Unbekannter Ort, Nordkorea
Diese Bilder des nordkoreanischen Staatsfernsehens, unterlegt mit martialischen Soundeffekten, sollen den Teststart einer neuen Interkontinentalrakete, der Hwasong-18, zeigen.
Was bei der Waffenschau offenbar nicht fehlen darf: die Präsenz der Diktatorentochter Kim Ju Ae.
Der Raketentest als Familienausflug: Mit dabei auch die Frau und Schwester des Machthabers
Die jüngste Inszenierung scheint Teil einer seit einigen Monaten aufgeführten Kampagne zu sein. Erst kürzlich hatte Kim Jong Un seine Tochter, die von den staatlichen Medien als »geliebtes« oder »respektiertes Kind« bezeichnet wird, der Öffentlichkeit präsentiert. Erstmals übrigens bei einem Raketenstart im vergangenen November. Möglicherweise als Zeichen dafür, dass sie das Atom- und Raketenprogramm der Familiendynastie in die nächste Generation führen wird.
Bei der Hwasong-18 soll es sich um eine Langstreckenrakete mit Feststoffantrieb handeln. Im Staatsfernsehen hieß es, damit solle die Fähigkeit zum nuklearen Gegenschlag »radikal verbessert« werden. Laut Militäranalysten könnte der Diktator mit einer derartigen Waffe theoretisch nukleare Langstreckenangriffe schneller und einfacher durchführen.
Die Entwicklung einer Interkontinentalrakete mit Feststoffantrieb gilt seit langem als wichtiges Ziel für Nordkorea. Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte, Nordkorea befinde sich noch in der Entwicklung und benötige mehr Zeit, um die Technologie zu beherrschen.
Seoul, Südkorea
Kim Dong-Yup, Universität für Nordkoreastudien
»Der Teststart war der erste Start mit dem Feststofftreibstoff, den Nordkorea im Dezember vergangenen Jahres entwickelt hat. Es ist die erste Stufe. Ich vermute, Nordkorea könnte weitere Teststarts durchführen, um Raketen zu bauen, die bis zu 50 Kilometer hoch fliegen und eine maximale Reichweite von 10.000 Kilometern haben.«
Kim selbst hat längst erklärt, er wolle sein Land zur »stärksten Atommacht der Welt« machen.
Damit das auch möglichst viele mitbekommen, muss der etwa 10-jährigen Nachwuchs mit aufs Bild. Die Botschaft Kims an seine Gegner: der jüngste Test »solle sie in extreme Unruhe und Schrecken versetzen«.