange als Fußnote der Literaturgeschichte, als Assistent, der den Haushalt des Vaters in Weimar verwaltete und sonst wenig vorweisen konnte.

Tatsächlich aber hat auch er geschrieben. »Papa ist ein Hüne, ich bin ein Hühnchen«, soll er einmal gesagt haben. »Solchen Sprachwitz und solche Selbstironie hätte man gern mehr von ihm gehört«, sagt Frank.

Kurz vor Augusts 195. Todestag lud Mazurek eine Gruppe von Goethe-Experten ein, um das Image des Verstorbenen zu korrigieren. Frank war dabei und hat mit ihnen über die Biografie des jungen Goethe gesprochen. Lesen Sie hier  Franks Text über die späte Ehrenrettung.

Was diese Woche noch gut war – für die Welt:

Ein kleiner Sieg für den Tierschutz

Bei Fleisch aus Haltungsform 1 gelten nur die Mindestanforderungen für das Tierwohl. Der Discounter Aldi Süd will bald kein solches Fleisch mehr aus dem Eigenmarkensortiment verkaufen. Lesen Sie hier mehr darüber.

Weniger Mietanstieg auf Immobilienportalen

Im vergangenen Quartal sind Mieten in deutschen Städten kaum noch gestiegen. Nach den Entwicklungen der vergangenen Jahre ist das eine gute Nachricht. Laut Ökonomen könnte nun eine schmerzhafte Grenze erreicht sein. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Schwedisches Fußballwunder

Die Mannschaft des Mjällby AIF stammt aus einem 1400-Seelen-Fischerörtchen. Sie setzt weder auf größere Stars, noch hat das Team einen wohlhabenden Investoren im Rücken. Und doch hat es Mjällby AIF zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte zum schwedischen Fußballmeister geschafft. Erfahren Sie hier mehr über den sympathischen Verein.

Mjällby AIF beim Feiern: Ein Fußballwunder

Mjällby AIF beim Feiern: Ein Fußballwunder

Foto: Björn Larsson Rosvall / TT / IMAGO

Für Menschenrechte

Die inhaftierten Journalisten Mzia Amaglobeli und Andrzej Poczobut haben den renommierten Sacharow-Preis für Menschenrechte bekommen. Beide berichteten in Freiheit jeweils kritisch und mutig über Missstände in Georgien und Belarus. Die Auszeichnung trägt dazu bei, dass Amaglobeli und Poczobut nicht vergessen werden. Lesen Sie hier mehr über die Verdienste der Medienschaffenden. Und hier  ein Interview mit einer Weggefährtin Amaglobelis.

Mzia Amaglobeli vor Gericht: Kämpferin für Menschenrechte

Mzia Amaglobeli vor Gericht: Kämpferin für Menschenrechte

Foto: Zurab Tsertsvadze / EPA

Was gut ist – für Sie:

Wie Sport in den Wechseljahren hilft

Der Körper einer Frau verändert sich schon lange vor der letzten Periode. Sport lindert dann Beschwerden und schützt vor Krankheiten. Lesen Sie hier , was Expertinnen und Experten raten.

Was Immobilienbesitzer über den Energieausweis wissen sollten

Bei Immobilien spielen Energieausweise eine immer wichtigere Rolle. Doch was hat es mit dem Dokument eigentlich auf sich? Wann ist es Pflicht? Und wie nützt der Ausweis beim Verkauf? Antworten auf die wichtigsten Fragen lesen Sie hier .

Wie Sie sich mit Emojis und GIFs nicht blamieren

Was ein tanzender Bärenhintern mit gelungener Kommunikation zu tun hat. Ob Herzchen vom Chef als Belästigung zählen. Und wieso Sie keinen Brokkoli versenden sollten, erklärt Kommunikationsexperte Rainer Zeichhardt. Und bewahrt Sie vor einer Blamage .

Emojis: Verändern unsere digitale Kommunikation

Emojis: Verändern unsere digitale Kommunikation

Studio KME / Stocksy

Welcher ist der beste Regenponcho für Radfahrer

Sie sollen Alltagsradler schnell und zuverlässig vor Regen schützen, sind aber weder elegant noch modisch. Im Test mussten sechs Regenponchos zeigen, ob sie wirklich dichthalten. Die Ergebnisse.

Und sonst?

Ist am Wochenende Zeitumstellung. Damit beginnt für viele Menschen die dunkle Jahreszeit, sie fühlen sich dann niedergeschlagen, antriebslos – und haben allen Grund dazu, denn: »Das hat mit unserer biologischen, evolutionären Reaktion auf Wärme und Kälte, Licht und Dunkelheit zu tun. Der Winter schränkt uns ein«, erklärt Psychologin Kari Leibowitz, die mein Kollege Maik Großekathöfer interviewt hat.

Und dennoch: »Wie wir durch den Winter kommen, ist eine Frage der Denkmuster«, sagt die Expertin. Wenn wir meinen, der Winter sei einfach nur deprimierend, dann wird er es auch sein – eine selbsterfüllende Prophezeiung. Um besser, ja, fröhlicher durch die dunkle Jahreszeit zu kommen, rät Leibowitz unter anderem, für weiche Beleuchtung zu sorgen. Auch flauschige Hausschuhe und Kekse können helfen.

Winterwunderland in München: »Eine Frage der Denkmuster«

Winterwunderland in München: »Eine Frage der Denkmuster«

Foto: MONK / RelaXimages / picture alliance

Weniger bequem: Trotz Kälte sollte man regelmäßig nach draußen gehen, mindestens 20 Minuten am Tag, und Eisbaden – wenn nötig, in der kalten Badewanne, »das funktioniert auch!«, sagt Leibowitz.

Um herauszufinden, wie der Mensch durch den Winter kommt, ohne in ein Stimmungstief zu fallen, recherchierte sie unter anderem in Tromsø und Kopenhagen, im Norden Finnlands, auf Island und den Äußeren Hebriden vor der Küste Schottlands. Lesen Sie in Maiks Interview mehr über ihre Forschung.

In diesem Sinne: Denken Sie an die Zeitumstellung und haben Sie dennoch ein gutes Wochenende. Sollen Sie sich bisher nicht für unseren wöchentlichen Newsletter angemeldet haben, können Sie ihn hier gratis bestellen.

Herzliche Grüße

Ihre Anastasia Trenkler, Redakteurin im Nachrichtenressort des SPIEGEL