Angeblicher Angriff auf Militäranlage Iran vollstreckt weiteres Todesurteil
Bilder von Protesten in Teheran am 9. Januar 2025
Foto:UGC / AP / dpa
In Iran ist nach Angaben des Regimes ein Mann hingerichtet worden, dem vorgeworfen wurde, an einem Angriff auf eine geheime Militäreinrichtung beteiligt gewesen zu sein. Amirhossein Hatami sei für schuldig befunden worden, in die Sperranlage in Teheran eingedrungen zu sein, meldet die Justiz-Nachrichtenagentur Mizan.
Hatami habe die Einrichtung beschädigt, einen Brand gelegt und versucht, Waffen und Munition zu entwenden. Er habe die Taten während eines Verhörs zugegeben. Sein Einspruch sei zurückgewiesen und das Urteil vom Obersten Gerichtshof bestätigt worden. Ein Justizvertreter hatte im März erklärt, die Fälle im Kontext der landesweiten Proteste vom Januar seien abgeschlossen und die Urteile würden nun vollstreckt.
Unterstützer schrieben auf X, Hatami sei zum Zeitpunkt seiner Hinrichtung erst 18 Jahre alt gewesen und zu einem Geständnis gezwungen worden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Hatami zu einer Gruppe von Gefangenen gehört, die in Haft »Folter und anderen Misshandlungen« ausgesetzt waren, bevor sie in »grob unfairen Prozessen verurteilt wurden, die auf erzwungenen Geständnissen beruhten«.
In Iran sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw mindestens 160 Todesurteile vollstreckt worden.
Die iranische Justiz hatte am Dienstag angekündigt, die Todesstrafe künftig für mehr Delikte als bisher »ohne Gnade und Nachsicht« zu vollstrecken. Außer Spionage für die USA, Israel oder andere »feindliche Staaten« sollen künftig auch Terrorhandlungen, die Zerstörung staatlicher Einrichtungen sowie Taten, die »Angst und Schrecken« in der Bevölkerung auslösen, mit der Todesstrafe geahndet werden.
Die Proteste wurden Ende Dezember zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor. Tausende Demonstranten wurden getötet.
Bereits vor zwei Wochen sind in Iran drei Männer hingerichtet worden. Lesen Sie hier vom Fall des 19 Jahre alten Wrestlers Saleh Mohammadi, der in einem undurchsichtigen Prozess zum Tode verurteilt wurde und laut offiziellen Angaben am 19. März hingerichtet worden ist.