Inside Austria: So arbeiten wir im Podcast-Team - DER SPIEGEL
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Liveauftritt in Innsbruck: Was fasziniert viele Deutsche so sehr an Österreich?

Liveauftritt in Innsbruck: Was fasziniert viele Deutsche so sehr an Österreich?

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Daniel Jarosch / Journalismusfest Innsbruck

Lucia Heisterkamp

Die Lage: Inside Austria So arbeiten wir im Podcast-Team

Seit Herbst 2021 berichten wir bei »Inside Austria« jede Woche über große und kleine Skandale in Österreich. Zeit, zurückzublicken und einen Einblick in unseren Journalismus zu geben.

Seit fast fünf Jahren gibt es den Podcast »Inside Austria«. Im Herbst 2021 haben wir begonnen, in einer Serie vom Aufstieg und Fall des damaligen Kanzlers Sebastian Kurz zu erzählen. Seitdem sprechen wir jede Woche über kleine und größere Skandale in Österreich, über investigative Recherchen, Reportagen und Kuriositäten. In den mehr als 200 Folgen ging es um Immobilienmogule und abtrünnige Verfassungsschützer, um geleakte Chatnachrichten, unheimliche Weihnachtsbräuche oder deutschnationale Burschenschaften.

Die Zahl unserer Hörerinnen und Hörer ist Jahr für Jahr gestiegen. Inzwischen hören uns regelmäßig mehr als 90.000 Menschen pro Folge. Viele aus Österreich und Deutschland, aber auch aus Ländern wie Australien, der Türkei oder Brasilien. Besonders freuen wir uns, wenn wir einige dieser Hörerinnen und Hörer live treffen, zuletzt im Mai in Innsbruck. Dort waren meine Co-Hostin Antonia Rauth vom »Standard« und ich beim Journalismusfest zu Gast.

Gemeinsam mit Moderatorin Kim Höbel vom SPIEGEL haben wir die vergangenen Podcastjahre Revue passieren lassen und Einblicke in unsere Arbeit gegeben: Wie entsteht eine mehrteilige Podcastserie? Wie funktioniert die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen zwei großen Medienhäusern? Und was fasziniert viele Deutsche so sehr an Österreich, dass sie sich Woche für Woche einen Podcast dazu anhören?

Wenn Sie bei der Veranstaltung in Innsbruck nicht dabei waren, können Sie die Folge diese Woche nachhören. Darin erzähle ich auch, welche österreichischen Lieblingsausdrücke ich inzwischen übernommen habe (»das geht sich aus« gehört längst zu meinem Wortschatz) – und mit welchen Dialekten ich mich bis heute schwertue (je nach Bundesland muss meine Kollegin Antonia Rauth manchmal dolmetschen).

Dieses Audio ist derzeit nicht verfügbar.
Podcast Cover

Der Komplex Pilnacek

Das innenpolitische Thema der Woche beschreibt mein Kollege Oliver Das Gupta, Autor beim SPIEGEL und beim »Standard«:

Die Gluthitze hängt dieser Tage über Wien, doch der Parlamentsbetrieb läuft noch bis in die zweite Juliwoche. Bis dahin tagt der Untersuchungsausschuss , der die Todesumstände des Spitzenbeamten Christian Pilnacek ausleuchten und mögliche Einflussnahmen bei den Ermittlungen klären soll. Der Jurist, in dem manche den heimlichen Chef des Justizministeriums gesehen haben, lag Ende Oktober 2023 leblos in einem Seitenarm der Donau. In der Nacht zuvor war er von einer Polizeistreife gestoppt worden – als Geisterfahrer mit erhöhtem Alkoholpegel.

Pilnacek war am ehesten freiwillig aus dem Leben gegangen, das glauben zumindest österreichische Ermittler. Doch bestehende Zweifel wurden in dieser Woche von zwei Gerichtsgutachtern verstärkt. Einer nannte einen angenommenen Suizid »wenig wahrscheinlich«. Der andere Mediziner, es handelt sich um den Bestsellerautor Michael Tsokos aus Berlin, meint: Es habe viel für Ertrinken gesprochen, aber es fehlten Befunde, die er erwartet hätte. »Ist er ertrunken oder nicht? Möglicherweise.«

Der Ausschuss könnte nun noch mal in Fahrt kommen. In einem amtlichen Papier, das dem SPIEGEL und dem »Standard« vorliegt, gibt es eine Stelle, die irritiert. Pilnacek sei »vermutlich in suizidaler Absicht als Geisterfahrer unterwegs« gewesen. Wenn der betrunkene Spitzenbeamte so lebensmüde auf die Beamten gewirkt hat, warum haben sie Pilnacek dann gehen lassen? Warum haben sie ihn nicht mitgenommen, zumindest zum Ausnüchtern?

Im Pilnacek-Komplex gäbe es noch mehr Aspekte, die die Abgeordneten ausleuchten könnten. Da sind die mysteriösen Bluetooth-Signale  auf Pilnaceks Smartwatch, die darauf hindeuten, dass er sich nicht allein nachts am Donauufer aufgehalten hatte. Der »Standard« hatte über diese von den Ermittlern zunächst übersehenen Daten ebenso berichtet wie über die Vergewaltigungsanzeige gegen einen Spitzenpolitiker , die sich auf dem Schreibtisch des Toten fand. Genug Anhaltspunkte also für den Untersuchungsausschuss, um nach der Sommerpause die Arbeit fortzusetzen.

STANDARD und SPIEGEL erklären, was Österreich bewegt, ordnen politische Debatten ein, erzählen unbekannte Besonderheiten und analysieren die Hintergründe der Macht. Inside Austria erscheint jeden Samstag als Newsletter und Podcast.

Für Inside-Austria Hörer- und Leserinnen gibt es jeweils ein besonderes Angebot: 4 Wochen SPIEGEL+ für 1 €, danach 6,49 € pro Woche sowie 1 Monat STANDARD Smart für 1 € statt 14,90 € .

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Schönes Wochenende und viele Grüße aus Berlin!

Ihre Lucia Heisterkamp, Co-Host des Podcasts »Inside Austria« (DER SPIEGEL)


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