Eskalation in Nahost Großbritannien erkennt russische Strategien bei iranischen Drohnenangriffen
Der britische Verteidigungsminister spricht von Hinweisen aus Moskau an Teheran. Und: Der neue Oberste Führer Irans lässt ein erstes Statement verlesen, zeigt sich aber nicht. Die Liveanalyse.
Mit
Anna-Lena Abbott,
Holger Dambeck,
Claus Hecking,
Katharina Koerth,
Marina Kormbaki,
Jonas Mielke,
Maximilian Popp,
Alexander Preker,
Thore Schröder,
Benjamin Schulz,
Elisa Schwarze,
Severin Weiland,
Alexander Sarovic und
Luca Wolpers
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Wichtige Updates
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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Der neue Oberste Führer des Irans Mojtaba Khamenei hat sein erstes Statement im Staatsfernsehen verlesen lassen. Er kündigte Rache an, zudem werde die Straße von Hormus weiter blockiert. Auch nach fast zwei Wochen Krieg zeigt sich Khamenei jedoch nicht persönlich.
- Die USA und Israel greifen weiter Iran an. Das Regime reagiert mit Gegenattacken.
- Israel fliegt Angriffe auf Beirut und im Süden des Libanon – die Hisbollah schickt Raketen und Drohnen Richtung Israel.
- US-Präsident Trump sagt, es gebe in dem Konflikt »praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte«. Israels Verteidigungsminister Katz erklärt: »Diese Operation wird ohne jegliche zeitliche Begrenzung fortgesetzt, solange es nötig ist.«
- Zwei Öltanker sind vor der Küste des Irak angegriffen worden. Dabei soll ein Mensch getötet worden sein. Der Ölpreis für einen Barrel der Sorte Brent überschritt am frühen Donnerstagmorgen die Marke von 100 US-Dollar. Iran reklamierte einen Angriff für sich.
- Auch ein von der deutschen Reederei Hapag-Lloyd verchartertes Containerschiff ist getroffen worden. Nach dem Einschlag von Schrapnellen sei ein Feuer ausgebrochen, bestätigt ein Sprecher dem SPIEGEL. Verletzt wurde niemand.
- Die USA wollen ihre strategischen Ölreserven teilweise freigeben, um die rasant gestiegenen Ölpreise zu stabilisieren. Die Internationale Energieagentur spricht von der »größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes«.
Mehr Hintergrund und Analyse
- Plötzlich fühlt sich der Krieg ganz nah an: Krieg gegen Iran, Bedrohung aus Russland, ein US-Präsident, der sich an keine Regeln hält: Die alte Weltordnung ist aus den Fugen, es gilt das Recht des Stärkeren. Was das für uns Europäer bedeutet.
- Das ist der Machtzirkel um Irans neuen Obersten Führer: Mojtaba Khamenei, jahrzehntelang Strippenzieher im Machtzentrum seines Vaters, ist zum neuen Obersten Führer Irans aufgestiegen. Seine engsten Vertrauten sind für Gier und Brutalität bekannt. Was heißt das für die Zukunft des Landes?
- Unbekannter Sender funkt Geheimbotschaften auf Persisch: Seit Beginn des Krieges gegen Iran laufen über einen Kurzwellensender zweimal am Tag persische Zahlenreihen. Handelt es sich um Botschaften aus dem Westen an Agenten in dem Land?
- Was passiert, wenn Iran die Straße von Hormus vermint? Das iranische Regime soll über rund 6000 Seeminen verfügen. Nun könnte es damit die Straße von Hormus blockieren. Für den Welthandel wäre das ein Albtraum.
- Präsident siegessicher, Kriegsziel unbekannt: Donald Trump hat bis heute kein klares Kriegsziel formuliert. Wie findet der US-Präsident raus aus dem Konflikt mit Iran?
- Trump versprach, die Preise zu halbieren: Jetzt werden Benzin und Diesel in den USA immer teurer. Der Iranschock hält laut US-Behörde wohl noch mindestens ein Jahr.
- Das müssen Sie über die hohen Spritpreise in Deutschland wissen – und so können Sie sparen. Der Überblick.
- Influencer in Dubai – ein Krieg, viele Realitäten: Angeblich fühlen sie sich trotz Drohnen und Raketen wohl im Emirat. Andere Aufnahmen im Netz zeigen: Sorge gehört derzeit ebenfalls zum Alltag.
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Wir beenden diesen Newsblog. Unsere aktuelle Berichterstattung zum Krieg in Nahost setzen wir hier fort.
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US-Streitkräfte suchen nach abgestürztem Tankflugzeug
Im Westirak ist ein Tankflugzeug der US-Armee abgestürzt. Es handelt sich den Angaben zufolge um eine Maschine des Typs KC-135. Laut der Mitteilung des Militärs waren an dem Vorfall zwei Maschinen beteiligt; eine davon sei sicher gelandet, nach der anderen werde nun gesucht. Feindlicher Beschuss oder versehentlicher Beschuss durch Verbündete seien nicht die Ursache des Absturzes.

Tankflugzeug vom Typ KC-135 (am 4. März). Foto: Jack Guez / AFP
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Sechs französische Soldaten bei Drohnenangriff verletzt
Bei einem Drohnenangriff auf einen gemeinsamen Stützpunkt der Peschmerga und der französischen Armee im nordirakischen Machmur sind mindestens sechs französische Soldaten verletzt worden. Dies teilen der Gouverneur von Erbil, Omed Koschnaw, und ein Vertreter der Sicherheitsbehörden mit. Die französische Armee bestätigte den Vorfall. Die Verletzten seien ins Krankenhaus gebracht worden. Die Soldaten waren den Angaben zufolge damit betraut, irakische Kräfte im Kampf gegen Terroristen zu trainieren.
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Revolutionswächter drohen USA mit Zerstörung regionaler Energieanlagen
Die iranischen Revolutionswächter haben vor Angriffen auf den Energiesektor und die Häfen des Landes gewarnt. Im Fall des geringsten Angriffs werde Iran die Öl- und Gasvorkommen in der Region »in Brand setzen und zerstören«, hieß es laut der den Revolutionswächtern nahestehenden Nachrichtenagentur Tasnim.
Der Sprecher der Streitkräfte, Abolfasl Schekartschi, hatte bereits am Mittwoch Vergeltungsschläge für Angriffe auf iranische Häfen angekündigt. Sollte eine entsprechende US-Drohung umgesetzt werden, wäre nach seinen Worten kein Hafen oder Wirtschaftszentrum im Persischen Golf sicher.
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Netanyahu: Khamenei ist »Marionette der Revolutionsgarden«
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat Mojtaba Khamenei als »Marionette der Revolutionsgarden« bezeichnet. Der neue Oberste Führer Irans könne »sein Gesicht nicht in der Öffentlichkeit zeigen«, sagte Netanyahu bei seiner ersten Pressekonferenz seit Kriegsbeginn.
Khamenei junior soll bei einem israelischen Angriff in Iran verletzt worden sein. Netanyahu deutete mögliche weitere Tötungsversuche an, indem er sagte, er würde »keine Lebensversicherungen« für die Feinde Israels abschließen.
Israels Angriffe in Iran könnten nach Netanyahus Worten die Bedingungen für einen Sturz des iranischen Machtapparats schaffen. Dies hänge jedoch letztlich vom iranischen Volk ab. »Ich sage dem iranischen Volk: Der Moment, in dem ihr in die Freiheit hinausgehen könnt, rückt immer näher.«
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Reiche: Prüfen Kriseninstrument für Erdgasversorgung
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erwägt laut »Handelsblatt« staatliche Eingriffe in die Erdgasversorgung. Man werde »wahrscheinlich beim Erdgas etwas nachsteuern«, sagte Reiche der Zeitung. Ihr Haus prüfe derzeit, »welches das geeignete Kriseninstrument« sei.
Zu den Folgen des Konflikts für die deutsche Wirtschaft könne man sich derzeit noch nicht verlässlich äußern, sagte Reiche weiter. »Die Lage in Iran ist hochdynamisch.«

Katherina Reiche. Foto: Karl-Josef Hildenbrand /dpa
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Lesetipp: Für Netanyahu ist es ein Lebenstraum, für Trump eine riskante Wette
Israels Premier hat dem US-Präsidenten den Krieg gegen Iran abgerungen. Doch meine Kollegin Julia Amalia Heyer sowie mein Kollege Thore Schröder schreiben, dass die Ziele von Benjamin Netanyahu und Donald Trump zunehmend auseinanderdriften. Wieso, lesen Sie hier.

Bündnispartner Netanyahu und Trump in Tel Aviv im Oktober 2025. Foto: Chip Somodevilla / Getty Images
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Lesetipp: »Jeder Tag fühlt sich sehr lang an«
Die iranische Bevölkerung ist den Angriffen Israels und der USA nahezu schutzlos ausgeliefert. Meine Kollegen Christoph Reuter und Fritz Schaap sowie meine Kollegin Anna-Sophie Schneider haben Stimmen aus Iran zusammen getragen. Menschen aus Teheran berichten, wie sie den Krieg erleben – und erzählen, wovor sie am meisten Angst haben. Hier lesen Sie die Eindrücke von Menschen aus der iranischen Hauptstadt.

Eine Frau sitzt vor Trümmern in Teheran (Symbolbild). Foto: Vahid Salemi / AP
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Britischer Verteidigungsminister spricht von Kreml-Taktik bei iranischen Drohnenangriffen
Am Montag hatte eine Drohne den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern getroffen. Auch auf einer Basis im nordirakischen Erbil, wo britische und US-Truppen stationiert sind, schlugen zuletzt mehrere Geschosse ein.

Britischer Verteidigungsminister Healey auf der Basis Akrotiri in Zypern im Oktober 2024. Foto: Yui Mok
Nun sagt John Healey, Verteidigungsminister des Vereinigten Königreichs: Hinter einigen der Drohnenangriffe würden Taktiken des Kremls stecken. Das berichten die BBC und der »Guardian«. Bei einem Besuch des Militärhauptquartiers im Norden Londons habe man ihm gesagt, es gebe eine »eindeutige Verbindung« zwischen Iran und Russland in der Art und Weise, wie Drohnen eingesetzt werden.
Iran und seine Verbündeten setzten demnach zunehmend auf Taktiken der russischen Armee, die auch in ihrem Angriffskrieg gegen die Ukraine auf Drohnen setzt.
So würden iranische Drohnenpiloten die Shahed-Drohnen nun deutlich tiefer fliegen, zitiert der »Guardian« Nick Perry vom britischen Militär. Shahed-Drohnen hätten sich im Laufe des Konflikts zu einer immer effektiveren Waffe des Regimes in Teheran entwickelt.
So würden iranische Drohnenpiloten die Shahed-Drohnen nun deutlich tiefer fliegen, zitiert der »Guardian« Nick Perry vom britischen Militär. Shahed-Drohnen hätten sich im Laufe des Konflikts zu einer immer effektiveren Waffe des Regimes in Teheran entwickelt.
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Kurzanalyse: Der Krieg und die Bros
Donald Trumps Krieg gegen Iran ist daheim unbeliebt. Anders als bei früheren Waffengängen scharen sich Amerikaner und Amerikanerinnen nicht um die Flagge. Umfragen zufolge ist eine Mehrheit gegen die Operation, obwohl diese noch keine zwei Wochen andauert.
Immerhin konnte der Präsident sein eigenes Lager zusammenhalten. Offene Revolten gab es bisher nicht. Die Frage ist nur, wie lange das so bleibt?
Immerhin konnte der Präsident sein eigenes Lager zusammenhalten. Offene Revolten gab es bisher nicht. Die Frage ist nur, wie lange das so bleibt?

Podcaster Joe Rogan bei einem Formel-1-Rennen in Texas 2024. Foto: Mark Sutton / Getty Images
Immer lauter äußern Akteure Kritik, die dem Präsidenten eigentlich wohlgesonnen sind. Einer davon ist der Podcaster Joe Rogan. Dieser nannte den Krieg diese Woche ein »verrücktes« Unterfangen. Das Ganze komme ihm »geisteskrank« vor. Rogan erinnerte an die Wahlversprechen des Präsidenten, »diese dummen, sinnlosen Kriege zu beenden« und keine neuen anzufangen. Viele Menschen im Land fühlten sich nun von Trump »verraten«.
Rogans Podcast gehört zu den meistgehörten in den USA. Sein Einfluss ist gerade unter jungen Männern enorm. Vor der Wahl 2024 interviewte er Trump und gab eine Wahlempfehlung für ihn ab. Nach eigenen Angaben tauscht Rogan bis heute Kurznachrichten mit dem Präsidenten aus.
Zuvor hatten andere Podcaster, deren Stimmen auf der US-Rechten Einfluss haben, den Waffengang kritisiert. Der frühere »Fox News«-Moderator Tucker Carlson etwa nannte den Krieg »absolut widerlich und böse«.
Zuvor hatten andere Podcaster, deren Stimmen auf der US-Rechten Einfluss haben, den Waffengang kritisiert. Der frühere »Fox News«-Moderator Tucker Carlson etwa nannte den Krieg »absolut widerlich und böse«.
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Totalenergies setzt Ölförderung in Nahost teilweise aus
15 Prozent seiner gesamten Ölförderung hat der französische Energiekonzern Totalenergies gestoppt: in Katar, im Irak und vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Die Produktion auf dem Festland der VAE laufe weiter, teilte das Unternehmen mit.
Der Dax schwächelte trotz der hohen Ölpreise heute jedoch nur leicht. Die Anlieger reagierten gelassener als am vergangenen Montag, als der deutsche Leitindex auf 22.930 Punkte fiel. Heute ging der Dax mit 23.586,65 Punkten aus dem Tag – einem Minus von 0,21 Prozent.
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Leseempfehlung: Unbekannter Sender funkt Geheimbotschaften auf Persisch
Seit Beginn des Krieges gegen Iran laufen über einen Kurzwellensender zweimal am Tag persische Zahlenreihen. »Yek«, »schisch«, »noh«, heißt es dort. Mein Kollege Christoph Seidler ist der Frage nachgegangen, ob es sich dabei möglicherweise um Botschaften aus dem Westen an Agenten in dem Land handelt. Seinen Text lesen Sie hier.

Amateurfunker bei der Arbeit. Foto: Jim West / SCIENCE PHOTO LIBRARY
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Israel attackiert Ziele im Stadtzentrum von Beirut
Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle auf den Libanon gestartet. Das Ziel sei Infrastruktur der Hisbollah-Miliz in Beirut, teilt das Militär mit.

Rauchwolke in Beirut nach einem israelischen Angriff. Foto: Raghed Waked / REUTERS
Vor dem Angriff hatte das israelische Militär einen Evakuierungsaufruf für ein Gebäude im Stadtviertel Baschura herausgegeben. Es wurde zweimal aus der Luft getroffen, wie auf Liveaufnahmen im libanesischen Fernsehen zu sehen war. Kurze Zeit später rief das israelische Militär auch zur Räumung eines Gebäudes in dem benachbarten Wohnquartier Sokak al-Blat auf. In dem Gebäude befindet sich eine Filiale des Finanzinstituts der Hisbollah. Beide Wohngegenden sind dicht besiedelt.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurden bei einem Angriff auf die Libanesische Universität der Direktor der naturwissenschaftlichen Fakultät, Hussein Bassi, und auch der Professor Mortada Srour getötet. Das Universitätsgelände liegt am Rand der südlichen Vororte Beiruts. Das israelische Militär teilt mit, die Berichte zu prüfen. Auch in den Vororten selbst griff die israelische Armee nach libanesischen Infos erneut an.
Wie in Beirut hat die israelische Armee auch die Menschen im Süden des Libanon vor Angriffen gewarnt: Die Bevölkerung solle den Bereich südlich des Saharani-Flusses, etwa 40 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze, verlassen. Im Vergleich zur vergangenen Woche wurde das Warngebiet zehn Kilometer in den Libanon ausgeweitet.
Wie in Beirut hat die israelische Armee auch die Menschen im Süden des Libanon vor Angriffen gewarnt: Die Bevölkerung solle den Bereich südlich des Saharani-Flusses, etwa 40 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze, verlassen. Im Vergleich zur vergangenen Woche wurde das Warngebiet zehn Kilometer in den Libanon ausgeweitet.
Israels Verteidigungsminister droht Libanon mit Einnahme von Gebieten
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat sich zum Beschuss aus dem Libanon durch die Hisbollah geäußert: Sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Miliz davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern, werde Israels Armee »das Gebiet einnehmen und die Sache selbst in die Hand nehmen«, sagte Katz nach Angaben seines Büros bei einer Besprechung mit hochrangigen Armee- und Geheimdienstvertretern. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Katz haben die Armee den Angaben zufolge bereits angewiesen, sich auf »eine Ausweitung ihrer Aktivitäten im Libanon vorzubereiten«. Die Hisbollah ist mit Iran verbündet.
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Unicef: Mehr als tausend verletzte oder gestorbene Kinder in Nahost
Seit Beginn des Irankriegs sollen 1100 Kinder in der Region durch Angriffe getötet oder verletzt worden sein, meldet das Kinderhilfswerk Unicef. In Iran seien 200 Kinder den Angriffen zum Opfer gefallen, im Libanon 91, in Israel vier. Auch in Kuwait sei ein Kind gestorben. Man rechne mit steigenden Opferzahlen durch die anhaltenden Angriffe, heißt es.
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Claus Hecking
US-Korrespondent

Devisen-Schwarzmarkt: Iranische Landeswährung wird seit Tagen stärker
Die iranische Währung Rial wertet offenbar auf den Schwarzmärkten des Landes seit Tagen auf – auf einem extrem niedrigen Niveau. Das zeigen Daten des auf den Devisen-Schwarzmarkt spezialisierten Portals Bonbast. Verlangten Händler kurz nach Beginn der Angriffe der USA und Israels für einen US-Dollar fast 1,75 Millionen Rial, sind es jetzt laut Bonbast noch rund 1,46 Millionen.

Iranische Banknoten. Foto: Abedin Taherkenareh / EPA
In den vergangenen Tagen ist der Rial-Kurs nach und nach gestiegen. Die Landeswährung ist mittlerweile sogar etwas höher bewertet als in den Wochen vor dem Kriegsausbruch. Ende Januar etwa lag der Kurs bei rund 1,5 Millionen Rial pro Dollar. Dies könnte darauf hindeuten, dass Menschen in Iran den ersten Schock der Angriffe hinter sich gelassen haben.
Iran hat seit Langem gravierende wirtschaftliche Probleme und infolge der internationalen Sanktionen keinen Zugang zum internationalen Finanzsystem. Der Rial ist in Iran nicht frei umtauschbar; daher haben sich Schwarzmärkte gebildet. Die Währung fällt seit Jahren von einem Tief zum nächsten. Umso bemerkenswerter ist, dass sie sich ausgerechnet in diesen Kriegstagen stetig stabilisiert.
Iran hat seit Langem gravierende wirtschaftliche Probleme und infolge der internationalen Sanktionen keinen Zugang zum internationalen Finanzsystem. Der Rial ist in Iran nicht frei umtauschbar; daher haben sich Schwarzmärkte gebildet. Die Währung fällt seit Jahren von einem Tief zum nächsten. Umso bemerkenswerter ist, dass sie sich ausgerechnet in diesen Kriegstagen stetig stabilisiert.
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Trump: Iranische WM-Teilnahme »nicht angemessen«
US-Präsident Donald Trump hat sich zu einer möglichen WM-Teilnahme Irans geäußert. Die iranische Nationalmannschaft sei willkommen bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer, schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er halte es jedoch nicht für angemessen, dass das Team dort sei – im Hinblick auf ihr eigenes Leben und ihre Sicherheit.
Wenige Tage zuvor hatte Fifa-Präsident Gianni Infantino zugesichert, dass Iran bei der WM antreten dürfe. Das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada soll am 11. Juni beginnen.
Wenige Tage zuvor hatte Fifa-Präsident Gianni Infantino zugesichert, dass Iran bei der WM antreten dürfe. Das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada soll am 11. Juni beginnen.
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Mojtaba Khamenei kaufte offenbar Luxusimmobilie mithilfe israelisch-britischer Finanziers
Kredit vom Erzfeind? Als der Oberste Führer Irans, Mojtaba Khamenei, noch der Sohn des Obersten Führers Irans, Ali Khamenei, war, kaufte er 2013 ein luxuriöses Anwesen in der Bishops Avenue in London – auch bekannt als »Billionaires Row«. Das berichtete Bloomberg bereits im Januar.
Finanziert wurde der 36-Millionen-Pfund-Deal offenbar von der Investmentgesellschaft zweier Brüder aus Ramat Gan, einer Stadt in der Nähe von Tel Aviv. Und: Die Iraner sollen gewusst haben, woher der Kredit kam. Das zeigt eine Recherche des israelischen Investigativportals Shomrim mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ).
Finanziert wurde der 36-Millionen-Pfund-Deal offenbar von der Investmentgesellschaft zweier Brüder aus Ramat Gan, einer Stadt in der Nähe von Tel Aviv. Und: Die Iraner sollen gewusst haben, woher der Kredit kam. Das zeigt eine Recherche des israelischen Investigativportals Shomrim mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ).
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Kanzler Merz: Keine erhöhte Gefahr für Deutschland
Nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat der amerikanisch-israelische Krieg gegen Iran aktuell keine Folgen für die Bedrohungslage hierzulande. »Es gibt im Augenblick keine Erkenntnisse, dass wir im Inland von einer erhöhten Gefährdung ausgehen müssen«, sagte Merz bei einem Festakt zum 75-jährigen Bestehen des Bundeskriminalamts in Wiesbaden.
Trotzdem würden Bund und Länder ihre Sicherheitskonzepte hochfahren – »insbesondere für israelische, jüdische und amerikanische Einrichtungen«, betonte der Kanzler. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) tausche sich dazu mit den Innenministern der Länder »sehr eng« aus.
Trotzdem würden Bund und Länder ihre Sicherheitskonzepte hochfahren – »insbesondere für israelische, jüdische und amerikanische Einrichtungen«, betonte der Kanzler. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) tausche sich dazu mit den Innenministern der Länder »sehr eng« aus.
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Leseempfehlung: Plötzlich fühlt sich der Krieg ganz nah an
Krieg gegen Iran, Bedrohung aus Russland, ein US-Präsident, der sich an keine Regeln hält: Die alte Weltordnung ist aus den Fugen, es gilt das Recht des Stärkeren. Im SPIEGEL-Titel meiner Kollegen Steffen Lüdke und Mathieu von Rohr lesen Sie, was das für Europäer bedeutet.

Angriff auf ein Öldepot in Teheran (7. März). Foto: Middle East Images / AFP
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Wadephul in Ankara: Angriffe Irans in der Golfregion »brandgefährlich«
Nach seiner Reise in die Krisenregion im Nahen Osten und an den Golf ist der deutsche Außenminister Johann Wadephul nun in Ankara. Eines der zentralen Themen bei seinen Gesprächen in der türkischen Hauptstadt: die amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran und die militärischen Schläge Teherans gegen die Golfstaaten.
Nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan: »Dieser Krieg muss so schnell wie möglich beendet werden.« Fidan warb, wie auch Wadephul, für die territoriale Integrität Irans. »Separatistische Bemühungen« und religiöse »Bruchlinien« seien abzulehnen. Fidan warnte davor, sich »auf solche Abenteuerträume« einzulassen. Ein indirekter Hinweis auf die Sorgen, die in Ankara herrschen: Kurzzeitig hatte es in den vergangenen Tagen auf US-amerikanischer Seite Überlegungen gegeben, kurdische Kräfte in Iran zu unterstützen. Separatistische kurdische Bestrebungen in der Türkei hat Ankara indes stets hart bekämpft.
Nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan: »Dieser Krieg muss so schnell wie möglich beendet werden.« Fidan warb, wie auch Wadephul, für die territoriale Integrität Irans. »Separatistische Bemühungen« und religiöse »Bruchlinien« seien abzulehnen. Fidan warnte davor, sich »auf solche Abenteuerträume« einzulassen. Ein indirekter Hinweis auf die Sorgen, die in Ankara herrschen: Kurzzeitig hatte es in den vergangenen Tagen auf US-amerikanischer Seite Überlegungen gegeben, kurdische Kräfte in Iran zu unterstützen. Separatistische kurdische Bestrebungen in der Türkei hat Ankara indes stets hart bekämpft.
Auch Wadephul sprach sich, wie bereits mehrfach während seiner viertägigen Reise, für die Integrität Irans aus – mit deutlichen Worten. »Niemand kann ein Interesse an einem Chaos haben«, sagte der CDU-Politiker. Über die jüngsten Angriffe Irans auf Schiffe in der Straße von Hormus und auf Golfstaaten zeigte sich Wadephul besorgt. Dass Iran durch die Angriffe in der Region »die Spannungen immer weiter erhöht, ist brandgefährlich«.
Auf die Frage eines Journalisten nach einer deutschen Militärhilfe für die Sicherung des Seeverkehrs in der Straße von Hormus sagte Wadephul, eine »verlässliche und tragfähige Lösung« könne »nur auf diplomatischem Weg erreicht werden«. Erst am Montag hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, sein Land arbeite an einer Initiative, deren Ziel es sei, Containerschiffe und Tanker zu begleiten, sobald die heißeste Phase des Irankriegs vorbei sei.
Der deutsche Außenminister ging in Ankara auch auf die Gefahr möglicher Fluchtbewegungen ein. Er hob die positive Rolle hervor, die die Türkei bei der Aufnahme syrischer Flüchtlinge mit einem »Kraftakt« geleistet hat und weiter leistet. Es sei daher »nur richtig und vorausschauend«, dass sich die Türkei angesichts der Lage in Iran mit möglichen Fluchtbewegungen in ihr eigenes Land beschäftige. Diese Fluchtbewegungen seien zwar derzeit nicht zu erkennen. Deutschland und die Türkei hätten aber ein »gemeinsames Interesse, so etwas zu verhindern«, so Wadephul.
Ausdrücklich lobte der Außenminister, dass sein türkischer Amtskollege in seinem Eingangsstatement auch den Krieg in der Ukraine erwähnt hatte. »Dieser Krieg darf nicht vergessen werden«, so Wadephul. Die »größte sicherheitspolitische Bedrohung« auf dem europäischen Kontinent gehe nach wie vor von Russland aus.
Auf die Frage eines Journalisten nach einer deutschen Militärhilfe für die Sicherung des Seeverkehrs in der Straße von Hormus sagte Wadephul, eine »verlässliche und tragfähige Lösung« könne »nur auf diplomatischem Weg erreicht werden«. Erst am Montag hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, sein Land arbeite an einer Initiative, deren Ziel es sei, Containerschiffe und Tanker zu begleiten, sobald die heißeste Phase des Irankriegs vorbei sei.
Der deutsche Außenminister ging in Ankara auch auf die Gefahr möglicher Fluchtbewegungen ein. Er hob die positive Rolle hervor, die die Türkei bei der Aufnahme syrischer Flüchtlinge mit einem »Kraftakt« geleistet hat und weiter leistet. Es sei daher »nur richtig und vorausschauend«, dass sich die Türkei angesichts der Lage in Iran mit möglichen Fluchtbewegungen in ihr eigenes Land beschäftige. Diese Fluchtbewegungen seien zwar derzeit nicht zu erkennen. Deutschland und die Türkei hätten aber ein »gemeinsames Interesse, so etwas zu verhindern«, so Wadephul.
Ausdrücklich lobte der Außenminister, dass sein türkischer Amtskollege in seinem Eingangsstatement auch den Krieg in der Ukraine erwähnt hatte. »Dieser Krieg darf nicht vergessen werden«, so Wadephul. Die »größte sicherheitspolitische Bedrohung« auf dem europäischen Kontinent gehe nach wie vor von Russland aus.

Foto: Adem Altan / AFP
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Eindrücke aus dem Kriegsgebiet
Nach fast zwei Wochen sind die Folgen des Krieges an vielen Orten in der Region sichtbar: Die USA und Israel greifen weiter Ziele in Iran an, aus dem Libanon feuert die Hisbollah-Miliz auf Israel, die israelischen Streitkräfte drohen dem Libanon – und Iran attackiert mit Drohnen die Vereinigten Arabischen Emirate.
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Auch nach fast zwei Wochen Krieg zeigt sich Khamenei nicht persönlich
Viele hatten eine Ansprache erwartet, jetzt wurde im iranischen Staatsfernsehen nur ein Statement von Mojtaba Khamenei verlesen. Das lässt weitere Spekulationen über den Gesundheitszustand des neuen Obersten Führers zu: Medienberichten zufolge soll Khamenei bei den ersten Angriffen auf Iran verletzt worden sein. Die »New York Times« berichtet unter Berufung auf drei iranische Offizielle etwa von Verletzungen an den Beinen.
Khamenei kündigte in seinem Statement unter anderem an, dass die Straße von Hormus nicht freigegeben werde. Alle US-Militärstützpunkte in der Region müssten geschlossen werden. Die Opfer des Krieges wolle Iran rächen.
Khamenei kündigte in seinem Statement unter anderem an, dass die Straße von Hormus nicht freigegeben werde. Alle US-Militärstützpunkte in der Region müssten geschlossen werden. Die Opfer des Krieges wolle Iran rächen.
Erste Ansprache von Mojtaba Khamenei erwartet
Der neue Oberste Führer Irans, Mojtaba Khamenei, soll in Kürze im iranischen Staatsfernsehen sprechen. Es wäre seine erste öffentliche Botschaft seit seiner Wahl am Sonntag. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna teilte laut dem US-Sender CNN mit, dass eine »strategische« Botschaft in sieben Abschnitten veröffentlicht werde. Sie soll unter anderem Informationen über den getöteten Ali Khamenei enthalten. Außerdem gehe es darum, »Feinde zu konfrontieren«, um »Rollen und Pflichten des Volkes« und die sogenannte Achse des Widerstands.
Lesen Sie hier eine Analyse zur Wahl Mojtaba Khameneis als neuer religiöser Führer: In Teheran geben jetzt die Hardliner den Takt vor
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Iran droht USA und Israel: Meer »mit dem Blut der Invasoren tränken«
Irans Parlamentspräsident hat die USA und Israel vor einem Angriff auf Inseln im Persischen Golf gewarnt. »Jede Aggression gegen den Boden der iranischen Inseln wird alle Zurückhaltung zunichtemachen«, schrieb Mohammad Bagher Ghalibaf auf X. »Wir werden jede Zurückhaltung aufgeben und den Persischen Golf mit dem Blut der Invasoren tränken. Dies liege »in Trumps persönlicher Verantwortung.«
Wieso Ghalibaf sich ausgerechnet jetzt so deutlich äußert, ist unklar. Im Persischen Golf südlich Irans liegen mehrere Inseln, die für die Führung in Teheran von strategischer Bedeutung sind. Die Insel Charg etwa ist das wichtigste Ausfuhrterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Seit Tagen wird über ihre Rolle im Konflikt diskutiert, ein möglicher Angriff gilt als hochriskant.
Wieso Ghalibaf sich ausgerechnet jetzt so deutlich äußert, ist unklar. Im Persischen Golf südlich Irans liegen mehrere Inseln, die für die Führung in Teheran von strategischer Bedeutung sind. Die Insel Charg etwa ist das wichtigste Ausfuhrterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Seit Tagen wird über ihre Rolle im Konflikt diskutiert, ein möglicher Angriff gilt als hochriskant.

Die Insel Charg. Foto: 2026 Planet Labs PBC / Reuters
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Erste Ansprache von Mojtaba Khamenei erwartet
Der neue Oberste Führer Irans, Mojtaba Khamenei, soll in Kürze im iranischen Staatsfernsehen sprechen. Es wäre seine erste öffentliche Botschaft seit seiner Wahl am Sonntag. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna teilte laut dem US-Sender CNN mit, dass eine »strategische« Botschaft in sieben Abschnitten veröffentlicht werde. Sie soll unter anderem Informationen über den getöteten Ali Khamenei enthalten. Außerdem gehe es darum, »Feinde zu konfrontieren«, um »Rollen und Pflichten des Volkes« und die sogenannte Achse des Widerstands.
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