Jimmy Kimmel: Ted Cruz wirft Chef der US-Medienaufsicht Mafiamethoden vor - DER SPIEGEL
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Einflussreicher US-Republikaner Ted Cruz wirft Chef der US-Medienaufsicht Mafiamethoden vor

Er gilt als einer der mächtigsten Republikaner im US-Kongress. Jetzt übt Senator Ted Cruz im Fall der abgesetzten Show »Jimmy Kimmel Live!« deutliche Kritik am Chef der US-Medienaufsicht.
US-Republikaner Ted Cruz: »Das ist genau wie ein Mafioso, der in eine Bar kommt«
US-Republikaner Ted Cruz: »Das ist genau wie ein Mafioso, der in eine Bar kommt«

US-Republikaner Ted Cruz: »Das ist genau wie ein Mafioso, der in eine Bar kommt«

Foto: Julia Demaree Nikhinson / AP

Es ist ungewöhnliche Kritik eines Republikaners in der Causa »Jimmy Kimmel Live!«, der bis auf Weiteres vom Sender ABC abgesetzten TV-Show: Ted Cruz, republikanischer Senator aus Texas, hat dem Vorsitzenden der US-Medienaufsichtsbehörde FCC, Brendan Carr, in der Angelegenheit Mafiamethoden vorgeworfen.

Cruz bezog sich auf Carrs Forderung an lokale Sender, ebenfalls die Show des Moderators und Satirikers Kimmel abzusetzen: »Wir können das auf die leichte oder die harte Tour machen«, hatte Carr gesagt.

Cruz sagte dazu in seinem Podcast »Verdict with Ted Cruz«, dass ihn Carrs Worte an den Film »Goodfellas« von Martin Scorsese erinnern würden. »Das ist genau wie ein Mafioso, der in eine Bar kommt und sagt: ›Schöne Bar, die Sie hier haben. Es wäre schade, wenn ihr etwas zustoßen würde‹.«

»Ich verabscheue, was Jimmy Kimmel gesagt hat«

Cruz warnte seine Republikaner davor, einen solchen Weg zu gehen. Wenn eines Tages die Demokraten zurück an die Macht kämen, »werden sie uns zum Schweigen bringen«, sagte Cruz. In seinem Podcast sagte er weiter: »Aber lassen Sie mich Ihnen sagen: Wenn die Regierung anfängt zu sagen: ›Uns gefällt nicht, was Sie, die Medien, gesagt haben. Wir werden Sie aus dem Rundfunk verbannen, wenn Sie nicht das sagen, was uns gefällt'‹, dann wird das für die Konservativen schlecht ausgehen. Carr war von US-Präsident Donald Trump als Chef der Medienaufsichtsbehörde nominiert worden.

Trump hatte zuletzt einen Lizenzverlust für missliebige Sender angedeutet. Er hatte erklärt, dass er sich von großen Fernsehanstalten unfair behandelt fühle und über einen Verlust ihrer Sendeerlaubnis sinniert. »97 Prozent sind negativ«, und er hatte hinzugefügt: »Ich würde meinen, dass sie ihre Lizenz verlieren müssten« (den SPIEGEL-Leitartikel zum Fall Kimmel lesen Sie hier ).

Cruz übte in seinem Podcast auch scharfe Kritik an Talkmaster Kimmel. »Ich verabscheue, was Jimmy Kimmel gesagt hat. Ich bin froh, dass er gefeuert wurde.«

Kimmel hatte nach dem Attentat auf den ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk gesagt: »Wir haben am Wochenende einige neue Tiefpunkte gesehen. Die MAGA-Gang hat verzweifelt versucht, diesen Jungen, der Charlie Kirk ermordet hat, als alles andere darzustellen als einen von ihnen. Sie hat alles Mögliche getan, um daraus politisches Kapital zu schlagen.«

(Im Original sagte Kimmel wörtlich: »The MAGA Gang (is) desperately trying to characterize this kid who murdered Charlie Kirk as anything other than one of them and doing everything they can to score political points from it.«) MAGA ist die Abkürzung für die Make-America-Great-Again-Bewegung von Trump.

Kimmels Aussagen hatten scharfe Kritik von Carr hervorgerufen. In einem Interview am vergangenen Mittwoch hatte er dem Sender ABC mit Maßnahmen gedroht, sollte dieser nicht aktiv gegen Kimmel vorgehen. Wenig später wurde die Show vom Sender abgesetzt.

Dem US-Sender CNN zufolge wurde Trump am Freitag auf die jüngsten Äußerungen von Cruz über Carr angesprochen . Daraufhin lobte der US-Präsident Carr. »Ich glaube, dass Brendan Carr ein großer amerikanischer Patriot ist.« Er sei in der Frage deshalb anderer Meinung als Cruz, so Trump.

hen