Eskalation in Nahost Iran, Schmeicheleien und die Ukraine – vier Erkenntnisse über das Treffen im Oval Office
Der Irankrieg stand im Zentrum des Besuchs von Kanzler Merz im Weißen Haus bei Donald Trump. Es gab Schmeicheleien und Attacken gegen andere Nato-Mitglieder. Der Newsblog vom Dienstag zum Nachlesen.
Mit
Anna-Lena Abbott,
Henrik Bahlmann,
Holger Dambeck,
Anna Ehlebracht,
Jakob Hallmann,
Fabian Hillebrand,
Oliver Imhof,
Florian Kistler,
Ella Knigge,
Britta Kollenbroich,
Charlotte Lüder,
Steffen Lüdke,
Maximilian Popp,
Dunja Ramadan,
Fritz Schaap,
Thore Schröder,
Benjamin Schulz,
Sara Wess,
Nadine Wolter und
Solveig Eichner (Fotos) sowie Hannah Aders (Fotoredaktion)
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Wichtige Updates
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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Die USA und Israel greifen weiter Ziele in Iran an, Teheran antwortet mit Gegenschlägen.
- Diese treffen auch Ziele in anderen Ländern, etwa in Bahrain, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo sich Militärstützpunkte der USA befinden. In der US-Botschaft im saudi-arabischen Riad schlagen zwei Drohnen ein. In Dubai steigt nach einem »Drohnenvorfall« Rauch aus dem US-Konsulat auf.
- Die proiranische Hisbollah-Miliz greift in die Kämpfe ein und attackiert Israel. Das israelische Militär reagiert mit Gegenschlägen im Libanon, Tausende Libanesen suchen Schutz in Notunterkünften.
- Bundeskanzler Friedrich Merz findet im Oval Office lobende Worte für Donald Trump nach dem Angriff auf Iran.
- Der US-Präsident droht Spanien, das den USA die Nutzung seiner Militärbasen für den Irankrieg untersagt, mit der Einstellung des Handels. Frankreich schickt derweil einen Flugzeugträger ins Mittelmeer.
- In Frankfurt landet am Mittag der erste Flieger mit deutschen Urlaubsrückkehrern aus Nahost – organisiert von privaten Reiseanbietern. Die Bundesregierung plant für Mittwoch einen ersten Rückholflug für in Nahost gestrandete Deutsche.
Mehr Hintergrund und Analyse
- Seit Jahren leben deutsche Influencer in Dubai und preisen die angeblich so sichere Golfmonarchie. Nun gehen dort Raketen nieder. Wie verkauft man seinen Followern einen Krieg?
- Iran hat die Straße von Hormus weitgehend blockiert: Der Ölpreis schießt in die Höhe, Gas verteuert sich kurzzeitig um fast 50 Prozent. Die Folgen für die Weltwirtschaft und Verbraucher könnten gravierend sein.
- Die Hisbollah tappt in Israels Falle: Die libanesische Schiitenmiliz schießt Raketen und Drohnen auf Israel. Dessen Armee scheint nur darauf gewartet zu haben.
- Daten und Grafiken zum Irankrieg: Wo fliegen die Truppen von den USA und Israel ihre Angriffe? Welche US-Basen attackiert Iran? Welche Waffen sind im Einsatz? Hier geht’s zum Überblick
- Anschlagsrisiko, neue Gefahren für die Bundeswehr, Futter für Populisten: Das sind die größten Risiken für Deutschland in der Irankrise
- Er soll retten, was vom Regime in Teheran übrig ist: Ali Larijani hat die Führung in Iran übernommen.
- Russland könnte zum Gewinner des Irankriegs werden: Wenn das Regime in Teheran fällt, verliert Russland einen wichtigen Verbündeten. Trotzdem machen in Moskau auch Jubelmeldungen die Runde.
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Tag vier des Irankriegs geht zu Ende – und damit auch dieser Liveblog. Wir berichten selbstverständlich weiter über die Eskalation in Nahost: aus unserem Hamburger Newsroom und den Büros unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten weltweit. Hier geht es zum nächsten Liveblog.
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Anna Dotti
Newsdesk

Katar verkündet Festnahmen mutmaßlicher Iran-Zellen
Nach eigenen Angaben hat Katar zwei mutmaßliche Zellen mit Verbindungen zu den iranischen Revolutionswächtern zerschlagen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf den Sicherheitsapparat des Golfstaates berichtet, wurden die Gruppen festgenommen. Weitere Details zu den Hintergründen oder möglichen Anschlagsplänen wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Diese Entwicklung fällt in eine Phase erhöhter Spannungen in der Region. Ebenfalls am Dienstagabend teilte das katarische Verteidigungsministerium mit, Iran habe zwei Raketen in Richtung des Landes abgefeuert. Eine der Raketen habe die von den USA betriebene Al Udeid Militärbasis zum Ziel gehabt.
Nach offiziellen Angaben gab es keine Opfer. Die Behörden äußerten sich zunächst nicht zu möglichen Schäden an der Infrastruktur. Die Basis gilt als einer der wichtigsten Militärstandorte der Vereinigten Staaten im Nahen Osten. Eine Stellungnahme aus Teheran liegt zunächst nicht vor.
Diese Entwicklung fällt in eine Phase erhöhter Spannungen in der Region. Ebenfalls am Dienstagabend teilte das katarische Verteidigungsministerium mit, Iran habe zwei Raketen in Richtung des Landes abgefeuert. Eine der Raketen habe die von den USA betriebene Al Udeid Militärbasis zum Ziel gehabt.
Nach offiziellen Angaben gab es keine Opfer. Die Behörden äußerten sich zunächst nicht zu möglichen Schäden an der Infrastruktur. Die Basis gilt als einer der wichtigsten Militärstandorte der Vereinigten Staaten im Nahen Osten. Eine Stellungnahme aus Teheran liegt zunächst nicht vor.
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Anna Dotti
Newsdesk

Israel meldet Zerstörung von 300 Raketenwerfern in Iran
Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge seit Beginn der Offensive gegen Iran rund 300 Raketenwerfer außer Gefecht gesetzt. Seit Beginn des Irans-Kriegs am Wochenende wurden durch mehr als 1.600 Luftwaffeneinsätze systematisch Abschussrampen und Raketenlager ins Visier genommen, teilte das Militär in Jerusalem mit.
Allein am Dienstag griff die Luftwaffe mehrere Produktionsstätten für ballistische Raketen an. Besonders in Isfahan seien Dutzende Ziele attackiert worden, darunter Abschussrampen und Lagerstätten.
Allein am Dienstag griff die Luftwaffe mehrere Produktionsstätten für ballistische Raketen an. Besonders in Isfahan seien Dutzende Ziele attackiert worden, darunter Abschussrampen und Lagerstätten.
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Trump kündigt Geleitschutz für Tanker an
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, festsitzenden Öltankern notfalls Geleitschutz zu geben. »Falls nötig, wird die US-Marine so schnell wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren«, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Meerenge zwischen Iran und dem Oman ist derzeit effektiv gesperrt.
Die iranischen Revolutionswächter hatten am Samstag nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran die Sperrung der Straße von Hormus verkündet. Sie gilt als Nadelöhr für den globalen Container- und Tankerverkehr. Am Montag drohte ein General der Revolutionswächter mit Angriffen auf Schiffe, die die Meerenge passieren wollten. Dort waren bereits mehrere Schiffe von Geschossen getroffen worden.

Die Straße von Hormus: Nadelöhr des weltweiten Ölhandels. Foto: Gallo Images
Trump stellte nun Reedereien zudem vergünstigte Risikoversicherungen und Garantien der USA in Aussicht. Damit wollten die Vereinigten Staaten für »die finanzielle Sicherheit des gesamten Seeverkehrs« sorgen, erklärte der Präsident.
Rund ein Fünftel des weltweit verschifften Öls passiert täglich die Straße von Hormus. Mehr lesen Sie hier.
Rund ein Fünftel des weltweit verschifften Öls passiert täglich die Straße von Hormus. Mehr lesen Sie hier.
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Khamenei wird in schiitischem Heiligtum beigesetzt
Der getötete ehemalige Oberste Führer Irans, Ali Khamenei, soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars in einem schiitischen Heiligtum in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden. Die Agentur, die den Revolutionswächtern nahesteht, soll Khameneis Beisetzung voraussichtlich hinter dem Schrein des achten schiitischen Imams Resa stattfinden. Das Mausoleum gilt als wichtigstes Heiligtum der Schiiten in Iran.
Zuvor ist laut Fars eine öffentliche Abschiedszeremonie in Teheran geplant. Details zum Ablauf und Zeitplan sollen später bekannt gegeben werden.

Ein Plakat Khameneis in Teheran. Foto: Fatemeh Bahrami / IMAGO
Maschhad, eine Millionenmetropole im Nordosten des Landes, ist die zweitgrößte Stadt in Iran. Khamenei war dort am 19. April 1939 geboren worden. Er starb bei einem israelischen Luftangriff am 28. Februar in Teheran. Einen Nachruf lesen Sie hier.
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»Wir waren direkt am Meer, man hat halt viele Raketen gesehen, wie sie explodiert sind«
Tausende Urlauber sitzen wegen des Irankrieges in der Region fest. In Frankfurt ist nun die erste Maschine aus Dubai gelandet. Was haben die Passagiere erlebt?
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Feuer nach »Drohnenvorfall« an US-Konsulat in Dubai
Das US-Konsulat in Dubai wurde von einer mutmaßlich iranischen Drohne getroffen. Der US-Sender CNN konnte Videos verifizieren, die eine schwarze Rauchwolke zeigen, die über dem Konsulatsgebäude aufsteigt und aus großer Entfernung sichtbar ist. In einem Beitrag auf X gab das Medienbüro von Dubai später bekannt, dass das durch einen »Drohnenvorfall« verursachte Feuer gelöscht und niemand verletzt worden sei.
Die US-Botschaft im Land hatte zuvor bereits dazu aufgerufen, wegen der Gefährdung keineswegs zur Botschaft oder dem Konsulat zu kommen. Die iranischen Angriffe in den Vereinigten Arabischen Emiraten dauern auch am vierten Tag des Kriegs an. Insgesamt habe sich die Lage aber beruhigt, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur dpa. Seit zwei Tagen habe es kaum Explosionen gegeben.
Bei den verschiedenen Explosionen in Dubai handle es sich um Einsätze zur Flugabwehr, teilte das Medienbüro mit. Die Behörden verfolgten die Lage genau und würden alle notwendigen Schritte unternehmen, um die öffentliche Ordnung sicherzustellen.
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Libanon verschiebt Parlamentswahlen
Die libanesische Führung hat sich offenbar auf eine Verschiebung der für Mai geplanten Parlamentswahlen verständigt. Wegen des wieder aufgeflammten Konflikts zwischen Israel und der islamistischen Hisbollah sowie der Ausweitung des Krieges im Nahen Osten solle die Legislaturperiode um zwei Jahre verlängert werden, sagen zwei hochrangige libanesische Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters zufolge. Präsident, Ministerpräsident und Parlamentspräsident hätten sich auf diesen Schritt geeinigt. Der Plan benötige demnach noch die Zustimmung der Mehrheit der 128 Abgeordneten.
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Der Tag in Bildern
Auch an seinem vierten Tag beschäftigt der Irankrieg die Anwohner in der Region und darüber hinaus: In Beirut schlafen Menschen aus Angst vor Luftschlägen auf der Straße, auch in Tel Aviv und Teheran leben die Menschen in Angst vor Angriffen. Bundeskanzler Merz trifft derweil US-Präsident Trump. In Deutschland kommen die ersten Urlauber aus Nahost an.
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Frankreich schickt Flugzeugträger ins Mittelmeer
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den Flugzeugträger Charles de Gaulle, dessen Luftstreitkräfte und Marine-Eskorte damit beauftragt, aus der Ostsee ins Mittelmeer aufzubrechen, um die Verbündeten zu schützen. Eine entsprechende Verkündung veröffentlichte er unter anderem auf X.
»Angesichts dieser instabilen Lage und der Unsicherheiten der kommenden Tage habe ich angewiesen, dass der Flugzeugträger Charles de Gaulle in Richtung Mittelmeer in See stechen soll«, sagte er.
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Keine Rückendeckung von Merz für Sánchez
In Spanien dürfte es nicht unbemerkt bleiben, dass Kanzler Merz das Land, immerhin ein EU-Partner, mit keinem Wort gegen Trumps Vorwürfe verteidigt hat. In Bezug auf die Ausgaben für Verteidigung gab er Trump sogar recht. Spanien sei das einzige Nato-Land, das das gemeinsam vereinbarte 5-Prozent-Ziel nicht akzeptiere, sagte er. »Spanien muss sich daran halten.«
Immerhin ist Sánchez in guter Gesellschaft. Auch zu Trumps Vorwürfen gegen Großbritanniens Premier Keir Starmer (»kein Winston Churchill«) schwieg Merz.
Immerhin ist Sánchez in guter Gesellschaft. Auch zu Trumps Vorwürfen gegen Großbritanniens Premier Keir Starmer (»kein Winston Churchill«) schwieg Merz.
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Israel will Luftraum teilweise öffnen
Israel will seinen Luftraum teilweise öffnen, um im Ausland gestrandete Staatsbürger zurück ins Land kommen zu lassen. »Nach Lagebewertungen der Sicherheitsbehörden wird der Luftraum bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag geöffnet«, sagte der israelische Verkehrsministerin Miri Regev laut dem Sender N12. Der Betrieb am internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv soll dann schrittweise aufgenommen werden. Nach dem derzeitigen Plan wird es jedoch nur Ankünfte von Passagieren geben: In den Flugzeugen, die den Flughafen Ben Gurion verlassen, um Israelis aus dem Ausland zu holen, werden keine Passagiere zugelassen.
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Spanische Regierung reagiert auf Trump: »Bürger verdienen mehr Wohlstand – nicht mehr Probleme«
Trumps Embargo-Drohung gegen Spanien ist auch deswegen bemerkenswert, weil er sich dadurch mit der gesamten EU anlegen würde. In Handelsfragen entscheidet die EU-Kommission. In der Vergangenheit hatte sie Spanien bereits gegen Drohungen aus den USA verteidigt.
In einer ersten Reaktion drängt die spanische Regierung deshalb auf die Einhaltung entsprechender Abkommen mit der EU. Spanien setze sich für freien Handel ein, heißt es in Regierungskreisen weiter – wohlgemerkt »auf der Grundlage gegenseitigen Respekts«. Zudem erlaubt man sich eine weitere Spitze: Die Bürger forderten und verdienten »mehr Wohlstand – nicht mehr Probleme«.
In einer ersten Reaktion drängt die spanische Regierung deshalb auf die Einhaltung entsprechender Abkommen mit der EU. Spanien setze sich für freien Handel ein, heißt es in Regierungskreisen weiter – wohlgemerkt »auf der Grundlage gegenseitigen Respekts«. Zudem erlaubt man sich eine weitere Spitze: Die Bürger forderten und verdienten »mehr Wohlstand – nicht mehr Probleme«.
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Vier Erkenntnisse über das Treffen im Weißen Haus
Mit deutlicher Verspätung sprechen US-Präsident Donald Trump und Kanzler Friedrich Merz im Oval Office. Das sind die vier Lehren aus dem gemeinsamen Auftritt:
1. Iran im Zentrum der Gespräche
Eigentlich wollte der Kanzler den Besuch in der US-Hauptstadt nutzen, um über Handelsfragen und China zu sprechen. Das Timing war gut: Anfang April reist US-Präsident Trump zum Gipfel mit Chinas Präsident Xi Jinping nach Peking.
Hätte, hätte: Das bestimmende Thema im Weißen Haus war Iran. Das wird gleich zu Beginn der Presserunde im Oval Office deutlich. Abgesehen von einem kurzen Austausch am Montag, war der Auftritt im Oval Office heute die erste Gelegenheit für Journalistinnen und Journalisten, Trump zum Militärschlag zu befragen.
In den vergangenen Tagen hat die US-Regierung teils widersprüchliche Aussagen über Gründe für den Einsatz und auch zu den Zielen formuliert. Nun scheint die Linie des US-Präsidenten zu sein: Wir sind mit unserem Militärschlag einem Angriff Irans zuvorgekommen. Belege dafür präsentiert er nicht, aber dass eine akute Gefahr bestehe, hat er auch in den vergangenen Tagen immer wieder erwähnt. Unklar bleibt, auf wen die US-Regierung künftig in Iran setzen will. Die neue Führungsgruppe sei ebenfalls durch die Angriffe getroffen worden, so Trump.
Immerhin: Man werde mit Deutschland auch über Handelsfragen und »großartige Deals« sprechen, kündigt Trump an. Das könnte dann beim gemeinsamen Lunch zur Sprache kommen.
Hätte, hätte: Das bestimmende Thema im Weißen Haus war Iran. Das wird gleich zu Beginn der Presserunde im Oval Office deutlich. Abgesehen von einem kurzen Austausch am Montag, war der Auftritt im Oval Office heute die erste Gelegenheit für Journalistinnen und Journalisten, Trump zum Militärschlag zu befragen.
In den vergangenen Tagen hat die US-Regierung teils widersprüchliche Aussagen über Gründe für den Einsatz und auch zu den Zielen formuliert. Nun scheint die Linie des US-Präsidenten zu sein: Wir sind mit unserem Militärschlag einem Angriff Irans zuvorgekommen. Belege dafür präsentiert er nicht, aber dass eine akute Gefahr bestehe, hat er auch in den vergangenen Tagen immer wieder erwähnt. Unklar bleibt, auf wen die US-Regierung künftig in Iran setzen will. Die neue Führungsgruppe sei ebenfalls durch die Angriffe getroffen worden, so Trump.
Immerhin: Man werde mit Deutschland auch über Handelsfragen und »großartige Deals« sprechen, kündigt Trump an. Das könnte dann beim gemeinsamen Lunch zur Sprache kommen.
2. Schmeicheleien für Merz
In den vergangenen Tagen haben mehrere Mitglieder der US-Regierung auch europäische Länder für ihr Verhalten scharf angegriffen. Für Merz findet der US-Präsident heute vor allem freundliche Worte. Er sei ein Freund, die Beziehung beider Länder exzellent. Merz sei das Gegenteil von Merkel, »er macht seine Sache sehr gut«, so Trump.

Foto: Kay Nietfeld / dpa
Vor zwei Wochen auf der Münchner Sicherheitskonferenz hatte der Kanzler in seiner Rede noch den Bruch in der transatlantischen Beziehung aufgezeigt. Im Oval Office setzt er auf Zurückhaltung statt Kritik: Er signalisiert Unterstützung für die Ziele Israels und der USA und lenkt den Fokus auf die Zeit danach: »Wir müssen über die Strategie sprechen, was nach dem Sturz dieses Regimes folgt, und wir müssen eine Strategie für die gesamte Region entwickeln«, so Merz.
Dieser Kurs scheint beim US-Präsidenten anzukommen. Deutschland lasse die USA in bestimmten Gebieten landen, »das wissen wir zu schätzen«, sagt Trump. »Wir verlangen von ihnen nicht, dass sie Truppen entsenden oder so etwas.«
Dieser Kurs scheint beim US-Präsidenten anzukommen. Deutschland lasse die USA in bestimmten Gebieten landen, »das wissen wir zu schätzen«, sagt Trump. »Wir verlangen von ihnen nicht, dass sie Truppen entsenden oder so etwas.«

Foto: Kay Nietfeld / dpa
3. Verbalattacken auf Spanien und Großbritannien
Trump nimmt bei seiner Runde vor allem Spanien und Großbritannien ins Visier, von beiden ist er tief enttäuscht. Spanien habe sich schrecklich verhalten, so der US-Präsident. Und: »Ich bin nicht glücklich mit Großbritannien.«
Hintergrund ist, dass Großbritannien den USA die uneingeschränkte Nutzung des Militärstützpunkts Diego Garcia auf den Chagos-Inseln für Angriffe gegen Iran verweigert hat. Spanien hatte den USA untersagt, die Basen im Land für die Angriffe in Iran zu nutzen. Daraufhin zogen die Amerikaner offenbar mehrere Tankflugzeuge aus Spanien ab und verlegten sie unter anderem auf die US-Luftwaffenbasis im deutschen Ramstein.
Hintergrund ist, dass Großbritannien den USA die uneingeschränkte Nutzung des Militärstützpunkts Diego Garcia auf den Chagos-Inseln für Angriffe gegen Iran verweigert hat. Spanien hatte den USA untersagt, die Basen im Land für die Angriffe in Iran zu nutzen. Daraufhin zogen die Amerikaner offenbar mehrere Tankflugzeuge aus Spanien ab und verlegten sie unter anderem auf die US-Luftwaffenbasis im deutschen Ramstein.
4. Die Ukraine ist kein Thema
Gleich zu Beginn bekommt Kanzler Merz kurz das Wort. Er nutzt die Gelegenheit für ein paar freundliche Worte an den US-Präsidenten und versucht, die Aufmerksamkeit auch auf die Ukraine zu richten. Dass Merz es so prominent erwähnt, ist ein Zeichen. Die Europäer fürchten, dass das Thema angesichts des Irankriegs in den Hintergrund rückt, Merz will das verhindern. Mit überschaubarem Erfolg, Trump geht nicht darauf ein. Auf Nachfrage nur so viel: »Wo steht die Russland-Ukraine-Frage auf meiner Prioritätenliste? Ganz oben.«
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Kurzanalyse: Spaniens Regierungschef pokert hoch
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sucht seit Wochen den Konflikt mit den USA – nicht nur, aber auch aus innenpolitischen Gründen. Sánchez inszeniert sich als eine Art Anti-Trump. Der Sozialist legte sich mit Elon Musk an, zuletzt kritisierte er den aus seiner Sicht völkerrechtswidrigen Irankrieg so deutlich wie kein anderer europäischer Regierungschef. Zudem verbot er den Amerikanern, ihre Militärbasen im Land für die Operation zu nutzen (lesen Sie hier mehr).
Die Frage war, wie wütend die US-Regierung auf die Entscheidung reagieren würde. Trumps Wortwahl eben im Oval Office (»schrecklich«, »wir wollen mit Spanien nichts zu tun haben«) ist hart. Mit einer ausschließlich verbalen Konfrontation könnte Sánchez aber gut leben. Seinen Kernwählern spricht er schließlich aus der Seele, wenn er betont, wie schnell der Krieg außer Kontrolle geraten könnte – und dass das Völkerrecht im Nahen Osten genauso gelte wie in der Ukraine.
Die Frage war, wie wütend die US-Regierung auf die Entscheidung reagieren würde. Trumps Wortwahl eben im Oval Office (»schrecklich«, »wir wollen mit Spanien nichts zu tun haben«) ist hart. Mit einer ausschließlich verbalen Konfrontation könnte Sánchez aber gut leben. Seinen Kernwählern spricht er schließlich aus der Seele, wenn er betont, wie schnell der Krieg außer Kontrolle geraten könnte – und dass das Völkerrecht im Nahen Osten genauso gelte wie in der Ukraine.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. Foto: Fernando Sanchez / Getty Images
Anders aber sähe es aus, wenn Trump seine Drohungen wahrmachen sollte. Dann hätte Sánchez zu hoch gepokert. Im Oval Office sprach Trump von einem Handelsstopp mit Spanien, Sekunden später brachte er ein Embargo ins Spiel. Womöglich weiß Trump selbst nicht genau, wie und ob er das umsetzen möchte. Im Regierungspalast in Madrid wird man heute Abend hoffen, dass der Mann mit der notorisch kurzen Aufmerksamkeitsspanne sich schnell wieder anderen Dingen widmet.
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Leseempfehlung: Warum Kriege im Namen der Freiheit meist scheiterten
Die »Stunde der Freiheit« habe für Iran geschlagen, sagt Donald Trump. Immer wieder gaben die USA vor, mit Militäreinsätzen andere Länder von Tyrannei zu befreien. Nur in vier Fällen entstanden so stabile Demokratien. Mehr dazu lesen Sie hier.

Foto: Christophe Calais / Corbis / Getty Images
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Passagierflugzeug über Beirut – trotz dichten Rauchs
Dichter Rauch hüllt Beirut ein, Explosionen sind zu hören – dennoch sind am Dienstag vereinzelt Passagierflugzeuge in Beirut gestartet. Israel führt seine Luftschläge im Libanon fort, vor allem im Süden, aber auch in der Hauptstadt Beirut und in der Bekaa-Ebene im Norden. Israels Verteidigungsminister Israel Katz teilte am Morgen mit, er habe die Streitkräfte ermächtigt, auch mit Bodentruppen auf libanesisches Gebiet vorzurücken, um von dort aus direkten Beschuss israelischer Siedlungen zu verhindern.
Video: REUTERS
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Trump kündigt weitere Bemühungen im Ukrainekrieg an
Die Erklärung neigt sich dem Ende zu. Merz kündigt an, er werde mit Trump darüber sprechen, welche Strategie die USA und Israel für Iran nach Beendigung der Militäroperation haben. Und bekräftigt erneut seine Unterstützung für die USA und Israel. Auch für Deutschland sei Stabilität in der Region extrem wichtig. Das gefällt Trump.
Der US-Präsident revanchiert sich bei Merz und kommt auf den eingangs vom Bundeskanzler erwähnten Krieg in der Ukraine zu sprechen. Diesen zu beenden, stehe »ganz oben« auf seiner Liste, sagt der US-Präsident. »Ich hätte gedacht, dieser Konflikt sei ein einfacher«, sagt Trump. Und stellt weitere Bemühungen in Aussicht, ohne konkret zu werden. Stattdessen spricht der US-Präsident nun über eins seiner Lieblingsthemen: die angeblichen acht Kriege, die er laut eigener Aussage schon beendet haben will. Welche Konflikte er damit meint, ist unklar. Eine Einordnung zu dieser Behauptung lesen Sie in diesem Interview.
Der US-Präsident revanchiert sich bei Merz und kommt auf den eingangs vom Bundeskanzler erwähnten Krieg in der Ukraine zu sprechen. Diesen zu beenden, stehe »ganz oben« auf seiner Liste, sagt der US-Präsident. »Ich hätte gedacht, dieser Konflikt sei ein einfacher«, sagt Trump. Und stellt weitere Bemühungen in Aussicht, ohne konkret zu werden. Stattdessen spricht der US-Präsident nun über eins seiner Lieblingsthemen: die angeblichen acht Kriege, die er laut eigener Aussage schon beendet haben will. Welche Konflikte er damit meint, ist unklar. Eine Einordnung zu dieser Behauptung lesen Sie in diesem Interview.

Foto: Kay Nietfeld / dpa
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Dax weiter auf Talfahrt
Der Irankrieg verstärkt den Abwärtsdruck an den weltweiten Börsen. Steigende Öl- und Erdgaspreise nähren Konjunktur- und Inflationsängste. Auch der deutsche Leitindex Dax beschleunigte seine Talfahrt und büßte zum Handelsende 3,44 Prozent auf 23.790,65 Punkte ein. Nach zwei heftigen Verlusttagen ist aus den Kursgewinnen seit Jahresbeginn inzwischen ein klares Minus geworden. Für den MDax der mittelgroßen Börsentitel ging es heute um weitere 3,44 Prozent auf 29.801,02 Punkte nach unten.

Foto: Michael Probst / AP
»Entscheidend für die Marktstimmung ist, wie sehr sich der Konflikt ausweitet, wie lange er dauert, wie die übrigen Großmächte auf den Angriff reagieren und wie stark die Energiepreise steigen«, kommentierte Chris Iggo von BNP Paribas Asset Management.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verabschiedete sich 3,6 Prozent tiefer aus dem Handel. In London und Zürich mussten die Anleger ebenfalls weitere Kursabschläge verkraften. An den US-Börsen, die sich zu Wochenbeginn noch vergleichsweise robust gezeigt hatten, ging es mit einem Tag Verzögerung klar nach unten, wenngleich nicht ganz so heftig wie in Europa.
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Große Mehrheit in Israel befürwortet Angriff auf Iran
Eine Umfrage der Denkfabrik Institut for National Security Studies (INSS) in Tel Aviv zeigt eine deutliche Unterstützung in der israelischen Bevölkerung für die israelisch-amerikanische Operation »Löwengebrüll« (US-Name »Epic Fury«). 81 Prozent der Befragten befürworten den Angriff, 63 Prozent sprechen sich sogar dafür aus, die Kampagne fortzusetzen, bis das iranische Regime gestürzt ist. Etwa ein Viertel hält einen vollständigen Zusammenbruch des Regimes für möglich.

Foto: Ronen Zvulun / REUTERS
Unter den Wählern der Koalition von Premier Benjamin Netanyahu ist die Unterstützung für den Angriff nahezu einstimmig (96 Prozent), verglichen mit 77 Prozent Unterstützung unter den Wählern der Opposition. Eine Mehrheit der Bevölkerung (77 Prozent) gibt an, dass ihr der Zweck der Kampagne klar ist; bei 20 Prozent ist das nicht der Fall.
82 Prozent der Bevölkerung schätzen, dass die Kampagne höchstens einen Monat dauern wird, 17 Prozent schätzen, dass sie nur »ein paar Tage« dauern wird. 38 Prozent der Bevölkerung bewerten die nationale Sicherheitslage Israels derzeit als gut oder sehr gut, verglichen mit 30 Prozent in der vergangenen Woche.
Sorgen über eine mögliche Eskalation sind geringer als während der Operation »Rising Lion« im Juni 2025. Derzeit sind 57 Prozent der Bevölkerung besorgt über den Verlauf der Kampagne, während 42 Prozent keine Bedenken haben. Im Juni 2025 lag die Besorgnis zu Beginn der Operation bei 70 Prozent und gegen Ende bei 65 Prozent.
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Trump lobt Rutte und droht Spanien
Jetzt wendet sich der US-Präsident den Nato-Partnern zu. Es gibt Lob für Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der den Angriff auf Iran öffentlich begrüßt hatte. Auch für Deutschland, das den Kurs der US-Regierung öffentlich unterstützt, hat Trump warme Worte. Gegen Spanien spricht er eine Drohung aus: Man werde den Handel mit Spanien beenden, sagt Trump. Das Land hatte den USA untersagt, ihre Militärbasen für den Irankrieg zu verwenden. »Wir brauchen sie nicht«, sagt der US-Präsident. »Deswegen landen wir nicht, verbieten kann uns das keiner.«
Auch auf den britischen Premier Keir Starmer schimpfte Trump. Der hatte sich zunächst geweigert, den USA die Nutzung britischer Militärbasen im Krieg gegen Iran zu gestatten.
Auch auf den britischen Premier Keir Starmer schimpfte Trump. Der hatte sich zunächst geweigert, den USA die Nutzung britischer Militärbasen im Krieg gegen Iran zu gestatten.
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Die Fragen der Reporterinnen und Reporter im Oval Office gehen alle an Trump – und beziehen sich zunächst auf Iran. Was sein Worst-Case-Szenario für den Ausgang des Konflikts in Iran wäre, möchte eine Reporterin wissen. Trump demonstriert erst einmal Gewissheit, dass das US-Militär die Überhand in Iran hat und sagt dann, dass ein erneut US-feindliches Staatsoberhaupt schlecht wäre. Jemanden »aus der Riege« zu unterstützen, schließt er allerdings nicht aus. »Ich denke jemand von innen wäre angemessen«. Weiter ins Detail geht er nicht.
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Merz lobt im Oval Office den US-Einsatz gegen Iran
Trump und Merz geben eine gemeinsame Erklärung im Oval Office des Weißen Hauses ab. Erst redet der US-Präsident: »Ihre Abwehrsysteme sind so gut wie ausgeschaltet«, sagt Trump über Iran. Merz dankt Trump für die Gastfreundschaft und lobt den Einsatz der USA gegen Iran. »Wir sind auf derselben Seite und wollen, dass dieses schreckliche Regime fällt«, sagt der Bundeskanzler. Dann kommt er auf einen weiteren Konflikt zu sprechen: Russlands Krieg gegen die Ukraine. »Der Krieg in der Ukraine muss enden«, sagt Merz. »Und die Ukraine ihr Territorium erhalten können«, auch darüber will er mit Trump reden. Der grinst und sagt nichts.

Foto: Kay Nietfeld / dpa
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Eigentlich sollten Trump und Merz um 11.15 Uhr Ortszeit im Oval Office vor der Presse sitzen. Doch der Zeitplan scheint sich zu verzögern, in diesem Moment werden die Journalisten hereingebeten. Eine Erklärung für die Verspätung gibt es nicht.
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Mit Material der Agenturen



