live •+++ Krieg in Nahost +++ Trump hält europäische Vermittlungsbemühungen für nicht hilfreich
In Genf haben sich europäische Außenminister mit ihrem iranischen Amtskollegen getroffen. Europa könne in der Sache nicht helfen, sagt US-Präsident Trump. Und: Ein Erdbeben erschüttert Iran. Das war der Newsblog am 20.6.
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Evelin Ruhnow
Nachrichtenressort
Das Wichtigste in Kürze:
- Iran hat am Nachmittag einen erneuten Angriff auf Israel geflogen. Mehrere Raketen sind eingeschlagen. Israel meldet mehr als 20 Verletzte.
- Auch Israel hat militärische Infrastruktur in Iran angegriffen.
- Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens haben sich in Genf mit Irans Außenminister Abbas Araghchi getroffen. Alle Beteiligten wollen die Gespräche fortsetzen. Europa drängt Iran zu Verhandlungen mit den USA.
- Die Internationale Atombehörde warnt vor akuter Gefahr von Strahlung in der iranischen Nuklearanlage Natans.
- Nach intensiven Verhandlungen mit Israel hat die Luftwaffe 64 deutsche Staatsbürger aus Israel abgeholt.
Hintergrund zum Konflikt:
Israel hat vergangene Woche einen groß angelegten Luftangriff auf Iran gestartet, die Operation »Rising Lion«. Ziel waren Militäreinrichtungen und Atomanlagen sowie Anführer der iranischen Militärelite und Atomwissenschaftler. Iran wertet den Angriff als Kriegserklärung.
Lesen Sie hier mehr dazu:
- So lief Operation »Rising Lion« ab: Ein Überblick in Karten, Videoaufnahmen und Grafiken
- Drohnen, Jets, Bunkerbrecher: Wie ging Israels Militär vor?
- Was fehlt Iran noch zur Fertigung von Atomwaffen? Irans Weg zur Bombe
- Doppelagenten, Drohnenschmuggel, Fallen: So konnte Israel Irans Machtapparat unterwandern
- Iran-Experte Raz Zimmt: »Bei einem Kriegseintritt der USA hätte das Regime ganz schlechte Karten«
- USA beordern Streitkräfte in die Region: Trumps Armada im Nahen Osten
- Verzweiflung und Wut nach Israels Angriff: Protokolle von Iranerinnen und Iranern
- Irans Schlagkraft: Wie gefährlich sind Irans Raketen noch für Israel?
- SPIEGEL-Gespräch mit Ex-US-Sicherheitsberater John Bolton: »Für Trump geht es jetzt darum, das Gesicht zu wahren«
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NGO spricht von mehr als 650 Toten in Iran durch israelische Angriffe
Eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in den USA hat die Zahl der bei den Angriffen Israels auf Iran getöteten Menschen mit mindestens 657 beziffert. Seit dem Beginn der Angriffe vor einer Woche seien landesweit mindestens 263 Zivilisten getötet worden, erklärte die Human Rights Activists News Agency (HRANA). Unter ihnen seien mehr als 20 Kinder, die meisten davon seien in Teheran gestorben. Außerdem seien 164 Angehörige des Militärs getötet worden.
Bei 230 Todesopfern konnte HRANA nach eigenen Angaben nicht feststellen, ob es sich um Zivilisten oder Angehörige der Armee handelte. Bis Freitagmorgen seien zudem mehr als 2000 Armeeangehörige und Zivilisten verletzt worden, fügte die Organisation hinzu. Ihren Angaben zufolge hatte es Angriffe in 21 der 31 iranischen Provinzen gegeben.
HRANA ist Teil der Nichtregierungsorganisation Human Rights Activists, welche 2005 in Iran gegründet wurde, aber später aufgrund der Unterdrückung durch die iranischen Behörden ihren Sitz in die USA verlegte. Sie veröffentlicht täglich Dutzende Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Iran.
Die Behörden in Iran hatten am Sonntag bekannt gegeben, dass bei israelischen Angriffen mindestens 224 Menschen getötet worden seien, darunter hochrangige Kommandeure, Wissenschaftler und Zivilisten. Seitdem wurden keine neuen Opferzahlen mehr veröffentlicht. Unabhängig überprüfen lassen sich weder die Angaben von HRANA noch die der iranischen Behörden.
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Israel attackiert iranische Raketenlager und Abschusseinrichtungen
Die israelische Luftwaffe greift erneut Ziele im mehr als 1000 Kilometer entfernten Iran an. Man habe mit einer Serie an Attacken gegen Raketenlager und Abschusseinrichtungen im Landesinneren Irans begonnen, gab die Armee in der Nacht bekannt.
Kurz zuvor hatte Iran seinerseits Israel mit Raketen angegriffen, die jedoch anscheinend abgefangen werden konnten. Es gab zunächst keine Berichte über Einschläge in Israel. Die Bevölkerung könne die Schutzräume wieder verlassen, teilte das Militär mit.
Kurz zuvor hatte Iran seinerseits Israel mit Raketen angegriffen, die jedoch anscheinend abgefangen werden konnten. Es gab zunächst keine Berichte über Einschläge in Israel. Die Bevölkerung könne die Schutzräume wieder verlassen, teilte das Militär mit.
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Israel meldet neuen Raketenbeschuss aus Iran
Iran hat Israel nach Angaben des israelischen Militärs in der Nacht erneut mit Raketen angegriffen. Israels Luftabwehr konnte sie jedoch anscheinend abfangen, es gab zunächst keine Berichte über Einschläge. Die Bevölkerung könne die Schutzräume wieder verlassen, teilte das Militär mit. Kurz zuvor fing Israels Luftabwehr bereits eine aus Iran gestartete Drohne im Norden ab, laut Medienberichten vor der Küste der Mittelmeerstadt Haifa. In der Stadt waren am Vortag bei einem iranischen Raketenbeschuss laut Rettungsdienst mindestens 23 Menschen verletzt worden, drei davon schwer.
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Iran hält Trumps Aussagen für mögliches Ablenkungsmanöver
Nach Ansicht des iranischen Außenministers Abbas Araghchi könnte die von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellte Frist von zwei Wochen für diplomatische Bemühungen zur Lösung des Atomstreits nur ein Vorwand sein. Die USA müssten ihre Entschlossenheit zeigen, eine Verhandlungslösung zu finden, »oder sie haben etwas anderes vor und sie wollen Iran sowieso angreifen«, sagte er in einem Interview des US-Senders NBC News. »Vielleicht hatten sie diesen Plan und brauchten die Verhandlungen vielleicht nur, um es zu vertuschen.« Iran könne den USA nicht mehr vertrauen, sagte Araghchi.
Das Interview wurde NBC News zufolge am Freitag nach den mehrstündigen Gesprächen des iranischen Außenministers mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien in Genf geführt. Die Europäer wollen sich weiter um eine diplomatische Lösung des Konflikts um das iranische Atomprogramm bemühen. Auch Teheran will die Gespräche nach eigenem Bekunden fortführen.
Am Donnerstag hatte Trump zu verstehen gegeben, dass er den diplomatischen Bemühungen noch etwas Zeit geben und innerhalb der nächsten zwei Wochen eine Entscheidung über eine mögliche Beteiligung der USA an Israels Krieg gegen Iran treffen wolle. Am Freitag fügte er hinzu, »zwei Wochen sind das Maximum«.
Trump sagte aber auch, dass er die diplomatischen Bemühungen der Europäer nicht für hilfreich halte. Iran wolle mit den USA reden, nicht mit den Europäern.
Trump sagte aber auch, dass er die diplomatischen Bemühungen der Europäer nicht für hilfreich halte. Iran wolle mit den USA reden, nicht mit den Europäern.

Irans Außenminister Abbas Araghchi . Foto: Thomas Trutschel / Imago
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Israel sieht wichtige Erfolge bei seinen Angriffen
Israel schätzt, dass seine Angriffe in Iran die Entwicklung einer Atombombe durch die Islamische Republik um Jahre verzögert haben. »Ich glaube, laut den Einschätzungen, die wir hören, haben wir die Möglichkeit für sie, eine Atombombe zu erlangen, bereits um mindestens zwei oder drei Jahre verzögert«, sagte der israelische Außenminister Gideon Sa’ar in einem »Bild«-Interview. »Die Tatsache, dass wir jene Personen ausgeschaltet haben, die die Bewaffnung des Nuklearprogramms geleitet und vorangetrieben haben, ist äußerst wichtig im Hinblick auf die Ergebnisse«, fügte der Außenminister hinzu.
»Wir haben also bereits viel erreicht. Aber wir werden tun, was auch immer wir können. Wir werden nicht aufhören, bis wir alles getan haben, was möglich ist, um diese Bedrohung zu beseitigen«, sagte Sa'ar.
In einem anderen Interview mit dem japanischen Fernsehsender NHK sagte er: »Wir werden nicht zulassen, dass Iran wie Nordkorea wird. Iran hat versucht, den Weg Nordkoreas einzuschlagen, weil er glaubt, dass die Sicherheit seines Regimes durch Atomwaffen gewährleistet wird. Aber wir werden das in Iran nicht zulassen«.
»Wir haben also bereits viel erreicht. Aber wir werden tun, was auch immer wir können. Wir werden nicht aufhören, bis wir alles getan haben, was möglich ist, um diese Bedrohung zu beseitigen«, sagte Sa'ar.
In einem anderen Interview mit dem japanischen Fernsehsender NHK sagte er: »Wir werden nicht zulassen, dass Iran wie Nordkorea wird. Iran hat versucht, den Weg Nordkoreas einzuschlagen, weil er glaubt, dass die Sicherheit seines Regimes durch Atomwaffen gewährleistet wird. Aber wir werden das in Iran nicht zulassen«.

Israels Außenminister Gideon Sa'ar. Foto: Bernd Elmenthaler / Imago
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Merkel: Israel muss sich wehren können
Altkanzlerin Angela Merkel steht im Nahostkonflikt zum Selbstverteidigungsrecht Israels. »Wenn die einen erklären dürfen, sie wollen den Staat Israel auslöschen, muss der Staat Israel sich dagegen wehren können«, sagte Merkel der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Angesichts mancher Zweifel an der Vereinbarkeit des israelischen Vorgehens mit dem Völkerrecht betonte die CDU-Politikerin: »Wenn die Existenz eines Landes von der Hamas oder von Iran infrage gestellt wird, ist das ja völkerrechtlich nicht so ganz einfach zu beantworten.«
Völlig eindeutig sei hingegen die Lage im Ukrainekrieg. »Evident völkerrechtswidrig ist der Überfall Russlands auf die Ukraine. Die Ukraine hat Russland nie bedroht und wurde trotzdem angegriffen«, betonte Merkel.

Altbundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Michael Kappeler /picture alliance
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Roger Schneider
Newsdesk

Israelische Armee berichtet von neuen Angriffen in Westiran
Wieder hat die israelische Luftwaffe Angriffe im Westen Irans geflogen. In den vergangenen Stunden hätten etwa 15 Kampfflugzeuge eine Reihe von Raketenabschussrampen bombardiert, teilte die Armee mit. Unterdessen fing Israels Flugabwehr eine in Iran gestartete Drohne ab, laut Medienberichten vor der Küste der Mittelmeerstadt Haifa im Norden des Landes. In der Stadt waren zuvor bei einem iranischen Raketenbeschuss laut Rettungsdienst mindestens 23 Menschen verletzt worden, drei davon schwer.
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So versucht Europa das Comeback in der Iran-Diplomatie
Die Außenminister Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands wollen gemeinsam zu einer Verhandlungslösung im Krieg zwischen Israel und Iran beitragen – und selbst wieder eine Rolle spielen. Mehr dazu lesen Sie im Text von Paul-Anton Krüger.

Foto: Handout / German Federal Foreign Office / AFP
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Trump: Europa kann bei Iran-Krise nicht helfen
In der Krise um Irans umstrittenes Atomprogramm hält US-Präsident Donald Trump Vermittlungsbemühungen europäischer Staaten für nicht zielführend. »Iran will nicht mit Europa sprechen. Sie wollen mit uns sprechen. Europa kann dabei nicht helfen«, sagte Trump auf die Frage eines Journalisten, ob jüngste Gespräche der Europäer mit Teheran hilfreich gewesen seien.
Es gebe aktuell Kontakte der USA mit Iran, und man werde sehen, was passiere, sagte Trump. Er nannte keine Einzelheiten zu den Gesprächen mit Vertretern Teherans. US-Medienberichten zufolge steht Trumps Sondergesandter Steve Witkoff in Kontakt mit Teheran.
Die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten zuvor am Freitag in Genf mit ihrem iranischen Kollegen Abbas Araghchi verhandelt. Sie wollen sich weiter um eine diplomatische Lösung des Atomkonflikts bemühen. Auch Teheran will die Gespräche fortführen.
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Das Schwanken des Präsidenten
Ein Kriegseintritt der USA schien nahe. Nun will Donald Trump der Diplomatie doch eine Chance geben. Israels Premier Netanyahu zeigt sich unbeeindruckt – und könnte seinen wichtigsten Partner ignorieren. Den Text meines Kollegen Alexander Sarovic lesen Sie hier.

Foto: Hu Yousong / Xinhua / IMAGO
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Erdbeben erschüttert Iran mitten im Krieg
Ein Erdbeben erschüttert Iran während des Kriegs mit Israel. Das Beben in der Provinz Semnan gut 150 Kilometer von der Hauptstadt Teheran entfernt, hatte eine Stärke von 5,1 und ereignete sich in einer Tiefe von rund zehn Kilometern, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilt.
Irans staatliche Nachrichtenagentur berichtet hingegen von einem Beben der Stärke 5,5. Berichte über Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor. Das Erdbeben trifft das Land mitten im Krieg und angesichts einer nahezu vollständigen Internetsperre seitens der Behörden.
Immer wieder gibt es schwere Erschütterungen in der Region, wo die Arabische, die Indische und die Eurasische Platte aufeinandertreffen. Bei einer verheerenden Erdbebenserie im Nachbarland Afghanistan kamen im Herbst 2023 laut den Vereinten Nationen mehr als 1500 Menschen ums Leben.
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Presseschau: So kommentieren Zeitungen die Lage in Nahost
Die »Nürnberger Nachrichten« blicken auf Irans Zukunft nach einem möglichen Sturz des Regimes: »Zehntausende Menschen fliehen aus Teheran; die Führung des Iran muss sich verstecken, weil Israel nach Belieben militärische und wirtschaftliche Ziele bombardieren kann; die USA bereiten eine Beteiligung an den Angriffen vor: Aktuell ist ungewiss, ob die Islamische Republik den Konflikt überleben kann. Gegner der Mullahs im In- und Ausland träumen vom Regimewechsel und einer pro-westlichen Demokratie in Teheran. Für den Fall eines Sturzes der Theokratie ist jedoch eine Militärdiktatur wahrscheinlicher.«
Eine Kolumne der »taz« zeigt Verständnis für die Attacke gegen Iran: »In der Debatte um den Krieg gegen die Mullahs fehlt etwas Entscheidendes, das Regime darf die Bombe nicht bekommen: Denn es will Israel vernichten. (…) Israels Angriff auf das iranische Atomprogramm ist riskant. Aber dass er irgendwann notwendig würde, war unausweichlich, da jahrzehntelange Verhandlungen scheiterten. Ein Schlag gegen ein Regime, das Israels Auslöschung fordert. Gegen einen islamistischen Gottesstaat, der den Terror gegen den jüdischen Staat finanziert.«
Eine Kolumne der »taz« zeigt Verständnis für die Attacke gegen Iran: »In der Debatte um den Krieg gegen die Mullahs fehlt etwas Entscheidendes, das Regime darf die Bombe nicht bekommen: Denn es will Israel vernichten. (…) Israels Angriff auf das iranische Atomprogramm ist riskant. Aber dass er irgendwann notwendig würde, war unausweichlich, da jahrzehntelange Verhandlungen scheiterten. Ein Schlag gegen ein Regime, das Israels Auslöschung fordert. Gegen einen islamistischen Gottesstaat, der den Terror gegen den jüdischen Staat finanziert.«

Rauch über Teheran nach einem israelischen Angriff. Foto: - / AP / dpa
Die »Nordwest-Zeitung« kommentiert die Reaktionen auf die »Drecksarbeit«-Äußerung von Friedrich Merz: »Der Kanzler sprach von ›Drecksarbeit‹, die Israel für Europa leiste, und er hat recht. Der Iran bedroht auch uns. Seine Raketen erreichen heute schon Europa. Von der Wühlarbeit seiner Agenten in Europa ganz zu schweigen. So bleibt die vor allem in rot-grünen Milieus verbreitete Liebe zu den Atom-Bomben-Mullahs rätselhaft. Wer erinnert sich nicht an Claudia Roths devoten Besuch in Teheran und ihr Abklatschen mit dem iranischen Botschafter? Wir haben es zudem in weiten Teilen der Öffentlichkeit mit widersinnigen Reaktionen zu tun: Da lehnt man die Angriffe auf den Iran, den engsten Verbündeten Moskaus, ab und bestärkt gleichzeitig die Ukraine im Kampf gegen Russland.«
Auch der »Münchner Merkur« widmet sich der Aussage des Kanzlers: »Wenn sie könnten, würden die Berliner Opposition und auch die die SPD Friedrich Merz nach dessen Drecksarbeit-Zitat einbestellen wie das Teheraner Regime den deutschen Botschafter. Doch die inszenierte Empörung will nicht recht überspringen auf die Bundesbürger. Die sehen Israels Vorgehen mit dem Kanzlerwort recht anschaulich beschrieben, vermutlich wollen auch sie nicht demnächst im Wirkungskreis iranischer Atombomben leben. Sogar Putin will jetzt mit Merz reden. Und auch in Trumps Washington erwacht ein neugieriges Interesse an dem deutschen Regierungschef. Der moralisiert zwar nicht so schön wie die leider komplett gescheiterte Iran-Verhandlerin Angela Merkel. Aber dafür bekennt er Farbe und verortet das Land nach dessen jahrelangem außenpolitischen Eunuchentum wieder auf der Weltkarte. Und zwar am richtigen Ort, an der Seite des von den Mullahs in seinem Existenzrecht bedrohten Israel.«
Auch der »Münchner Merkur« widmet sich der Aussage des Kanzlers: »Wenn sie könnten, würden die Berliner Opposition und auch die die SPD Friedrich Merz nach dessen Drecksarbeit-Zitat einbestellen wie das Teheraner Regime den deutschen Botschafter. Doch die inszenierte Empörung will nicht recht überspringen auf die Bundesbürger. Die sehen Israels Vorgehen mit dem Kanzlerwort recht anschaulich beschrieben, vermutlich wollen auch sie nicht demnächst im Wirkungskreis iranischer Atombomben leben. Sogar Putin will jetzt mit Merz reden. Und auch in Trumps Washington erwacht ein neugieriges Interesse an dem deutschen Regierungschef. Der moralisiert zwar nicht so schön wie die leider komplett gescheiterte Iran-Verhandlerin Angela Merkel. Aber dafür bekennt er Farbe und verortet das Land nach dessen jahrelangem außenpolitischen Eunuchentum wieder auf der Weltkarte. Und zwar am richtigen Ort, an der Seite des von den Mullahs in seinem Existenzrecht bedrohten Israel.«
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Israel berichtet von Angriffen im Libanon
Das israelische Militär teilt mit, Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon angegriffen zu haben. Die Schiitenmiliz habe versucht, »ihre Aktivitäten« in der Nähe der Stadt Nabatija wieder aufzunehmen. Der US-Sondergesandte für Syrien, Tom Barrack, hatte die Hisbollah vor einer Einmischung in den Krieg zwischen Iran und Israel gewarnt. Daraufhin hatte Hisbollah-Anführer Naim Qassem am Donnerstag erklärt, die Hisbollah werde »so handeln, wie sie es für angemessen hält«.
Die Hisbollah galt lange als stärkste Gruppe in der von Iran gegründeten und gegen Israel und die USA gerichteten »Achse des Widerstands«. Aus der jüngsten Konfrontation mit Israel ging sie stark geschwächt hervor. Seit Ende November gilt eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah. Beide Seiten beschuldigen sich regelmäßig, diese zu verletzen.
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Iran will Gespräche mit Europäern fortsetzen
Auch Iran will die Gespräche mit Europa fortsetzen. Irans Außenminister Abbas Araghchi sagte nach dem Treffen in Genf: »Wir unterstützen die Fortsetzung der Gespräche mit den drei europäischen Ländern und der Europäischen Union und sind bereit, in naher Zukunft ein weiteres Treffen abzuhalten«. Er betonte aber: »Solange die Angriffe Israels andauern, werden wir mit keiner Partei verhandeln.«

Irans Außenminister Abbas Araghchi. Foto: Fabrice Coffrini / AFP
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Putin will »friedliche Nutzung von Atomenergie« in Iran unterstützen
Russlands Präsident Wladimir Putin hat auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg erklärt, er unterstützte weiterhin »eine friedliche Nutzung von Atomenergie« in Iran. Russland habe Iran und Israel »einige Ideen« für eine mögliche Einigung vorgeschlagen: »Wenn sie für die Seiten attraktiv sind, werden wir uns freuen.« Details nannte er allerdings nicht.
Die Vorwürfe, dass Russland ein unzuverlässiger Verbündeter Irans sei, wies der russische Präsident zurück. Wer meine, dass Moskau mehr für Teheran tun könne, wolle nur provozieren, sagte er.
Die Vorwürfe, dass Russland ein unzuverlässiger Verbündeter Irans sei, wies der russische Präsident zurück. Wer meine, dass Moskau mehr für Teheran tun könne, wolle nur provozieren, sagte er.

Wladimir Putin. Foto: Anton Vaganov / Reuters
In der iranischen Atomanlage Buschehr arbeiten laut russischen Angaben 600 russische Staatsangehörige. Israel wolle deren Sicherheit gewährleisten, so Putin. Die Arbeit in Buschehr laufe deshalb trotz der schwierigen Lage weiter: »Wir evakuieren unser Personal von dort nicht.« Auch US-Präsident Donald Trump kenne Moskaus Bitte um Rücksicht auf die russischen Mitarbeiter in Buschehr.
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Berichte: Enger Vertrauter von Ajatollah Ali Khamenei soll doch noch leben
Mit Start der »Operation Rising Lion« hatte Israel in nur einer Nacht mehrere zentrale Führungspersönlichkeiten der militärischen Elite Teherans ausgeschaltet. Für tot erklärt wurde unter anderem Ali Shamkhani, einer der engsten Vertrauten von Ajatollah Ali Khamenei in Sicherheitsfragen. Der ehemalige Verteidigungsminister zählte zu den wichtigsten iranischen Vertretern bei den Atomgesprächen mit Washington. Nach dem israelischen Angriff zeigte das iranische Staatsfernsehen die Überreste der Wohnung von Ali Shamkhani.
Nun berichten die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Mehr, Ali Shamkhani sei doch nicht tot. Er habe den Angriff schwer verletzt überlebt und sei in einem stabilen Zustand. Dazu verbreiteten sie eine Erklärung, die von Shamkhani stammen soll. Demnach lasse er mitteilen: »Ich lebe und bin bereit, mich zu opfern.«

Ali Shamkhani im Jahr 2017, damals war er der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans. Foto: AP
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Europa drängt Iran zu Gesprächen mit den USA
Die Gespräche der europäischen Außenminister mit dem iranischen Chefdiplomaten Abbas Araghchi sind beendet. Nun will Europa weiter die Tür für eine diplomatische Lösung geöffnet halten. »Wir wollen die laufenden Gespräche und Verhandlungen mit Iran fortsetzen und drängen Iran, seine Gespräche mit den USA fortzusetzen«, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul.
»Das gute Ergebnis heute ist, dass wir den Raum verlassen mit dem Eindruck, dass die iranische Seite grundsätzlich bereit ist, über alle wichtigen Fragen weiter zu sprechen«, sagte Wadephul. Es seien sehr ernsthafte Gespräche gewesen. »Die ganze Region ist in einer außerordentlich kritischen Situation, und es ist unser gemeinsames Bestreben, eine weitere Eskalation zu vermeiden und in Verhandlungen weiterzukommen.«
»Das gute Ergebnis heute ist, dass wir den Raum verlassen mit dem Eindruck, dass die iranische Seite grundsätzlich bereit ist, über alle wichtigen Fragen weiter zu sprechen«, sagte Wadephul. Es seien sehr ernsthafte Gespräche gewesen. »Die ganze Region ist in einer außerordentlich kritischen Situation, und es ist unser gemeinsames Bestreben, eine weitere Eskalation zu vermeiden und in Verhandlungen weiterzukommen.«

Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (r.) mit Irans Außenminister Abbas Araghchi. Foto: imago
Für die Europäer sei wichtig, dass sie an diesen Gesprächen beteiligt würden, sagte Wadephul: »Aber vor allen Dingen ist von großer Bedeutung, dass die Vereinigten Staaten von Amerika an diesen Verhandlungen und einer Lösung beteiligt werden«.
Die Europäer sähen Irans Nuklearprogramm mit großer Sorge, sagte Wadephul. Für Deutschland sei es von herausragender Bedeutung, dass die Sicherheitsinteressen des Staates Israel, dem Deutschland in besonderer Weise verpflichtet sei, gewahrt blieben. »Das werden wir bei allen weiteren Gesprächen priorisieren.«
Die Europäer sähen Irans Nuklearprogramm mit großer Sorge, sagte Wadephul. Für Deutschland sei es von herausragender Bedeutung, dass die Sicherheitsinteressen des Staates Israel, dem Deutschland in besonderer Weise verpflichtet sei, gewahrt blieben. »Das werden wir bei allen weiteren Gesprächen priorisieren.«

Foto: Fabrice Coffrini / AFP
Der britische Außenminister David Lammy appellierte an Iran, weiter mit den USA über eine Begrenzung des Atomprogramms zu verhandeln. »Wir (...) fordern Iran dringend auf, seine Gespräche mit den Vereinigten Staaten fortzusetzen«, sagte Lamy: »Dies ist ein gefährlicher Moment, und es ist äußerst wichtig, dass wir keine regionale Eskalation dieses Konflikts erleben.«
Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte: »Wir haben den iranischen Minister aufgefordert, Verhandlungen mit allen Parteien, einschließlich der USA, in Betracht zu ziehen und nicht auf die Einstellung der Luftangriffe zu warten, die wir ansonsten auch fordern.«
Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte: »Wir haben den iranischen Minister aufgefordert, Verhandlungen mit allen Parteien, einschließlich der USA, in Betracht zu ziehen und nicht auf die Einstellung der Luftangriffe zu warten, die wir ansonsten auch fordern.«
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Treffen der Europäer mit Iran in Genf beendet
Die Chefdiplomaten von Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben in Genf knapp vier Stunden lang mit ihrem iranischen Kollegen Abbas Araghchi über ein Einlenken Teherans im Atomkonflikt beraten. Die gemeinsamen Beratungen mit Araghchi im Genfer Hotel InterContinental hatten gegen 15.30 Uhr begonnen, sie endeten gegen 19.00 Uhr. Gleich folgen die Erklärungen der Beteiligten.
Eine Woche nach Beginn des Krieges zwischen Israel und Iran wollten Außenminister Johann Wadephul, Jean-Noël Barrot (Frankreich) und David Lammy (Großbritannien) ausloten, ob Iran zum nachprüfbaren Verzicht auf Atomwaffen bereit ist und ob weitere Verhandlungen über eine diplomatische Lösung sinnvoll sein könnten. An den Gesprächen nahm auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas teil.

Foto: imago
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Israel attackiert Teheran erneut
Israels Luftwaffe greift wieder in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Die Luftverteidigung sei aktiviert worden, berichten iranische Medien übereinstimmend. Accounts in den sozialen Medien, die den Krieg verfolgen, berichteten von Flugabwehrfeuer im Stadtteil Ekbatan und im Westen der Metropole.
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Israel wirbt um Trumps Unterstützung
Israel probiert derzeit alles, um die USA zum Kriegseintritt zu bewegen – sogar Straßenwerbung. »Mr. President, beenden Sie den Job«, steht auf dieser Anzeigetafel nahe Tel Aviv.

»Werbung« in Tel Aviv. Foto: Alexandra Berlin / DER SPIEGEL
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Weitere Botschaft in Teheran geschlossen
Nach der Schweiz und Großbritannien hat nun auch Irland angekündigt, »angesichts der sich verschlechternden Lage« in Iran sein Personal aus der Botschaft in Teheran abzuziehen. Es seien Vorkehrungen getroffen worden, damit die Botschaft ihre Arbeit von Dublin aus fortsetzen könne, so der irische Außenminister Simon Harris.
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USA: Noch könnte Iran »das Richtige tun«
Die Vereinigten Staaten machen vor dem Uno-Sicherheitsrat Hoffnung, dass eine weitere Eskalation des Irankonflikts abgewendet werden könnte. »Es ist noch nicht zu spät für die iranische Regierung, das Richtige zu tun«, sagte die amtierende US-Botschafterin Dorothy Shea vor dem mächtigsten Uno-Gremium. Präsident Trump habe deutlich gemacht, dass die iranische Führung ihr Atomanreicherungsprogramm und alle Bestrebungen, eine Atomwaffe zu erwerben, vollständig aufgeben müsse. Nun sei eine Entscheidung des politischen und religiösen Oberhauptes, Ajatollah Ali Khamenei, gefragt.
Laut der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA liegen keine Beweise dafür vor, dass Teheran am Bau einer Atombombe gearbeitet habe. Die USA waren unter Präsident Trump 2018 aus einem bereits bestehenden internationalen Abkommen, das Iran daran hindern sollte, eine Atombombe zu bauen, ausgetreten.
Laut der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA liegen keine Beweise dafür vor, dass Teheran am Bau einer Atombombe gearbeitet habe. Die USA waren unter Präsident Trump 2018 aus einem bereits bestehenden internationalen Abkommen, das Iran daran hindern sollte, eine Atombombe zu bauen, ausgetreten.

Die Uno-Botschafterin der USA, Dorothy Shea, bei ihrer Rede vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Foto: Richard Drew/AP/dpa
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USA verschärfen Sanktionen gegen Iran
Die US-Regierung ergreift weitere Strafmaßnahmen, die Irans Raketen- und Waffenprogramm treffen sollen. Die Sanktionen gelten für eine Person, acht Firmen und ein Frachtschiff, weil sie dabei geholfen haben sollen, wichtige Komponenten für die iranische Rüstungsindustrie zu beschaffen. So teilt es das Finanzministerium in Washington mit.
US-Bürger dürfen keine Geschäfte mehr mit den Sanktionierten machen. Etwaiger Besitz in den USA wird eingefroren. Zudem dürfen ausländische Finanzinstitute, die mit den Betroffenen zusammenarbeiten, ebenfalls sanktioniert werden.
US-Bürger dürfen keine Geschäfte mehr mit den Sanktionierten machen. Etwaiger Besitz in den USA wird eingefroren. Zudem dürfen ausländische Finanzinstitute, die mit den Betroffenen zusammenarbeiten, ebenfalls sanktioniert werden.
Die USA seien nach wie vor entschlossen, jegliche Bemühungen Irans zu unterbinden, sich Technologie und Komponenten für Waffenprogramme zu beschaffen, erklärte US-Finanzminister Scott Bessent. Die Sanktionen beruhen demnach auf einer Anordnung von US-Präsident Donald Trump, die sich gegen die Entwicklung von Waffen durch Iran und gegen die Aktivitäten der iranischen Revolutionswächter richtet.
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Medienberichte: Iran könnte erneut Streumunition eingesetzt haben
Bei dem heftigen Raketenangriff auf Israel könnte Iran erneut Streumunition eingesetzt haben. Das berichten mehrere israelische Medien, darunter »Haaretz«, Kan und die »Times of Israel«. Das Militär prüft demnach, ob viele kleine Sprengkörper, die im Stadtgebiet von Beer Scheva in der Negev-Wüste explodierten, auf die international geächtete Waffenart zurückzuführen sind. Schon am Vortag hatte Israel Iran vorgeworfen, mindestens eine Streubombe auf das Zentrum des Landes abgeschossen zu haben.
Streumunition zerplatzt noch in der Luft weit über dem Zielgebiet und verteilt dabei viele kleine Sprengkörper über ein großes Gebiet. Der Einsatz von Streubomben ist völkerrechtlich höchst umstritten. Sie sind durch ein internationales Abkommen geächtet, aber nicht global verboten. Große Militärmächte wie die USA und Russland, aber auch Iran oder Israel, sind dem Abkommen nicht beigetreten.
Der gut vernetzte israelische Militär-Korrespondent Emanuel Fabian von der Zeitung »Times of Israel« veröffentlichte auf X ein Video, das die Folgen der Explosion von Streumunition in einem Kindergarten zeigen könnte. Die Zerstörungen sind nicht so extrem wie bei dem Einschlag eines ganzen Raketensprengkopfes. Aber die vielen kleinen Splitter würden Menschen in der Nähe schwer verletzen oder töten.
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